Waldexkursion
Waldbegehung mit Revierleitern Christian Bönecke und Philipp Prandekos
Zum Ausklang der Veranstaltung begab sich die Gruppe zur Simshäuser Hütte, wo es bei Würstchen und Getränken noch einen regen Erfahrungsaustausch gab.
Fotos: Martin Engel
26.04.2026 / FULDA -
Welche Baumarten können wo im Wald gepflanzt werden? Diese und viele weitere Fragen beantworteten die beiden Förster Philipp Prandekos und Christian Bönecke bei einem Waldspaziergang durchs frische Grün im Revier Oberrode.
Den Wald zukunftsfähig machen, unter diesem Thema führten die beiden Förster rund 60 interessierte Mitglieder der Forstbetriebsgemeinschaft (FBG) Fulda durch das Revier Oberrode. Mit dabei war auch stellvertretender Forstamtsleiter Wigbert Gutmann
Auf der circa fünf Kilometer langen Strecke bekamen die Privatwaldbesitzer verschiedene Waldentwicklungsstadien, von der Kalamitätsfläche (Schadfläche, auf der die Bäume durch Trockenheit oder Schadinsekten abgestorben sind) über eine Verjüngung weiter zu frisch durchforsteten Beständen bis hin zum Vorzeige Endbestand, mit dem der Waldbesitzer durch Ernte der hiebreifen Bäume Geld verdient.
Durch die Jungbestandspflege wollen wir ein Produkt von hoher Qualität erziehen. Das bedeutet einen langen Astfreien Stamm mit großer Krone – die Krone ist der Motor des Wachstums! Unterscheiden muss man dabei allerdings zwischen Lichtbaumarten, die früher freigestellt werden, um ihr volles Potential auszuschöpfen und sogenannte Schatt-Baumarten wie z.B. die Buche. Diese benötigt in der Jugend einen Dichtstand, da sie ein Totastverlierer ist. D.h. durch den dichten Bestand sterben die unteren Äste ab und werden dann vom Baum abgeworfen. So wird ein langer astfreier Stamm erzeugt.
Die letzte Station war ein Erntereifer Douglasien/ Tannenbestand. Hier wurde darüber gesprochen das nur durch die richtige Aushaltung – damit ist gemeint das die Länge und der Durchmesser nach Vorgabe des Kunden sortiert wird – die besten Preise erzielt werden können.
Ein Thema das die Waldbesitzer schon einige Jahre beschäftigt ist die Klimaerwärmung. Extremjahre wie 2018 – 2020 setzten dem Wald erheblich zu. Zuerst bekamen es die Waldbesitzer mit Fichten Reinkulturen zu spüren. Anhand von Fotos vom Sauerland und Harz verdeutlichten die beiden Revierleiter das die Situation hier im Kreis Fulda noch relativ gut ist. Aber auch die anderen Baumarten leiden. "Im Wald arbeiten wir nicht wie in der Landwirtschaft von Jahr zu Jahr, sondern mit sehr langen Produktionszeiten. Bäume die wir heute Pflanzen werden erst in 50 – 100 Jahren geerntet. Bei der Eiche sind es sogar 200 – 250 Jahre. In diesen langen Zeiträumen kann viel passieren."
Wir gehen im Wald von 3 Dingen aus: es wird wärmer und damit auch trockener du es wird mehr Extremwetterereignisse geben. Da unsere Hauptbaumarten darunter besonders leiten ist es wichtig Strategien zu entwickeln, wie wir den Wald zukunftsfähig gestalten. Dazu gehören z.B. die Verkürzung der Umtriebszeiten durch früheres Freistellen der Z-Bäume, um die Konkurrenz ums Wasser zu verringern aber auch der Rückhalt von Niederschlägen im Wald. Hessenforst arbeitet seit einigen Jahren mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt zusammen. Diese liefert, auch für den Privatwald, wichtige Information zur Standortwasserbilanz. Sie betrachtet nicht nur die Niederschläge, sondern auch die Speicherfähigkeit der Böden. Außerdem prognostiziert sie auch die Wasserversorgung der nächsten 20 – 40 Jahre.
Für die Zukunft heißt es weg von den Monokulturen, hin zu möglichst baumartenreiche Mischbestände. Weiterhin müssen wir schauen Baumarten zu finden die mit den Klimaveränderungen besser zurechtkommen. FBG Vorsitzender Markus Leibold zeigte sich mit der Resonanz zur ersten Waldexkursion sehr zufrieden. Er dankte den beiden Referenten. Außerdem bedankte er sich bei Herr Wigbert Gutmann, der das Forstamt Fulda vertrat, für die Unterstützung der Privatwaldbesitzer durch Hessenforst. Zum Ausklang der Veranstaltung begab sich die Gruppe zur Simshäuser Hütte, wo es bei Würstchen und Getränken noch einen regen Erfahrungsaustausch gab. (pm/hhb) +++