Ausbau der kardiologischen Maximalversorgung
Klinikum Fulda investiert in hochmoderne Herzkatheter-Infrastruktur
Das Klinikum Fulda investiert in hochmoderne Herzkatheter-Infrastruktur: Bei einem Blick hinter die Kulissen wurde am Freitagnachmittag der Ausbau der kardiologischen Maximalversorgung vorgestellt.
Fotos: Maurice Schumacher
25.04.2026 / FULDA -
Mit dem Aufbau einer neuen, hochmodernen Herzkatheter-Infrastruktur hat das Klinikum Fulda einen bedeutenden Meilenstein für die kardiologische Versorgung in gesamt Osthessen erreicht. Insgesamt wurden rund 5,5 Millionen Euro investiert - etwa 2 Millionen Euro in Medizintechnik und 3,5 Millionen Euro in die bauliche Infrastruktur. Bei einem Blick hinter die Kulissen wurde am Freitagnachmittag der Ausbau der kardiologischen Maximalversorgung vorgestellt.
Auf einer Fläche von rund 950 Quadratmetern entstand ein zentraler, strategisch geplanter Komplex mit drei neuen Herzkatheterlaboren sowie einem bereits bestehenden vierten Labor. Das Projekt stärkt die Rolle des Klinikums als überregional bedeutendes Zentrum der kardiologischen Maximalversorgung für Osthessen sowie angrenzende Regionen.
"Die Investition ist ein klares Bekenntnis zur Spitzenmedizin im ländlichen Raum. Das zeigt, dass das Klinikum Fulda in der Lage ist, solche Investitionen zu stemmen, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, weil wir damit unserer Verantwortung gerecht werden für die Versorgung der Bevölkerung wohnortnah hier in Osthessen", erklären Priv.-Doz. Dr. Thomas Menzel, Sprecher des Klinikumvorstands, und Michael Wilhelm, Vorstand Administration. Ziel sei es, die Versorgungsqualität auf universitärem Niveau nicht nur zu sichern, sondern durch Innovationen kontinuierlich weiterzuentwickeln. "Wir sind der Maximalversorger hier für die Region Osthessen und wir haben jetzt nochmal einen echten Meilenstein erreicht, was die kardiologische Maximalversorgung angeht. Drei neue Herzkathetermessplätze, davon einer speziell für die Elektrophysiologie. Der Bedarf in der Elektrophysiologie wächst stetig und wir können jetzt an fünf Tagen diese Leistung anbieten."
Ein entscheidender Vorteil der neuen Infrastruktur liegt in der räumlichen Integration: Die Herzkatheterlabore befinden sich in unmittelbarer Nähe zur Zentralen Notaufnahme und zur Intensivstation. Dadurch werden Transportwege minimiert und insbesondere bei zeitkritischen Notfällen wie dem akuten Herzinfarkt schnellste Interventionen ermöglicht. "Beim Herzinfarkt zählt jede Minute - durch die kurzen Wege können wir unsere Patienten schneller und besser versorgen, und zwar an sieben Tagen in der Woche, 24 Stunden rund um die Uhr", betont Menzel gegenüber OSTHESSEN|NEWS.
Gebündelte Kompetenz in der modernen Kardiologie
Die Labore sind hochspezialisiert und decken das gesamte Spektrum moderner Kardiologie ab. Dazu zählen die Behandlung von Herzkranzgefäßerkrankungen, Klappeneingriffe, die Implantation von Herzschrittmachern sowie die Elektrophysiologie zur Therapie komplexer Herzrhythmusstörungen. Durch die Bündelung dieser Bereiche werden Abläufe effizienter gestaltet und Wartezeiten - auch für planbare Eingriffe - reduziert.
Moderne Bildgebung als Schlüssel zur Präzisionsmedizin
Technologisch stellt die neue Anlage einen deutlichen Fortschritt dar. Zum Einsatz kommen modernste digitale Angiografie-Systeme, die durch Verfahren wie Druckdrahtmessung, intravaskulären Ultraschall (IVUS) und optische Kohärenztomographie (OCT) ergänzt werden. Diese ermöglichen eine hochpräzise Analyse der Gefäße und eine deutlich verbesserte Planung von Eingriffen. Prof. Dr. Volker Schächinger betont: "Diese Technologien erlauben uns eine bisher nicht vorstellbare Präzisionsmedizin für unsere Patienten, bei der wir Eingriffe deutlich exakter und vorhersagbarer durchführen können." Ergänzt wird dies durch moderne Softwarelösungen, einschließlich 3D-Darstellung und KI-gestützter Bildverarbeitung.
Auch im Bereich der Elektrophysiologie wurden erhebliche Fortschritte erzielt. Neue Systeme ermöglichen eine detaillierte dreidimensionale Darstellung der elektrischen Aktivität des Herzens. "Wir können die Ursprungsorte von Herzrhythmusstörungen heute deutlich präziser lokalisieren und gezielt behandeln", erklärt Dr. Joachim Krug. Dadurch werden minimalinvasive Therapien effektiver und schonender.
Neben der medizinischen Leistungsfähigkeit stand die Sicherheit im Fokus der Planung. Die neue Gerätetechnologie reduziert die Strahlenbelastung für Patienten und Personal erheblich, während gleichzeitig die Bildqualität verbessert wird. Zudem wurde großer Wert auf moderne bauliche Standards gelegt, darunter Brandschutz, Lüftungssysteme, komplexe technische Versorgungsstrukturen sowie eine eigene Notstromversorgung. Die Medizintechnik wurde im Rahmen eines europaweiten Ausschreibungsverfahrens beschafft und von Siemens Healthineers geliefert. Die bauliche Umsetzung erfolgte in vergleichsweise kurzer Zeit und unter anspruchsvollen technischen Bedingungen.
Insgesamt bedeutet die neue Herzkatheter-Einheit einen deutlichen Qualitätssprung: Sie verbessert die Patientenversorgung nachhaltig, optimiert die Arbeitsbedingungen für das Personal und stärkt die Zukunftsfähigkeit des Klinikums. Mit Abschluss der letzten technischen Abnahmen wird der neue Bereich vollständig im Juni in Betrieb gehen und als modernes kardiologisches Zentrum die gesamte Bandbreite der Herzmedizin abdecken. Damit setzt das Klinikum Fulda neue Maßstäbe in der kardiologischen Diagnostik und Therapie und stärkt seine Position als moderner Hochleistungsstandort im Herzen der Region. (Mathias Schmidt) +++