Aufruf zur Meinungsvielfalt
Wie der erste Schultag: Neues Stadtparlament formiert sich
Foto: Stadt Bad Hersfeld
25.04.2026 / BAD HERSFELD -
Knapp sechs Wochen nach der Kommunalwahl starten die heimischen Parlamente in ihre nächste Legislaturperiode. So ein bisschen wie der Wechsel in eine neue Schule gestaltet sich die erste Sitzung. Vieles muss organisiert und gewählt werden. In der Kreisstadt Bad Hersfeld trafen sich die neu gewählten Stadtverordneten am Donnerstagabend in der Stadthalle zu ihrer konstituierenden Sitzung.
Das Parlament vertraut an seiner Spitze auch in Zukunft auf die gewohnte Kompetenz von Professor Dr. Lothar Seitz. Der Sozialdemokrat wurde zum Stadtverordnetenvorsteher gewählt. Seine künftigen Stellvertreter: Karsten Vollmar (SPD), Sebastian Liebau (CDU), Michael Barth (FWG), Andrea Zietz (Bündnis 90/Die Grünen) und Björn Diegel (FDP).Der Magistrat wurde geheim gewählt. Künftige Mitglieder sind: Dirk Siebert, Aysegul Tas Dogan und Thomas Daube (SPD), Günter Exner (CDU), Antje Fey-Spengler (Grüne), Marc Eidam (FDP) und Kai Redanz (FWG). Gunter Grimm (CDU) bleibt weiterhin Erster Stadtrat.
"Große Ehre und persönlicher Moment"
Bevor die verschiedenen Gremien, Ausschüsse und Abordnungen in die verschiedenen Fachgebiete gebildet wurden, begrüßten Bürgermeisterin Anke Hofmann und Dr. Thomas Handke (SPD) die Kommunalpolitiker. "Es ist mir eine große Ehre und zugleich ein sehr persönlicher Moment, heute als dienstältester Stadtverordneter die konstituierende Sitzung unserer Stadtverordnetenversammlung zu eröffnen", sagte Handke. Nach fast fünf Jahrzehnten kommunalpolitischer Arbeit erfülle ihn diese Aufgabe mit Dankbarkeit.Haushalt und Tiny Forest
Nach Abschluss der satzungsgemäß notwendigen Wahlen gings gleich in die Sacharbeit. Großartige Diskussionen gab es dabei aber nicht. Bürgermeisterin Anke Hofmann unterrichtete das Parlament, dass der Haushalt 2026 etwas bearbeitet werden müsse, um eine Genehmigung zu erhalten. Diese Verschiebungen im Zusammenhang mit dem kommunalen Finanzausgleich hätten aber keinerlei Auswirkungen auf den Haushalt. Das Parlament stimmt dem Vorschlageinheitlich zu.Hintergrund zu Tiny Forest: Ein Tiny Wald ist ein auf kleiner Fläche (100-200 m²) gepflanzter Miniwald mit heimischen Bäumen und Sträuchern, der sehr schnell wächst. Er verbessere laut Antrag nachhaltig das städtische Mikroklima, erhöhe die biologische Vielfalt und speichere gut Wasser. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigten, wie gut diese Projekte von den Bürgern angenommen würden, so die SPD.
Die nächste Stadtverordnetenversammlung ist für Ende Mai 2026 terminiert. Nach dem harmonischen Auftakt geht es dann wieder um die harte Realität der Sachpolitik in Zeiten knapper Haushaltskassen. Die nächsten "Noten" gibts allerdings erst in knapp fünf Jahren bei der nächsten Kommunalwahl. (hhb) +++