Größte Reform seit 25 Jahren!

Poseck: "Wir machen unsere Polizei fit für die Herausforderungen von morgen"

 Innenminister Roman Poseck, Landespolizeipräsident Felix Paschek und LKA-Präsident Daniel Muth
Foto: Frank Zinn / HMdI

24.04.2026 / HESSEN - Große Reform nach 25 Jahren für die Hessische Polizei! Innenminister Roman Poseck (CDU), Landespolizeipräsident Felix Paschek und LKA-Präsident Daniel Muth haben am Freitagvormittag im hochmodernen 'Innovation-Hub' in Frankfurt am Main das Projekt "P25" vorgestellt. Mit "P25" wird die Kriminalitätsbekämpfung der Polizei Hessen neu ausgerichtet - und der Streifendienst gestärkt. Zu Personaleinsparungen kommt es nicht. Dienststellen werden auch nicht geschlossen. Die Sicherheitsbehörden reagieren allerdings auf immer komplexer, digitaler und international vernetzter agierende Tätergruppierungen.



"Wir passen die Strukturen jetzt an, für Verbrecher wollen wir noch unattraktiver werden", sagt Innenminister Poseck zu OSTHESSEN|NEWS. "Die Sicherheitslage hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert: Kriminalität ist heute international vernetzt, digital organisiert und technologisch hochgerüstet. Darauf müssen wir reagieren." Kriminelle dürften die Polizei nicht abhängen. "Die Polizei muss Schritt halten und auf neue Kriminalitätsphänomene angemessen reagieren. Die Polizei Hessen gibt mit dem Zukunftsprojekt 'P25' eine klare und konsequente Antwort."

Mit "P25" wird die Kriminalitätsbekämpfung in Hessen modern, effizient und zukunftsfest aufgestellt. "Strukturen werden vereinheitlicht, Kompetenzen gebündelt und Abläufe beschleunigt. Gleichzeitig bleibt die Präsenz der Polizei vor Ort und ihre unmittelbare Ansprechbarkeit für die Bürger unverändert", erklärt Poseck und betont: "Mir ist wichtig zu betonen, dass P25 weder zu Stellenabbau noch zu Standortschließungen führt. Im Gegenteil – wir stärken die Polizei insgesamt und bauen die regionale Präsenz weiter aus."

Ziel des Projekts sei es, die Strukturen und Prozesse im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung an aktuellen und zukünftigen Entwicklungen neu auszurichten.

Auch das Landeskriminalamt in Wiesbaden wird als zentrale Fachbehörde gestärkt und noch enger mit den Polizeipräsidien, darunter auch Osthessen (Fulda), sowie den Regionalen Kriminalinspektionen vernetzt. "So entsteht ein leistungsfähiges Netzwerk, das Wissen, Erfahrung und Informationen vom internationalen Datenaustausch bis zur Streife vor Ort effizient zusammenführt."

"Gute Polizeiarbeit entsteht in direktem Kontakt"

Für Landespolizeipräsident Felix Paschek ist dabei klar: "Wir sorgen als Polizei für die Sicherheit der Bürger. Dieses Versprechen halten wir, indem wir mit der Zeit gehen, auf Entwicklungen klug reagieren und neuen Kriminalitätsphänomenen mit neuen Strategien begegnen. Mit dem Projekt 'P25' stellen wir uns im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung zukunftsfähig auf: Es geht um sinnvolle Strukturen und effiziente Prozesse." So werde sichergestellt, dass die Ressourcen für die Menschen gewinnbringend eingesetzt und zudem neue Schwerpunkte gesetzt werden könnten, zum Beispiel im Bereich der Vermögensabschöpfung oder bei der Stärkung der 'Schutzleute vor Ort'.

"Mit der Einrichtung von Clearingstellen bearbeiten wir künftig Straftaten mit geringem Schaden und wenig Aufklärungsmöglichkeiten sehr effizient, ohne dabei von kleinteiliger Sachbearbeitung verschlungen zu werden", sagt Paschekl und führt weiter aus: "Gleichzeitig bleiben wir vor Ort präsent. Denn wir wissen, dass gute Polizeiarbeit insbesondere auch im direkten Kontakt mit den Menschen entsteht. Mit gestärkten Regionalen Kriminalinspektionen, hessenweit rund um die Uhr verfügbaren Kriminaldauerdiensten und deutlich mehr Schutzleuten vor Ort sind wir für die Bürgerinnen und Bürger ansprechbar." Diese Veränderungen seien notwendig, um als Polizei "auch zukünftig erfolgreich und zuverlässig Kriminalität zu bekämpfen".

LKA-Chef Muth zu 'P25': "Verfahren werden beschleunigt"

Wie die Veränderungen in der Praxis aussehen können, hat LKA-Präsident und "P25"-Projektleiter Daniel Muth vorgestellt: "Wer komplexe Täterstrukturen erkennen, Zusammenhänge identifizieren und Ermittlungen effizient steuern will, muss Daten intelligent analysieren. Denn Daten sind heutzutage ein Schlüssel für erfolgreiche Kriminalitätsbekämpfung." Deshalb würden die Kompetenzen im Bereich der Datenanalyse jetzt noch stärker in eigenen Organisationseinheiten sowie in den Kriminalinspektionen 'Cyber - Intelligence' gebündelt.

Dazu erklärt Muth: "Durch die Zusammenführung bislang getrennter Ermittlungsbereiche entstehen zudem leistungsfähige, vernetzte Einheiten: Ressourcen und Expertise werden zusammengeführt, Schnittstellen reduziert und Ermittlungsverfahren beschleunigt."

Ein zentrales Element ist das Operative Abwehrzentrum für Schwere und Organisierte Kriminalität – der sogenannte 'OperationsHub' als integraler Bestandteil des Innovationsstandortes Frankfurt am Main im 'InnovationHub 110'. "So haben wir Sicherheit neu gedacht und die Kriminalitätsbekämpfung in Hessen ganzheitlich neu ausgerichtet zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger", ist der LKA-Chef überzeugt. Und Sorgen, dass "kleinere Delikte - wie der Fahrraddiebstahl - nicht mehr vollumfänglich bearbeitet würden, räumte er aus dem Weg. "Ganz im Gegenteil: Wir erkennen künftig noch viel stärker Muster und können noch besser reagieren."

Für Innenminister Poseck ist wichtig: "Hessen ist ein sicheres Land und soll es auch in Zukunft bleiben. 'P25' ist dafür ein entscheidender Schritt zu einem Mehr an Sicherheit. Wir machen unsere Polizei fit für die Herausforderungen von morgen und sorgen dafür, dass die Menschen sich weiterhin sicher fühlen können. Ermittlungen werden schneller und qualitativ hochwertiger, Ressourcen gezielter eingesetzt und die Polizei bleibt gleichzeitig vor Ort präsent und ansprechbar." (Christian P. Stadtfeld) +++

X