Macht die SGB Minus?

Finale mit bitterem Beigeschmack: Hessenpokal sorgt für finanzielle Sorgen

Finale mit Streitpotenzial: Das Hessenpokal-Endspiel in Offenbach sorgt für Diskussionen.
Archivfotos: O|N / Maurice Schumacher / Hans-Hubertus Braune

25.04.2026 / OFFENBACH/FULDA - Das große Finale im Krombacher Hessenpokal sollte eigentlich ein Höhepunkt der Saison werden - doch schon vor dem Anpfiff sorgt die Entscheidung für den Spielort für Diskussionen. Statt einer möglichen Austragung in Osthessen bleibt das Endspiel im Stadion am Bieberer Berg in Offenbach. Für die Finalisten, die SG Barockstadt und den SV Wehen Wiesbaden, könnte das nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich zum Problem werden.



Die Hoffnungen auf ein Endspiel in der Region Fulda erfüllten sich nicht. Der Hessische Fußball-Verband (HFV) hält an Offenbach fest - und verweist auf ein geregeltes Verfahren. Der HFV betont, dass die Entscheidung keineswegs kurzfristig gefallen sei, sondern auf einem klar strukturierten Prozess basiert: "Ausgangspunkt für die Austragung des Krombacher Hessenpokalfinales im Stadion am Bieberer Berg in Offenbach war ein klarer Präsidiumsbeschluss auf Basis eines strukturierten Ausschreibungsverfahrens. Dieser Prozess war sauber, nachvollziehbar und ist auch weiterhin die Grundlage unseres Handelns."

Zwar habe es Gespräche mit den Finalisten gegeben und auch alternative Ansätze seien geprüft worden, doch am Ende blieb es bei der ursprünglichen Planung.

Wirtschaftliches Risiko für die Vereine

Für die beiden Finalteams steht viel auf dem Spiel - nicht nur sportlich. Der Sieger darf sich auf den Einzug in den DFB-Pokal freuen, inklusive lukrativer Einnahmen. Der Verlierer hingegen bleibt auf einem Teil der Kosten sitzen.

Der Verband versucht zwar gegenzusteuern und verweist auf ein Verteilungssystem: "Die Vereine erhalten durch ihre Teilnahme am Krombacher-Hessenpokal finanzielle Mittel nach einem festgelegten Schlüssel, die in der Regel über möglichen Verlusten aus den reinen Veranstaltungskosten des Finalspiels liegen." Dennoch bleibt ein Restrisiko - gerade wenn die Einnahmen aus Tickets hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Sorge vor leerem Stadion

Und genau hier liegt das nächste Problem: Die Zuschauerzahlen könnten deutlich geringer ausfallen als erhofft. Parallel zum Finale finden zahlreiche andere Spiele statt - ein Umstand, der Fans und Vereine gleichermaßen vor schwierige Entscheidungen stellt.

Der HFV erklärt, dass die erwartete Kulisse bereits in die Planungen einfließt: "Erfahrungen mit den jeweiligen Fanszenen führen durch Gespräche mit den teilnehmenden Vereinen und Sicherheitsbehörden zu Schlussfolgerungen bezüglich des zu erwartenden Zuschaueraufkommens."

Um Kosten zu sparen, wird deshalb sogar auf Teile des Stadions verzichtet. Die Gegengerade bleibt geschlossen, um Ausgaben für Sicherheit und Organisation zu reduzieren.

Terminchaos als Hauptproblem

Ein zentraler Kritikpunkt bleibt die Terminierung. Dass zahlreiche Amateurmannschaften am selben Wochenende im Einsatz sind, sorgt für Frust - und dürfte die ohnehin angespannte Situation weiter verschärfen.

Immerhin kündigt der Verband für die Zukunft Verbesserungen an: "Nach intensiver interner Beschäftigung mit dem Rahmenterminkalender sieht dieser in der Saison 2026/27 vorausschauend vor, dass alle hessischen Senioren-Ligen am Wochenende des 23.05.2027 enden."

Damit sollen Überschneidungen künftig vermieden werden.

Blick nach vorne

Auch beim Thema Spielort könnte sich langfristig etwas ändern. Der Verband will die Abläufe nach dem Finale erneut überprüfen: "Wie gewohnt werden wir auch nach dem kommenden Krombacher Hessenpokalfinale eine Analyse vornehmen und gegebenenfalls Vorgehensweisen optimieren."

Für die aktuelle Saison kommt diese Einsicht allerdings zu spät. Statt eines großen Fußballfestes droht nun ein Finale mit angezogener Handbremse - sportlich spannend, wirtschaftlich riskant und atmosphärisch womöglich ernüchternd. (Constantin von Butler) +++

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