Gemeinsam geschafft

Vom Schulhof zur Lern-Oase: Startbahn‑Schüler bauen "Grünes Klassenzimmer"

Praxis statt Theorie: 16 Schülerinnen und Schüler der Berufsorientierung an der Startbahn haben von August bis Oktober 2025 ihren Schulhof in einen neuen Lernort verwandelt.
Fotos: Antonius

23.04.2026 / FULDA - Praxis statt Theorie: Zwischen August und Oktober 2025 haben 16 Schülerinnen und Schüler der Berufsorientierung an der Startbahn ihren Schulhof in einen neuen Lernort verwandelt. Entstanden ist ein barrierefreies "Grünes Klassenzimmer", das künftig rund 20 Lernenden flexibel als Unterrichts- und Begegnungsraum im Freien zur Verfügung steht.



Bei der offiziellen Eröffnung am Mittwoch blickten Schülerinnen und Schüler, Unterstützer sowie Projektverantwortliche auf die Zeit zurück. "Wir haben viel gearbeitet und viel gelernt. Und dabei haben wir etwas tolles geschafft", betonte ein Schüler. Und auch Mitarbeitende von Strauss sowie die Geschäftsführung von Wemory GmbH, die im Rahmen von Seitenwechsel-Projekten mit den Schülern zusammengearbeitet haben, berichteten durchweg positiv.

Zentraler Erfolgsfaktor war die enge Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben

"Das Projekt verbindet, was oft getrennt ist: Handwerk, Lagerlogistik sowie Landwirtschaft und Gartenbau", heißt es in einer Pressemitteilung von Antonius. Von der ersten Idee bis zur Umsetzung waren die Jugendlichen in alle Schritte eingebunden. Sie entwickelten Skizzen und Baupläne, kalkulierten Kosten, organisierten Materialien und setzten die Planung eigenständig um. Begleitet wurden sie dabei von drei Lehrkräften.

Die praktische Umsetzung hatte es in sich: Flächen wurden mit dem Bagger vorbereitet, Pflaster verlegt, Holzbänke gebaut, Pflanzkästen gefertigt und bepflanzt sowie eine massive Tafel installiert. Statt einer ursprünglich geplanten Pergola sorgt nun ein mobiles Zelt für eine flexible und wirtschaftliche Überdachung. Das barrierefreie Konzept stellt sicher, dass alle Schülerinnen und Schüler den neuen Lernort nutzen und aktiv mitgestalten können. Ein zentraler Erfolgsfaktor war die enge Zusammenarbeit mit regionalen Betrieben. Sie unterstützten mit Material, Fachwissen und persönlicher Anleitung. Die Jugendlichen erhielten so direkte Einblicke in reale Arbeitsprozesse: vom Holzzuschnitt über Erd- und Pflasterarbeiten bis hin zur Organisation von Bauabläufen.

"Verbindung entsteht dadurch, dass wir Dinge gemeinsam tun"

Schulleiterin Claudia Müller-Elskamp würdigte die Leistung der Jugendlichen und dankte den regionalen Unterstützern: "Verbindung entsteht dadurch, dass wir Dinge gemeinsam tun." Auch Pater Thomas, Seelsorger bei antonius erkannte die besondere Bedeutung des "Grünen Klassenzimmers": "Ich glaube, das wird der wichtigste Klassenraum für die Schülern sein. Denn hier steckt etwas eigenes drin." Neben handwerklichen Fähigkeiten wurden gezielt Schlüsselkompetenzen gefördert: Teamarbeit, Zuverlässigkeit, Belastbarkeit und Selbstorganisation unter realen Bedingungen. Gleichzeitig entstanden erste Kontakte zu Betrieben, die den Einstieg in Praktika und Ausbildung erleichtern können.

Das "Grüne Klassenzimmer" ist auf Dauer angelegt. Es wird von der gesamten Schulgemeinschaft genutzt, gepflegt und weiterentwickelt. Erste Veranstaltungen – darunter ein Elternabend – fanden bereits vor Ort statt. Weitere Ausbauschritte, etwa mobile Arbeitstische aus Holz, sind geplant. (mis/pm) +++

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