Netzwerkpartner ziehen Halbjahresbilanz
Ausbildungsbereitschaft etwas gesunken, aber immer noch hoch
Fotos: Agentur für Arbeit Fulda
23.04.2026 / FULDA -
Zwei Monate vor dem Ende des Schuljahres ziehen die regionalen Netzwerkpartner des Ausbildungsmarkts eine gemischte, aber insgesamt positive Halbjahresbilanz: Trotz einer leicht gesunkenen Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen stehen jungen Menschen in der Region Fulda weiterhin mehr Ausbildungsstellen zur Verfügung, als es Bewerberinnen und Bewerber gibt. Das wurde bei der Ausbildungsmarktkonferenz Fulda deutlich, zu der Arbeitsagentur, IHK, Kreishandwerkerschaft, Staatliches Schulamt und Kreisjobcenter gemeinsam eingeladen hatten.
"Die Unsicherheiten durch weltpolitische Ereignisse haben die Bereitschaft der Betriebe, auszubilden, etwas gedämpft. Dennoch hat rein rechnerisch jeder registrierte Bewerber mehr als eine Ausbildungsstelle zur Auswahl", erklärte Karsten Hesse, stellvertretender Leiter der Arbeitsagentur Bad Hersfeld-Fulda.
Große Lücke zwischen Angebot und Nachfrage
In nahezu allen Bereichen übersteigt das Angebot an Ausbildungsplätzen die Zahl der Bewerber deutlich. Besonders groß ist die Lücke im Verkauf und Handel, in der Lagerlogistik, bei Versicherungs- und Finanzdienstleistungen sowie in technischen Berufen wie Maschinenbau- und Betriebstechnik.Um möglichst vielen Jugendlichen den Einstieg in eine Ausbildung zu ermöglichen, setzen Arbeitsagentur und Kreisjobcenter verstärkt auf Unterstützungsangebote – von Sprachkursen über sozialpädagogische Hilfen bis hin zu fachlicher Förderung. Dazu zählen unter anderem die "Assistierte Ausbildung" sowie berufsvorbereitende Maßnahmen, die Einblicke in verschiedene Berufsfelder ermöglichen.
Stimmen aus dem Netzwerk
Markus Vogt (Jobcenter Landkreis Fulda) berichtet von 85 ausbildungsplatzsuchenden Jugendlichen seit September – ein Wert auf Vorjahresniveau. Viele hätten bereits Perspektiven gefunden, bei anderen sei die berufliche Zukunft noch offen. Der Ausbildungsmarkt werde anspruchsvoller, dennoch arbeite man intensiv daran, jedem jungen Menschen eine passende Perspektive zu ermöglichen.Denise Otto (IHK Fulda) sieht einen Rückgang ausbildungswilliger Betriebe und abgeschlossener Verträge, besonders im kaufmännischen Bereich. Gewerblich-technische Berufe legten hingegen leicht zu. Die angespannte Wirtschaftslage und fehlende Ausbildungsreife vieler Schulabgänger verstärkten den Trend.
Kreishandwerksmeister Thorsten Krämer und Geschäftsführer Lukas Henke verweisen auf eine Erholung im Handwerk: Nach einem Tiefpunkt 2024 sei die Zahl der Ausbildungsverträge 2025 wieder deutlich gestiegen. Besonders stark seien Kfz-Mechatroniker und Anlagenmechaniker. Für 2026 sei eine Prognose noch schwierig, doch das Handwerk biete weiterhin "sichere Jobs, gute Einkommen und echte Perspektiven". (mis/pm) +++