"Apothekensterben wird verschärft!"

Hessischer Apothekerverband: "Das ist Wortbruch mit Ansage!"

Viele Apotheken aus der Region haben im März protestiert
Foto: O|N-Archiv

21.04.2026 / REGION - Der Hessische Apothekerverband HAV hat seine Empörung in einem Offenen Brief an Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, Hessens Ministerpräsidenten Boris Rhein, Hessens Gesundheitsministerin Diana Stolz und die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Simone Borchardt Luft gemacht. Der Verband fordert darin die Bundesregierung unmissverständlich auf, die geplante Erhöhung des Kassenabschlags sofort zu stoppen und gleichzeitig die wirtschaftliche Stabilisierung der Apotheken verbindlich auf den Weg zu bringen: mit der Anhebung des Honorars auf 9,50 Euro, der Wiederzulassung von Skonti und einer spürbaren Erhöhung des Nacht- und Notdienstzuschlags.



HAV-Vorsitzender Holger Seyfarth betont in dem offenen Brief: "Was derzeit gegenüber den Apotheken vorbereitet wird, ist ein politischer Wortbruch mit Ansage! Den Apotheken wurden wirtschaftliche Stabilisierung, ein Honorar von 9,50 Euro und die Wiederzulassung von Skonti in Aussicht gestellt. Tatsächlich sollen sie nun erneut belastet werden – durch einen höheren Kassenabschlag, also durch noch mehr Zwangsrabatt zugunsten der Krankenkassen. Das ist nicht nur das Gegenteil dessen, was den Apotheken versprochen wurde. Es ist ein Frontalangriff auf die wirtschaftliche Existenz vieler Betriebe!"

Wer jetzt den Kassenabschlag erhöhe, verschärfe das Apothekensterben nicht versehentlich, sondern bewusst. Besonders unerträglich sei, dass den Apotheken nicht nur die zugesagte Honoraranpassung und die Wiederzulassung von Skonti vorenthalten werde, sondern zugleich auch bei der Vergütung zentraler Gemeinwohlpflichten weiter Stillstand herrsche. "Es ist völlig inakzeptabel, die Apotheken zusätzlich zu belasten und gleichzeitig weder das Fixum anzuheben noch Skonti wieder zuzulassen noch den Nacht- und Notdienst endlich spürbar besser zu vergüten. Die Vor-Ort-Apotheken sind nicht die finanzielle Reserve der Krankenkassen. Sie sind auch nicht der Steinbruch, aus dem sich Politik und Kassen bedienen können, wenn an anderer Stelle Geld fehlt!", so Holger Seyfarth.(ci/pm)+++

HAV-Vorsitzender Holger Seyfarth übt scharfe Kritik an den Plänen von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken
Foto: HAV

Foto: O|N-Archiv

X