Treffpunkt regionaler Wirtschaft
Unternehmertreffen: Austausch, Verantwortung und klare Worte
Fotos: Bernd Vogt
21.04.2026 / HÜNFELD -
Der Alte Lokschuppen wurde am Montagabend zum Treffpunkt der regionalen Wirtschaft: Beim 24. Unternehmertreffen der Stadt Hünfeld (Kreis Fulda) kamen zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer, Vertreter aus Politik und Handwerk sowie unterschiedlichste Gäste aus der Region zusammen. Ziel der Veranstaltung war es, den Austausch zu fördern, Kontakte zu knüpfen und aktuelle Herausforderungen offen zu diskutieren – ein Konzept, das laut Einladung bewusst Raum für Gespräche und Netzwerken bieten sollte.
"Wir leben in schwierigen Zeiten"
Den Auftakt machte Bürgermeister Benjamin Tschesnok (CDU) mit einem eindringlichen Grußwort. "Wir leben in schwierigen Zeiten", betonte er mit Blick auf globale Krisen, geopolitische Spannungen und eine zunehmend unsichere wirtschaftliche Lage. Auch innerhalb Europas sei es schwieriger denn je geworden, "mit einer Stimme zu sprechen", während gleichzeitig politische Kräfte an den Rändern an Einfluss erstarkten.Engagement für schwerkranke Kinder
Einen besonders emotionalen Akzent setzte Norbert Böth mit der Vorstellung der Initiative "Schornsteinfeger helfen krebskranken Kindern". Die Idee entstand aus einem persönlichen Schicksalsschlag im Freundeskreis, wie Böth berichtete. "Es verändert und erdet einen, wenn das eigene Leben am seidenen Faden hängt", sagte er und sprach auch von eigenen Krankheitserfahrungen.Handwerk mahnt zur Differenzierung
Kreishandwerksmeister Thorsten Krämer ordnete die wirtschaftliche Lage differenziert ein. Zwar sei die Situation aktuell "heikel", doch warnte er davor, vorschnell von "Leid" zu sprechen. "Echtes Leid trägt sich derzeit dort zu, wo Krieg und Not herrschen", stellte er klar und relativierte damit die Herausforderungen der heimischen Wirtschaft im globalen Kontext. Gleichzeitig blickte Krämer nach vorn und hob die Bedeutung des Austauschs hervor. Er freue sich auf "einen angenehmen Abend und ein anregendes Netzwerken", bei dem Ideen entstehen und Kontakte gestärkt werden könnten. Regionale Unternehmen im Fokus
Auch der Erste Kreisbeigeordnete Frederik Schmitt betonte die Bedeutung des Abends als Plattform für die regionale Wirtschaft. Gerade Veranstaltungen wie diese würden Unternehmen sichtbar machen, "die vielleicht sonst weniger im Fokus stehen". Absicherung als Schlüsselthema
Michael Wehner, Gastgeber und Allianz-Generalvertreter, richtete den Blick auf ein zentrales Thema für viele Unternehmen: die Absicherung. Die betriebliche Altersvorsorge sei – so Wehner – ein entscheidender Baustein für die Zukunftssicherung von Betrieben und Mitarbeitenden.Er betonte, dass gerade in unsicheren Zeiten ein "starker regionaler Partner" wichtig sei. Besonders hob er hervor, dass Unternehmen bei einem speziellen Angebot der Allianz sogar die Möglichkeit hätten, Mitarbeitende gegen Berufsunfähigkeit abzusichern – "ohne vorherige Gesundheitsprüfung". Ein Modell, das laut Wehner bereits von vielen Unternehmen genutzt werde. Sein Versprechen an die Anwesenden formulierte er deutlich: "Sie haben mein Wort: Alle unsere Kunden werden nicht nur kompetent, sondern auch wirklich ehrlich beraten."
"Viele kommen zu spät" – Vortrag zum Unternehmensstrafrecht
Den fachlichen Schwerpunkt des Abends setzte der Fuldaer Strafrechtler Holger Wirthwein mit seinem Vortrag zum Thema Unternehmensstrafrecht. Der erfahrene Anwalt, seit rund 30 Jahren im Wirtschaftsrecht tätig, sprach offen über typische Fehler in Unternehmen. "In jedem Unternehmen passieren Fehlentscheidungen", sagte Wirthwein – problematisch sei jedoch, dass viele Unternehmer zu spät reagierten. Häufig werde nicht erkannt, dass ein vermeintlich kleiner Fehler strafrechtliche Konsequenzen haben könne. Statt frühzeitig zu handeln, würden Probleme verdrängt – mit teils erheblichen Folgen.Ziel seines Vortrags sei es daher, für genau diese Risiken zu sensibilisieren. Im Mittelpunkt standen Fragen der strafrechtlichen Verantwortung von Unternehmern sowie die Bedeutung eines funktionierenden Risikomanagements.
Netzwerken als Abschluss – und als Ziel
Nach den Grußworten und dem Fachvortrag ging der Abend in den informellen Teil über. Bei Imbiss und Getränken nutzten die Gäste die Gelegenheit, Gespräche zu vertiefen, neue Kontakte zu knüpfen und bestehende Netzwerke auszubauen – ganz im Sinne der Veranstaltung.