Am Samstag

"IG Jagdhorn" zu Besuch: Jagdhorn-Klänge vom Schlitzer Hinterturm

"IG Jagdhorn" zu Besuch auf dem Schlitzer Hinterturm.
Fotos: Sabine Meeßen

20.04.2026 / SCHLITZ - Seit dem 1. April hat der Hinterturm in Schlitz (Vogelsbergkreis) wieder seine Pforte geöffnet und Interessierte aus nah und fern können den 36 Meter hohen Bergfried aus dem 14. Jahrhundert besichtigen.



Der Hinterturm ist überregional bekannt, nicht zuletzt, da er sich in der Adventszeit zur größten Kerze Deutschlands verwandelt. Früher wurde der Turm zum Schutz der Stadt genutzt und die Turmwächter alarmierten bei Gefahr.

Am vergangenen Samstag kurz nach dem Mittagessen hörte man kräftige Hornklänge vom Turm. Dies bedeutete aber keine Gefahr, denn:

Auf Einladung des Turmführers Udo Keilwerth war die Interessengemeinschaft Jagdhorn, kurz "IG Jagdhorn" zu Gast. Mit 19 Bläsern bzw. Bläserinnen gaben Sie bei Sonnenschein ihr Stelldichein. Hornsignale wie "Begrüßung", "Aufbruch zur Jagd" über "Hirsch tot" bis "zum Essen" schallten weit über den Kirchplatz, auf dem sich einige Zuschauer zusammengefunden hatten, ins Schlitzerland.

Die Bläsergruppe, die zu 99 Prozent aus Jägern und Jägerinnen besteht, zeigte mit dieser Aktion, die auch heute noch übliche Verständigung auf Gemeinschaftsjagden in größeren Waldgebieten.
In Zeiten ohne Handy, war diese Art der Kommunikation ausschlaggebend für einen Jagderfolg in der Gruppe und ein wichtiger Sicherheitsaspekt. Viele dieser Signale lenken Treiber und Hundeführer. Das Signal "Hahn in Ruh" sagt das Aufhören des Schießens und das Entladen der Waffe an. Als Zugabe bliesen die IG"ler noch einige dekorative Stücke, bevor man sich im Turm wieder nach unten fahren ließ.

Aber nicht nur ihre Jagdhörner hatte die Gruppe im Gepäck, sondern auch eine Uhu-Dame und ein Steinkauz. Es bestand die Möglichkeit, sich über die Lebensweise oder Haltung der Vögel zu informieren. Der ein oder andere nutzte auch die Möglichkeit, Fragen zum Thema Jagd und Natur zu stellen Die Mitglieder beantworteten Fragen und räumten auch das ein oder andere Vorurteil aus dem Weg.

Da man schon mal in Schlitz war, nutzten die Bläser und Bläserinnen natürlich auch die Möglichkeit, den neuen Hahnekiez zu begutachten und im neuen Whisky-Fasslager der Schlitzer Destille eine kleine Likörprobe zu genießen.
Unter fachkundiger Anleitung der Destillateurmeisterin Nina Gottwald wurden Klassiker und Neukreationen der ältesten Destille Deutschlands verkostet.

Die "IG Jagdhorn" ist eine Interessengemeinschaft die sich der Erhaltung der deutschen Jagdkultur einsetzt und diese aktiv lebt. 24 Bläser und Bläserinnen treffen sich regelmäßig zur Probe, nehmen an Lehrgängen teil und pflegen Kontakte zu anderen Bläsergruppen. Für nächstes Jahr ist wieder der hessische Landesbläserwettbewerb in Eichenzell ins Auge gefasst. Dort kommen an 2 Tagen über 1000 Jagdhornbläser aus ganz Deutschland zusammen um den Landes- und Bundessieger auszublasen. Die IG Jagdhorn möchte sich dort mit 2 Gruppen in 2 Schwierigkeitsklassen messen.

Nach diesem schönen Tag in Schlitz war aber auch allen klar: "Wir kommen wieder". (pm/ems) +++

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