Zum zweiten Mal vier Fahrzeuge

500.000 Euro Investition: Feuerwehr Fulda Nord nimmt vier Fahrzeuge in Betrieb

Bei der Feuerwehr Fulda-Nord ist neue Technik für eine halbe Million Euro offiziell in Dienst gestellt worden.
Fotos: Feuerwehr Fulda Nord

20.04.2026 / FULDA - Regen, Donner und trotzdem beste Stimmung: Am Sonntagmorgen hat die Freiwillige Feuerwehr Fulda Nord am Stützpunkt in Lehnerz gleich vier Einsatzfahrzeuge offiziell in Dienst gestellt. Rund 500.000 Euro hat die Stadt investiert - und das Wetter zwang die Veranstalter kurzerhand zur Improvisation.



Eigentlich war die feierliche Fahrzeugübergabe für draußen geplant. Doch das Aprilwetter machte an diesem Sonntagmorgen kurzen Prozess: Gewitter und Regen ließen die Organisatoren umdisponieren - die Zeremonie fand kurzerhand in der Fahrzeughalle statt.

"Als Musiker muss ich sagen, von der Akustik war es sogar noch besser", kommentierte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld trocken. Applaus aus den Reihen der Kameradinnen und Kameraden. Wehrführer Uwe Sauer begrüßte zahlreiche Gäste aus Politik, Kirche und Nachbarschaft: "Dass wir als Feuerwehr Fulda Nord dieses Ereignis heute hier erleben dürfen, freut uns sehr."

Zum zweiten Mal vier auf einen Streich

Dass die Feuerwehr Fulda Nord - im 19. Jahr ihres Bestehens - gleich vier Fahrzeuge gleichzeitig in Dienst stellen konnte, ist in der Geschichte der Wehr erst das zweite Mal. Das erste Mal gelang dies vor vier Jahren. In Dienst gestellt wurden ein Wechselladerfahrzeug mit Abrollbehälter Brücke - finanziert vom Land Hessen -, ein Mannschaftstransportwagen, ein Einsatzleitwagen sowie ein mobiler Großlüfter.

Sämtliche Fahrzeuge ersetzen Gerätschaften, die zum Teil seit mehr als 20 Jahren im Dienst waren. Die Gesamtinvestition beläuft sich auf rund 500.000 Euro, finanziert durch die Stadt Fulda, das Land Hessen und den Landkreis Fulda in unterschiedlichen Anteilen. Neben der lokalen Einsatzbereitschaft leisten die Fahrzeuge auch einen konkreten Beitrag zum Katastrophenschutz im Land Hessen - und können bei Bedarf überregional eingesetzt werden.

Wingenfeld: "Nicht selbstverständlich"

In seinem Grußwort erinnerte Oberbürgermeister Wingenfeld an eine persönliche Erfahrung auf dem Jakobsweg in Frankreich: Weit abseits jeder Infrastruktur habe er sich gefragt, wie es wäre, auf Hilfe angewiesen zu sein und keine in der Nähe zu wissen. "Es ist nicht selbstverständlich, dass wir in Deutschland, in Hessen, innerhalb kürzester Frist Hilfe erwarten können. Das ist in den meisten Teilen dieser Welt schlicht undenkbar", sagte er.

Sein Dank galt ausdrücklich den Ehrenamtlichen: "Dass dem so ist, liegt an Ihnen. Die Politik kann nur den Rahmen setzen." Auf die Frage, ob eine so umfangreiche Ausrüstung wirklich notwendig sei - eine Stimme, die er nach eigenem Bekunden in der Bevölkerung gelegentlich höre -, antwortete Wingenfeld klar: "Leider ist das so. Der Blick auf die Welt zeigt, dass man diese Ausrüstung braucht."

20 Jahre Fusion: eine mutige Entscheidung, die sich bewährt hat

Wingenfeld nutzte die Gelegenheit auch, um an die Gründungsgeschichte der Feuerwehr Fulda Nord zu erinnern. Vor gut 20 Jahren hatten sich die Wehren aus Lehnerz und Niesig zusammengeschlossen - damals eine umstrittene Entscheidung. "Es war eine sehr mutige Entscheidung. Aber sie hat sich bewährt", so der Oberbürgermeister. Die Leistungsfähigkeit, die die Wehr heute zeige, sei das direkte Ergebnis dieser frühen Weichenstellung.

Den Abschluss der offiziellen Zeremonie bildete die Segnung der vier Fahrzeuge durch Geistliche beider Konfessionen. Für Wingenfeld war das mehr als Symbolik: "Bei den Einsätzen sind Sie am Ende des Tages im Dienst Gottes. Umso wichtiger ist dieses Signal." Im Anschluss öffnete der Stützpunkt Nord seine Tore für die Bevölkerung. (mmb) +++

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