Stadt schaltet Verfassungsschutz ein
Drohung aus Moskau: Hanauer Firma auf Angriffsliste Russlands
Archivfotos: O|N/ Moritz Pappert
19.04.2026 / HANAU -
Die hessische Stadt Hanau sieht sich mit einer ungewöhnlich direkten Drohkulisse konfrontiert: Russland hat ein Unternehmen aus der Stadt auf eine Liste möglicher militärischer Ziele gesetzt. Die kommunalen Behörden reagieren alarmiert und haben die Sicherheitsbehörden eingeschaltet.
Stadt Hanau schaltet Sicherheitsbehörden ein
Ziel ist es, die Lage zu bewerten und mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen. Der Rathauschef von Hanau sieht in dem russischen Gebahren einen Versuch, Angst zu schüren, und betont: "Einschüchterung funktioniert oft mit Desinformation und fehlender Information. Diese Versuche dürfen in Hanau nicht fruchten. Wir wollen Transparenz und Information für unsere Bürgerschaft."
Teil einer hybriden Kriegsstrategie
Sicherheitsexperten ordnen die Veröffentlichung in den Kontext des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ein. Deutschland gilt dabei als wichtiger Unterstützer - sowohl politisch als auch wirtschaftlich. Der Verfassungsschutz warnt schon länger davor, dass russische Aktivitäten über klassische Spionage hinausgehen. Dazu zählen auch Cyberangriffe, Desinformation und mögliche Sabotageakte gegen Unternehmen und Infrastruktur. Die Veröffentlichung solcher Listen wird daher auch als Mittel der Einschüchterung gewertet: Unternehmen, Mitarbeitende und Investoren sollen verunsichert werden. (ms) +++