Neuer Song für den Hessentag
Grümel feiert 40 Jahre - und schreibt weiter Geschichten, die Leben verändern
Fotos: Rene Kunze
18.04.2026 / FULDA -
40 Jahre Grümel: vier Jahrzehnte, die von Begegnung und Unterstützung geprägt waren – und es auch in Zukunft sein werden. Rückblickend auf all diese prägende Zeit kann Grümel-Geschäftsführerin Jutta Dehler keinen einzelnen Moment herausgreifen. "Es wurden viele Chancen für Menschen eröffnet", sagte sie - und berichtete von einem Mann, der einst schwer drogenabhängig war. Durch intensive Beratung fand das Team den entscheidenden Knackpunkt, der sein Leben veränderte. Heute hat er eine Familie, steht seit 15 Jahren fest im Arbeitsleben. "Solche Geschichten machen uns stolz - und davon haben wir wirklich viele. Das beeindruckt mich immer wieder: gemeinsam ein Ziel zu erreichen."
Am Freitag wurde das Jubiläum als Tag der offenen Tür an der Fuldaer Zentrale in der Steubenallee gefeiert. Seit 1987, als das erste Grümel‑Projekt mit Jugendlichen startete, hat sich die Vision stetig weiterentwickelt. Aus einer Idee wurde ein breites Portfolio: ein Entsorgungsbetrieb für den gesamten Landkreis, Garten‑ und Landschaftsbau, ein nachhaltiges Second‑Hand‑Kaufhaus und zahlreiche Ausbildungsangebote. Bis Sommer 2025 wurden 659 junge Menschen erfolgreich ausgebildet – ein Meilenstein, der zeigt, wie tief Grümel in der Region verwurzelt ist. "Unser Ziel war und ist es, Menschen, Arbeit und Region miteinander zu verbinden", sagte Dehler in ihrer Eröffnungsrede. Vorstandsmitglied Christof Steinert sorgte sich an diesem Tag mit einem Shuttleservice für die Verbindung mit dem Grümel-Standort in der Flemmingstraße.
Eigener Grümel-Song am Hessentag
Was Grümel ausmacht, beschreibt die Geschäftsführerin mit einem Satz, den sie oft hört: "Hier werde ich gesehen - mit dem, was ich lernen und erreichen kann." Genau dieses Gefühl trägt den Grümelgeist: hinschauen, nicht aufgeben, Lösungen suchen. "Wir sind nicht nur für Projekte und Maßnahmen da, sondern für Menschen. Wir öffnen Türen und bauen Brücken - ins Arbeitsleben und ins private Leben." Im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS machte sie klar, wie lebendig dieser Geist ist und hoffentlich auch in Zukunft noch ist. "Wir möchten Projekte entwickeln, die zu uns passen und die Region stärken"
Der Blick nach vorn ist klar: Das Bestehende soll erhalten bleiben, gleichzeitig will Grümel neue Wege gehen. "Wir möchten Projekte entwickeln, die zu uns passen und die Region stärken", sagte Dehler im O|N-Interview. Sie äußerte bereits eine erste Idee: "Die Unterstützung Obdachloser würde sich anbieten, da gegenüber von uns etwas Neues gebaut wird." Genauso deutlich ist ihre Vision der Zukunft: "Ich möchte, dass wir in zehn Jahren wieder feiern können und weiterhin Gelder für junge Menschen investieren können. Und dass wir so breit aufgestellt bleiben wie heute – gerne mit neuen Standbeinen."