"Krieg gegen die eigenen Leute"

Lufthansa im Dauerstreik: Tausende Flüge gestrichen – Fronten verhärten sich

Streik bei Lufthansa: Hunderte Flüge fallen erneut aus.
Archivfoto: O|N / Marvin Myketin

17.04.2026 / FRANKFURT AM MAIN - Die Geduld vieler Reisender ist längst am Ende - und ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht. Bei der Lufthansa spitzt sich der Tarifstreit weiter zu. Auch am Freitag legen die Piloten erneut die Arbeit nieder. Es ist bereits der fünfte Streiktag in Folge innerhalb weniger Tage.



Besonders am Flughafen Frankfurt sind die Auswirkungen massiv zu spüren. Allein dort werden erneut rund 620 Flüge gestrichen, auch in München fallen Hunderte Verbindungen aus. Insgesamt summieren sich die Ausfälle im Laufe der Woche auf mehr als 3.000 Flüge in Frankfurt. Hunderttausende Passagiere sind betroffen - viele stranden, müssen umbuchen oder ihre Reisen ganz absagen.

Tarifkonflikt eskaliert

Hintergrund ist ein festgefahrener Tarifkonflikt zwischen Gewerkschaften und Management. Während die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit höhere Beiträge zur Altersversorgung sowie bessere Gehälter fordert, sieht sie auf Arbeitgeberseite kaum Bewegung. VC-Chef Andreas Pinheiro kritisierte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, es gebe weiterhin kein tragfähiges Angebot in zentralen Punkten.

Zusätzliche Brisanz bekam der Streit durch eine überraschende Entscheidung des Konzerns: Die Regionaltochter Cityline stellt ihren Flugbetrieb vorzeitig ein. Ursprünglich war das erst für später geplant, doch steigende Kosten und die Auswirkungen der Streiks führten nun zu diesem Schritt. Viele Beschäftigte wurden freigestellt.

Gewerkschaft "Krieg gegen die eigenen Leute"

Bei den Gewerkschaften sorgt das für Empörung. Die Kabinengewerkschaft Ufo fand deutliche Worte und erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: "Der Vorstand führt mit seinem skrupellosen Vorgehen Krieg gegen die eigenen Leute."

Eine Lösung ist derzeit nicht in Sicht. Auch der Versuch, ein Schlichtungsverfahren einzuleiten, ist gescheitert. Beide Seiten bleiben bei ihren Positionen - mit spürbaren Folgen für den gesamten Flugbetrieb.

Zwar entspannt sich die Lage im aktuellen Flugplan zum Wochenende etwas, doch das Grundproblem bleibt bestehen. Der Konflikt ist längst nicht gelöst - und könnte schon bald in die nächste Runde gehen. (Constantin von Butler) +++

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