Ideenwettbewerb gewonnen

Gaming statt Schule: Informatikstudent der Hochschule begeistert mit Lernspiel

Constantin Fritz von der Sparkasse Fulda (links) überreichte die Preise an Enis Ciftci, Diego Lenero und Mirjam Hunger.
Foto: Hochschule Fulda

17.04.2026 / FULDA - Lernen, ohne es zu merken – und dabei Spaß haben wie beim Zocken: Mit genau dieser Idee hat ein Student der Hochschule Fulda den Ideenwettbewerb für sich entschieden. Diego Lenero aus dem Fachbereich Angewandte Informatik überzeugte die Jury mit einem Lernspiel, das komplexe Inhalte spielerisch vermittelt – und sich dabei wie ein echtes Gaming-Erlebnis anfühlt.



Für seine Idee erhielt er den ersten Preis, der mit 1.000 Euro dotiert ist. Sein Konzept: reale wissenschaftliche, philosophische und gesellschaftliche Systeme in Spielregeln übersetzen. In seinem geplanten Unternehmen "Magigam" sollen Spielende selbst Entscheidungen treffen, ausprobieren und unmittelbar die Konsequenzen erleben. Der Lernprozess läuft dabei im Hintergrund – ganz ohne klassische Erklärtexte oder Quizfragen. Wissen entsteht durch das Erleben von Ursache und Wirkung.

Lösung in einer reizüberfluteten Medienwelt?

Diego Lenero sieht seine Idee auch als Antwort auf gesellschaftliche Entwicklungen. Jugendliche wachsen seiner Einschätzung nach in einer reizüberfluteten Medienwelt auf, während gleichzeitig die Herausforderungen immer komplexer werden. Klassische Lernmethoden könnten mit modernen Unterhaltungsangeboten oft nicht mehr mithalten. Darin sieht er ein Risiko: "Wer komplexe Systeme nicht intuitiv versteht, ist anfällig für Vereinfachung, Desinformation und Manipulation", sagt er.

Mit seinem ersten Produkt "F.R.O.G.S" setzt er genau hier an. Das Spiel orientiert sich an biologischen und evolutionären Mechanismen. Über mehrere Generationen hinweg müssen die Spielenden überleben und erfahren so, wie Evolution, natürliche Selektion und ökologische Zusammenhänge funktionieren. Die aktuelle Version dient zunächst als Test, um herauszufinden, wie gut das sogenannte "Magigam-Prinzip" funktioniert. Perspektivisch soll das Konzept auf weitere Themen wie Physik, Ethik, Macht und Verantwortung oder soziale Gerechtigkeit ausgeweitet werden. Erste Tests zeigen bereits eine hohe Motivation, starkes Wiederspielverhalten und ein erkennbares Verständnis für komplexe Systeme. Eine begleitende wissenschaftliche Studie untersucht derzeit, ob das Spiel bei Zwölfjährigen ein messbares Evolutionsverständnis erzeugt.

Platz zwei: Energie gegen Mangelernährung

Den zweiten Platz, dotiert mit 750 Euro, sicherte sich Mirjam Hunger aus dem Fachbereich Oecotrophologie. Ihre Idee "NutriMelt" richtet sich an Patientinnen und Patienten mit Mangelernährung oder Schluckstörungen. Das Produkt ist ein hochkalorisches "Eiskonfekt" mit schokoladigem Überzug, das insbesondere ältere und multimorbide Menschen ansprechen soll.

"NutriMelt" kombiniert medizinische Wirkung mit Genuss: Es soll die Energie- und Nährstoffaufnahme steigern, Mangelversorgung vorbeugen sowie Wundheilung und Mobilität unterstützen – und gleichzeitig einen angenehmen Moment im Alltag schaffen. Die Zielgruppe umfasst unter anderem jährlich zwei bis drei Millionen mangelernährte Krankenhauspatientinnen und -patienten sowie Menschen in Pflegeheimen und Rehaeinrichtungen.

Platz drei: Wein mit Zusatznutzen

Den dritten Preis in Höhe von 500 Euro erhielt Enis Ciftci, Masterstudent aus dem Fachbereich Gesundheitswissenschaften, für seine Idee "RevivaVino". Das elektrolytangereicherte Weinmischgetränk richtet sich an gesundheitsbewusste Erwachsene, die Wein genießen möchten, dabei aber typische Begleiterscheinungen des Alkoholkonsums reduzieren wollen.

Durch eine gezielte Mischung aus Wein, Wasser, Zitronenlimonade und Mineralstoffen soll "RevivaVino" die Flüssigkeitsbalance während des Trinkens unterstützen und ein bekömmlicheres Genusserlebnis schaffen.

Publikum kürt eigenen Favoriten

Insgesamt sechs Teams präsentierten ihre Ideen bei der Preisverleihung im Hochschulzentrum Fulda Transfer. Auch das Publikum konnte per Live-Abstimmung einen eigenen Preis vergeben – und entschied sich ebenfalls für "NutriMelt". Dafür erhielt Mirjam Hunger zusätzlich einen Gutschein für einen Rundflug über die Wasserkuppe.

Neben den prämierten Projekten wurden weitere Ideen vorgestellt, darunter ein KI-gestütztes, interaktives Sprachlern-Dashboard, eine zirkuläre Lebensmittelproduktion mit innovativen Produktlinien sowie "PantryPad", eine smarte Lösung zur intelligenten Vorratshaltung in privaten Haushalten.

Der Ideenwettbewerb wird einmal jährlich von der Hochschule Fulda ausgerichtet und soll Studierende dazu anregen, sich mit Gründungen auseinanderzusetzen. Neben der Produktidee müssen die Teilnehmenden auch deren Nutzen sowie erste Ansätze für Marketing und Vertrieb präsentieren. Im Rahmen der Veranstaltung berichtete zudem das junge Unternehmen Foxira von seinem EXIST-Förderjahr an der Hochschule. (pm/cb) +++

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