Drei Tote, zwei Verletzte

Hessen trauert: Schreckliches Unglück fordert Menschenleben

Innenminister Roman Poseck gemeinsam mit Landrat Michael Köberle sowie Bürgermeisterin Antje Hachmann im Gespräch mit dem Einsatzleiter.
Foto: Frank Zinn / HMdI

17.04.2026 / RUNKEL - Ein schrecklicher Arbeitsunfall hat am Donnerstagnachmittag in einer Lederfabrik und Pelzgerberei am Ellersweyer Weg in Runkel (Landkreis Limburg-Weilburg) drei Menschen das Leben gekostet. Gegen 16:30 Uhr wurden in dem Betrieb fünf Personen bewusstlos aufgefunden – drei von ihnen starben, zwei weitere befinden sich nach Angaben des Polizeipräsidiums Westhessen in ärztlicher Behandlung.



"Beim Eintreffen fand man fünf Personen bewusstlos vor", schildert René Schultheis, Kreisbrandmeister und Pressesprecher der Feuerwehr Limburg-Weilburg. "Daraufhin wurde das Einsatzstichwort eskaliert und mehrere Feuerwehr- und Rettungsdiensteinheiten hierher alarmiert." Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen konnten drei Menschen nicht gerettet werden.

Großeinsatz mit rund 150 Kräften vor Ort

Nach ersten Informationen könnte ein Gefahrstoff ausgetreten sein, der zu dem Unglück führte. Das hessische Innenministerium erklärte, es bestehe die Möglichkeit, dass die betroffenen Personen nacheinander in eine Grube gestiegen und dort verunglückt seien. Während zunächst von einem unbekannten Gas ausgegangen wurde, stellten Einsatzkräfte später Schwefelwasserstoff fest – ein hochgiftiges Gas, das bereits in geringen Konzentrationen lebensgefährlich ist. "In der Grube befand sich ein zunächst unbekanntes Gas, weshalb auch entsprechend mit Bedacht an die Einsatzstelle herangegangen werden musste", so Schultheis.

Eine Gefahr für die Bevölkerung besteht nicht. Umfangreiche Messungen im Bereich Ellersweyer Weg und Kappesborder Berg ergaben keine Hinweise auf einen Gefahrstoffaustritt. Die Einsatzstelle wurde weiträumig abgesperrt, die Bevölkerung gebeten, Absperrungen unbedingt zu respektieren.

Der Einsatz gestaltete sich für die Rettungskräfte aufwendig: Rund 150 Einsatzkräfte waren vor Ort, darunter auch spezialisierte Einheiten wie der Gefahrstoffzug Limburg-Weilburg, die Dekontaminationseinheit und die GABC-Messgruppe. Mehrere Notärzte und drei Rettungshubschrauber unterstützten die Maßnahmen. Einsatzkräfte, die direkt mit den Verletzten in Kontakt standen, wurden dekontaminiert und vorsorglich untersucht, um eine mögliche Kontaminationsverschleppung zu verhindern.

Innenminister tief bewegt

Auch Bürgermeisterin Antje Hachmann äußerte sich zur Tragödie und dankte den Einsatzkräften: "Ich fühle mit allen Angehörigen und biete gerne Hilfe an. Meinen tiefsten Dank an alle Einsatzkräfte. Heute wird - aus traurigem Anlass - sehr deutlich wie wichtig unser Ehrenamt ist."

Die genauen Hintergründe des Unglücks sind laut dem Polizeipräsidium Westhessen weiterhin unklar, die Ermittlungen laufen. (mis/mmb/cb) +++

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