Mehr Sicherheit auf den Straßen

Drogen am Steuer und Tempoverstöße: Polizei mit Bilanz nach Blitzer-Kontrollen

Mit gezielten Verkehrskontrollen hat die Polizei Schlüchtern ihre Präsenz deutlich erhöht und dabei nicht nur Verstöße geahndet, sondern vor allem ein klares Signal gesetzt für mehr Sicherheit auf den Straßen der Region.
Fotos: Andreas Bejm

17.04.2026 / REGION MKK - Blaulicht, Kelle, kurze Blicke in den Verkehr: Wer in der vergangenen Woche im Bergwinkel unterwegs war, kam an ihnen kaum vorbei. Mit gezielten Verkehrskontrollen hat die Polizei Schlüchtern ihre Präsenz deutlich erhöht und dabei nicht nur Verstöße geahndet, sondern vor allem ein klares Signal gesetzt für mehr Sicherheit auf den Straßen der Region.



Kontrolliert wurde an neuralgischen Punkten mit hohem Verkehrsaufkommen, darunter die Hanauer Straße in Schlüchtern, die Bahnhofstraße in Steinau sowie die Lauterbacher Straße in Birstein. Gerade dort, wo täglich zahlreiche Fahrzeuge unterwegs sind, wollten die Beamten möglichst viele Verkehrsteilnehmer erreichen. In Birstein lag ein besonderer Fokus auf einer 30er-Zone nahe eines Pflegeheims, einem sensiblen Bereich, in dem jeder Kilometer pro Stunde über Leben und Gesundheit entscheiden kann.

Mit 60 Kilometern pro Stunde durch eine 30er-Zone gerast

Die Strategie dahinter ist klar. Präsenz zeigen, frühzeitig eingreifen und Unfälle verhindern. "Grundsätzlich geht es uns darum, präventiv zu arbeiten und das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken", erklärte Kontrollstellenleiterin Kristin Amos. Und die Zahlen sprechen für sich. Am häufigsten griffen die Beamten bei Geschwindigkeitsverstößen ein. Viele Autofahrer waren mit elf bis 15 Kilometern pro Stunde zu schnell unterwegs, Werte, die im Alltag oft unterschätzt werden, im Ernstfall jedoch schwerwiegende Folgen haben können. Ein Fahrer stach dabei besonders heraus. Mit rund 60 Kilometern pro Stunde raste er durch eine 30er-Zone.

Doch nicht nur das Tempo war ein Thema. Auch der Einfluss von Drogen spielte bei den Kontrollen eine Rolle. Besonders am Montag wurden die Beamten fündig. Drei Fahrer standen unter dem Einfluss von THC und wurden direkt aus dem Verkehr gezogen. Für sie ging es zur Dienststelle, wo Blutentnahmen durchgeführt wurden. Die Weiterfahrt wurde in allen Fällen untersagt.

Viele Bürger zeigten Verständnis

Im Verlauf der gesamten Woche summierten sich die Fälle. Insgesamt fünf Blutentnahmen wurden durchgeführt. Darunter befand sich auch ein E-Scooter-Fahrer, der unter dem Einfluss von THC unterwegs war. Auch für ihn endete die Fahrt unmittelbar. Hinzu kamen Verstöße wegen Handynutzung am Steuer sowie das Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes, scheinbare Kleinigkeiten, die im Ernstfall fatale Konsequenzen haben können.

Die Reaktionen auf die Kontrollen fielen überwiegend positiv aus. Viele Bürger zeigten Verständnis, einige suchten sogar aktiv das Gespräch mit den Einsatzkräften. Ein Dankeschön hier, ein anerkennendes Nicken dort zeigen, dass die Maßnahmen nicht nur kontrollieren, sondern auch Vertrauen schaffen. Klar ist aber auch: Trotz Legalisierung bleibt Cannabis am Steuer ein Risiko mit Folgen. Wer unter THC-Einfluss fährt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit 500 Euro Bußgeld, Punkten in Flensburg und einem Fahrverbot geahndet wird.

Am Ende bleibt eine Botschaft, die so einfach wie wichtig ist. Oder, wie es Kristin Amos auf den Punkt bringt: "Wir wollen die Leute nicht ärgern, sondern einen Lerneffekt erzielen, damit alle sicher ankommen." (Andreas Bejm) +++

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