Ehrenamt und Demokratie im Fokus
Hoher Besuch in der Marktgemeinde: Bouffier spricht Klartext
Fotos: Carina Jirsch
17.04.2026 / BURGHAUN -
Die Haunehalle war bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Marktgemeinde Burghaun am Donnerstagabend zu ihrem Empfang lud. Zum vierten Mal in Folge ehrte Bürgermeister Dieter Hornung (CDU) Bürgerinnen und Bürger, die sich durch besonderes Engagement oder herausragende Leistungen für ihre Gemeinde verdient gemacht haben – und zum ersten Mal stand der Abend auch ganz bewusst im Zeichen der Demokratie.
"Nach drei erfolgreichen Veranstaltungen ist der Empfang endlich im breiten Bewusstsein der Bevölkerung angekommen", sagte Hornung in seiner Begrüßungsrede. Der volle Saal gab ihm recht. Das Land Hessen unterstützte die Veranstaltung in diesem Jahr mit 4.000 Euro aus einem Förderprogramm.
Hornung nutzte seinen Redebeitrag auch, um über den Zustand der Demokratie zu sprechen. Der Zulauf zu den politischen Rändern sei eine Herausforderung, eine existenzielle Gefahr sehe er darin aber nicht – solange die Wahlbeteiligung stimme. "Wenn nur noch jeder Dritte wählen geht, ist unsere Demokratie wirklich gefährdet", mahnte er mit Blick auf die jüngste Stichwahl in Hanau. Sein Fazit: "Am Ende hat der Wähler immer recht – und genau deswegen muss Demokratie auch immer verteidigt werden."
Bouffier: "Das Ehrenamt ist der Kitt unserer Gesellschaft"
Als Gastredner des Abends konnte Burghaun den früheren hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier begrüßen. Er sprach über das Ehrenamt, die Kommunalpolitik – und die Sorgen, die ihn mit Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung umtreiben. Orientierung in unruhigen Zeiten
Bouffier sprach auch die Gründe an, warum Extremparteien Zulauf erhalten. In Zeiten von Krieg, globalen Krisen und einer Revolution der Kommunikation suchten Menschen Orientierung – und wandten sich an "die Politik", die aber genauso komplex sei wie die Lage selbst. "Ich kann verstehen, dass Menschen enttäuscht sind. Das ist keine Begründung, die Extremen zu wählen – aber es ist eine Erklärung. Und darum habe ich Angst um die Demokratie."