"Absätze sind rückläufig"
Tag des deutschen Bieres: Branche unter Druck - alkoholfreie Sorten im Trend
Foto: Marvin Myketin
23.04.2026 / REGION -
Wenn Sie an Deutschland denken, was denken Sie, zeichnet uns international aus? Klar - das deutsche Bier. Bereits seit 1516 besteht das bekannte Reinheitsgebot. Am 23. April wird dieser Meilenstein gefeiert. Wir haben ihn zum Anlass genommen, bei Hochstift nachzufragen: Was bewegt die Branche dieser Tage?
Ruth Klesper, Verkaufsleiterin beim Hochstiftlichen Brauhaus Fulda, lenkt gemeinsam mit ihrem Bruder die Geschicke der Traditionsbrauerei – bereits in vierter Generation. Hinter ihr steht ein gewachsener Verbund regionaler Brauereien: Neben dem Stammhaus in Fulda gehören das Will-Bräu in Motten, die Lauterbacher Burgbrauerei, die Alsfelder Bierspezialitäten, die Schlitzer Brauerei (Auerhahn-Bräu) sowie die Eschweger Klosterbrauerei dazu.
Schwieriges Marktumfeld
"Generell ist die Lage in der Branche aktuell schwierig, die Absätze sind bundesweit rückläufig", sagt Klesper. Besonders beim Pils spüre man diesen Wandel deutlich. Auch gesellschaftliche Trends hinterlassen ihre Spuren. "Junge Leute trinken immer weniger Alkohol, das sehen wir auch als Brauer in unserem Umfeld. Die Kampagnen wirken." Fitness und Gesundheitsbewusstsein prägen eine ganze Generation – eine Entwicklung, die Klesper nachvollzieht, der sie aber auch etwas entgegenzusetzen hat: "Ich hoffe, dass viele zurückfinden zu dieser Lebensfreude." Alkoholfrei auf dem Vormarsch
Hochstift hat früh auf alkoholfreie Alternativen gesetzt – und damit offenbar ins Schwarze getroffen. "Wir haben uns mit unseren alkoholfreien Biersorten solide auf dem Markt platziert, das wird auch angenommen." Ergänzt wird das Sortiment durch ein alkoholfreies Radler sowie das Original Spezi, den klassischen Cola-Orange-Mix, der unter Lizenz produziert wird.