Bilderserie von Hans-Hubertus Braune

Bundeskanzler Merz beim Lufthansa-Festakt: "Weniger Fliegen ist keine Option"

Die Lufthansa-Spitze hat sich unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU, Vierter von links) und Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU, Dritter von rechts) zum Festakt 100 Jahre Lufthansa eingeladen
Fotos: Hans-Hubertus Braune

15.04.2026 / FRANKFURT/M. - Mit einem Festakt hat die Lufthansa am Mittwoch ihr 100-jähriges Jubiläum gefeiert. Und das, obwohl die Zeiten mal wieder turbulent sind. Die geopolitischen Krisen fordern auch das Luftfahrtunternehmen heraus. Zu den Ehrengästen zählten Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU), Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sowie weitere Landesminister.



Bundeskanzler Friedrich Merz würdigte in seiner Rede die Bedeutung des Jubiläums: "Die Lufthansa ist fester Teil der Geschichte der Bundesrepublik und Schlüsselunternehmen für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Seit einem Jahrhundert verbindet sie Menschen und Märkte in aller Welt. Der Erfolg der Lufthansa ist vor allem das Verdienst von über 100.000 Lufthanseaten, die Tag für Tag, Stunde um Stunde dafür Sorge tragen, dass Passagiere und Fracht sicher ankommen. Ich wünsche der Lufthansa, dass sie auch in den nächsten 100 Jahren erfolgreich bleibt."

Schlüsselunternehmen der deutschen Wirtschaft

Die Lufthansa sei ein Schlüsselunternehmen für die deutsche Wirtschaft. "Weniger fliegen ist keine Option", sagte der Kanzler vor mehreren hundert Gästen aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft im Hangar One, dem neuen Konferenz- und Besucherzentrum der Lufthansa Group am Flughafen Frankfurt. Dazu brauche man nachhaltige, klimaschonende Technologien, niedrige Kosten und eine höhere Wettbewerbsfähigkeit. Er lobte zudem, dass das Unternehmen nun seine Rolle während des Naziregimes aufarbeiten werde.

Carsten Spohr, CEO der Lufthansa Group erklärte in seiner 15-minütigen Ansprache: "Vor 100 Jahren begann mit der Gründung der ersten Lufthansa eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Aus ihr ist unsere heutige Lufthansa Group hervorgegangen. Mit 110.000 Mitarbeitern in heute 14 Airlines, bei Lufthansa Cargo und Lufthansa Technik, an sechs Drehkreuzen in 5 Heimatmärkten im Herzen Europas. Als internationale Gruppe werden wir unserer Mission auch in Zukunft gerecht: Menschen, Kulturen und Volkswirtschaften auf nachhaltige Weise zu verbinden. Denn der Luftverkehr ist seit hundert Jahren eine Wachstumsbranche und wird es auch in Zukunft bleiben."

Der gut einstündige Festakt wurde mit fetziger Musik, einem Interview mit dem jüngsten Mitarbeiter der Lufthansa am Standort und einem Veteranen wohltuend aufgelockert. Inmitten der historischen Lufthansa-Flugzeuge Junkers Ju 52 und Lockheed Super Star, die aufwändig restauriert wurden und nun dauerhaft ausgestellt werden, wurde standesgemäß, aber nicht überzogen gefeiert. Für eine ausschweifende Sause sind die Zeiten zu unruhig.

"Selbstbezogenheit ersetzt Sozialpartnerschaft"

Neben den Krisenherden, welche gerade auch die Fluggesellschaften spüren, muss sich das Unternehmen mit zwei Arbeitskämpfen herumschlagen. Draußen vor dem Hangar demonstrierten rund 1.100 Lufthansa-Mitarbeiter für bessere Arbeitsbedingungen. Sie seien vom Vorstand enttäuscht. Dieser habe laut Medienberichten eine Schlichtung mit den Pilotenvertretern abgelehnt. Die Streiks führen zu vielen Flugausfällen. Trotzdem bleibt das Unternehmen bei seinem Standpunkt, wenn auch die Streiks eher ein Randthema des Festaktes waren. Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley, erklärte, dass die Lufthansa bei den Mitarbeitern "auf Ambition, auf Leistung, auf Teamgeist und Verantwortung" setze. "Offenbar tragen einige unserer Mitarbeiter ein anderes Gen in sich", sagte Kley. Es sei paradox, mit welcher Härte die Tarifkonflikte ausgetragen würden. "Selbstbezogenheit" ersetzt bei den Spartengewerkschaften "Sozialpartnerschaft".

Während Kanzler Merz gemeinsam mit CEO Spohr einen Blick in die Lockheed Super Star warf, gönnten sich die Festgäste Häppchen von Starkoch Johann Lafer. Derweil zogen die Streikenden bei strahlendem Sonnenschein wieder ab. In den vergangenen 100 Jahren musste auch die Lufthansa einige komplexe Herausforderungen meistern, dies wird sich auch nach dem Festakt mit Blick auf die nahe Zukunft kaum ändern.

Sehen Sie nachfolgend einige Eindrücke vom Festakt "100 Jahre Lufthansa" im neuen Hangar One, welcher übrigens im Frühsommer für die Öffentlichkeit geöffnet werden soll, von OSTHESSEN|NEWS-Fotograf Hans-Hubertus Braune. (hhb) +++

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