Nach neun prägenden Jahren

Generationswechsel bei der Kreishandwerkerschaft: Leipold übergibt an Henke

Gabriele Leipold prägte die Kreishandwerkerschaft Fulda über viele Jahre.
Archivfoto: O|N / Carina Jirsch

15.04.2026 / FULDA - Sie galt über Jahre als prägende Kraft hinter den Kulissen - nun beginnt ein neues Kapitel: Gabriele Leipold, langjährige Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft (KH) Fulda, zieht sich Schritt für Schritt aus der ersten Reihe zurück. Nach neun Jahren an der Spitze übergibt sie die Verantwortung an Lukas Henke, der am Dienstagabend von der Delegiertenversammlung zu ihrem Nachfolger gewählt wurde.



Leipold hat die Kreishandwerkerschaft in dieser Zeit maßgeblich geprägt. Mit großem Engagement trieb sie zahlreiche Neuerungen voran und machte das Handwerk in der Region sichtbarer denn je. Zu den herausragenden Projekten zählt das Groß-Event "Handwerk.Lokal.Erleben", das bereits zweimal Tausende Besucher ein ganzes Wochenende lang in die Fuldaer Innenstadt lockte.

Mit 65 Jahren sieht Leipold nun den richtigen Zeitpunkt gekommen, die Verantwortung in jüngere Hände zu legen. Ihr Nachfolger Lukas Henke war bereits seit Januar als stellvertretender Geschäftsführer tätig und kennt die Strukturen der Organisation.

Ein Berufsleben für das Handwerk

Gabriele Leipold wurde am 31. Mai 1960 in Fulda geboren und legte 1979 ihr Abitur an der Marienschule ab. Anschließend studierte sie Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Fulda und schloss 1985 als Diplom-Betriebswirtin ab. Erste berufliche Erfahrungen sammelte sie als Berater-Assistentin in einer Unternehmensberatung, bevor sie ab Herbst 1987 die betriebswirtschaftliche Beratung beim Fleischerverband Hessen übernahm.

Nach einer Familienpause mit drei Kindern kehrte sie 2010 in den Beruf zurück und arbeitete als Betriebswirtschaftliche Beraterin bei der Handwerkskammer Kassel. 2017 wechselte sie zur Kreishandwerkerschaft Fulda, wo sie ab Januar 2018 zunächst als stellvertretende Geschäftsführerin tätig war. Im Frühjahr 2019 übernahm sie zusätzlich die Geschäftsführung des Trägervereins für die Stufenausbildung der Bauwirtschaft Fulda e.V., der im August 2024 zur BBO Fulda Bildungszentrum Bau Osthessen gGmbH umgewandelt wurde.

Nach dem Ausscheiden von Dr. Herbert Büttner im Sommer 2019 führte Leipold die Kreishandwerkerschaft zunächst kommissarisch. Am 4. Dezember 2019 wurde sie schließlich offiziell zur Geschäftsführerin gewählt und trat ihr Amt am 1. Januar 2020 an.

Netzwerkerin mit klarer Vision

Leipold setzte in ihrer Amtszeit klare Schwerpunkte: Fachkräfte-Akquise, Nachwuchsgewinnung und eine stärkere Serviceorientierung der Kreishandwerkerschaft. Auch das Magazin der Organisation wurde unter ihrer Leitung modernisiert. Ihr Engagement reichte weit über interne Strukturen hinaus - sie knüpfte enge Verbindungen zu Kommunen, Schulen sowie zur Stadt und dem Landkreis Fulda.

Kreishandwerksmeister Thorsten Krämer würdigt die Zusammenarbeit mit deutlichen Worten: "eine Frau, die für das Handwerk brennt und lebt". Er blickt auf eine intensive gemeinsame Zeit zurück: "Wir haben Seite an Seite gearbeitet, im Schulterschluss immer an einem Strang gezogen - auf sie war immer Verlass". Besonders das Event "Handwerk.Lokal.Erleben" hebt er hervor - "ihr Baby", wie er es nennt.

Große Anerkennung aus den Reihen des Handwerks

Auch Michael Wißler, stellvertretender Kreishandwerksmeister und Beiratsvorsitzender der BBO Fulda Bildungszentrum Bau Osthessen gGmbH, hebt Leipolds Leistung hervor. Sie habe die Kreishandwerkerschaft in einer schwierigen Phase übernommen und neu ausgerichtet: "Das hat sie mit Bravour gemeistert." Besonders ihr Einsatz und ihre Arbeitsweise seien außergewöhnlich gewesen: "Sie kennt keine Fünf-Tage-Woche". Die Zusammenarbeit mit den Innungsbetrieben beschreibt er als "sehr freundschaftlich und vertrauensvoll".

Ganz verabschieden wird sich Leipold jedoch noch nicht: Bis Ende des Jahres bleibt sie der Kreishandwerkerschaft als Senior-Koordinatorin für spezielle Aufgaben der Geschäftsführung erhalten. In dieser Funktion führt sie auch weiterhin die Geschäfte der BBO Fulda Bildungszentrum Bau Osthessen gGmbH.

Neuer Geschäftsführer will Erfolg fortsetzen

Mit Lukas Henke übernimmt nun ein 31-Jähriger die Leitung der Kreishandwerkerschaft Fulda. Er bedankte sich nach seiner Wahl für das Vertrauen und kündigte an, die erfolgreiche Arbeit seiner Vorgängerin weiter auszubauen. Henke bringt bereits umfangreiche Erfahrung mit: Zuletzt war er als Geschäftsstellenleiter des Landesinnungsverbands des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks Hessen sowie als Referent für Betriebswirtschaft und Tarifwesen beim Bundesverband Deutscher Steinmetze in Frankfurt tätig.

Henke lebt in Bad Salzschlirf, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern - und steht nun vor der Aufgabe, die erfolgreiche Entwicklung der Kreishandwerkerschaft in den kommenden Jahren weiterzuführen. (pm/cb) +++

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