Wer ist betroffen?

Neue Streikwelle bei Lufthansa: Passagiere müssen sich auf Chaos einstellen

Erneuter Streik: Bei der Lufthansa drohen neue massive Einschränkungen.
Fotos: 5VISION.NEWS

15.04.2026 / FRANKFURT AM MAIN - Die Lage bei der Lufthansa bleibt angespannt - und für Reisende wird sie immer unübersichtlicher. Kaum ist ein Streik beendet, kündigt sich schon der nächste an. Nun ruft die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit erneut zu Arbeitsniederlegungen auf. Für viele Fluggäste bedeutet das: erneute Unsicherheit, Verspätungen und zahlreiche Ausfälle.



Geplant sind die nächsten Streiks für Donnerstag und Freitag. Betroffen sind dabei die Kernmarke Lufthansa, die Frachttochter sowie die Regionalgesellschaft CityLine. Auch beim Ferienflieger Eurowings soll es am Donnerstag zu Ausfällen kommen. Bestreikt werden vor allem Flüge, die von deutschen Flughäfen starten - Verbindungen in den Nahen Osten sollen dagegen nicht betroffen sein.

Gewerkschaft erhöht den Druck im Tarifkonflikt

Die Gewerkschaft macht deutlich, warum sie den Druck weiter erhöht. Andreas Pinheiro, Präsident der Vereinigung Cockpit, erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: "Die Lage ist unverändert - es gibt keinerlei Bewegung seitens der Arbeitgeber." Konkret gehe es um fehlende Angebote bei der Altersversorgung sowie bei der Bezahlung. Pinheiro kritisierte weiter: "Weder liegt bei Lufthansa und Lufthansa Cargo ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vor, noch gibt es bei Lufthansa CityLine ein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag oder bei Eurowings zur betrieblichen Altersversorgung."

Lufthansa zeigt sich offen für Lösungsgespräche

Trotz der verhärteten Fronten gibt es zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer. Die Gewerkschaft schlägt ein Schlichtungsverfahren vor, um den festgefahrenen Konflikt zu lösen. Auch die Lufthansa zeigt sich offen dafür. Ein Unternehmenssprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Eine Schlichtung kann ein guter Weg aus diesem Konflikt sein, wenn sie gesamthaft alle Tarifthemen einbezieht, um eine nachhaltige Befriedung zu erreichen."

Am Flughafen Frankfurt sind die Auswirkungen bereits deutlich spürbar. Parallel zu den Pilotenstreiks sorgt auch ein Ausstand des Kabinenpersonals für massive Einschränkungen. Zahlreiche Maschinen bleiben am Boden, zusätzliche Abstellflächen mussten eingerichtet werden. Der Flugbetrieb ist stark reduziert, einzelne Start- und Landebahnen werden zeitweise nicht genutzt. Hunderte Verbindungen könnten ausfallen.

Die Serie an Arbeitskämpfen trifft die Lufthansa dabei zu einem symbolträchtigen Zeitpunkt: Ausgerechnet rund um den 100. Jahrestag der Airline wird der Betrieb immer wieder lahmgelegt. OSTHESSEN|NEWS ist zum runden Geburtstag ebenfalls in Frankfurt und berichtet später ausführlich. (Constantin von Butler) +++

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