Der TTC auf dem Frauenberg

"Ping pong Halleluja!": Sportlicher Gottesdienst sorgt für Begeisterung

Ungewöhnlicher Gottesdienst: Tischtennis trifft auf Glauben in der Klosterkirche auf dem Frauenberg.
Alle Fotos: Martin Engel

15.04.2026 / FULDA - Sport trifft auf Glauben – und das mitten in der Klosterkirche auf dem Frauenberg: Am Dienstagabend wurde der Hoch-oben-Gottesdienst zu einer ungewöhnlich dynamischen Veranstaltung. Gemeinsam mit Zelebrant Bruder Michael Blasek hatten der TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell und der Inklusionssportverein "Jeder ist anders" einen Abend gestaltet, der so wohl niemand erwartet hatte.



Schon beim Betreten der Kirche bot sich den Besuchern ein überraschendes Bild: Direkt vor den Stufen zum Altar stand eine kleine Tischtennisplatte. Zwei Spieler lieferten sich dort einen Ballwechsel, die kleine weiße Kugel flog mit dem typischen "Ping-Pong"-Geräusch hin und her. Parallel dazu erklärte eine dritte Person vom TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell die wichtigsten Begriffe aus dem Tischtennis – Aufschlag, Topspin, Schmetterball, Netzroller.

Sport als Ausdruck von Gemeinschaft und Vielfalt

Was auf den ersten Blick ungewöhnlich wirkte, hatte jedoch einen klaren Hintergrund. Die Szene stand ganz im Zeichen des Mottos "ping pong HALLELUJA! Das Leben gewinnt". Dass Sport und christlicher Glaube durchaus zusammenpassen, machte Daniel Plappert vom Verein "Jeder ist anders" deutlich: "Gott hat uns als bunte Truppe zusammengestellt und wir spielen uns die Bälle zu. Jeder ist anders, aber am Ende zählt das Halleluja des Miteinanders."

Der Inklusionssportverein feiert in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag und blickt auf eine beeindruckende Entwicklung zurück. Rund 240 Mitglieder mit und ohne Behinderung nehmen inzwischen am vielfältigen Sportangebot teil. Ob Badminton, Boccia, Bogenschießen, Darts, Fußball, Reha-Sport, Tischtennis oder Voltigieren – die Möglichkeiten sind breit gefächert. Besonders wichtig ist dabei: Auch die Vereinsarbeit selbst ist inklusiv gestaltet. Der Verein gilt als Modell für inklusiven Sport in der Region Fulda und verfolgt das Ziel, durch gemeinsame Aktivitäten Begegnungen zu schaffen, aus denen Freundschaften entstehen und Barrieren in den Hintergrund rücken.

Sportliche Gemeinschaft im Gottesdienst erlebbar

Im Gottesdienst selbst wurde diese Idee greifbar. Mitglieder des Vereins berichteten, was ihnen der gemeinsame Sport bedeutet. "Für mich bedeutet es, dass man in einer Gruppe mit anderen Menschen zusammen etwas spielen kann. Es bedeutet für mich auch, dass man an Turnieren teilnehmen und so auch andere Vereine kennenlernen kann", sagte Florian Merx. Christina Ebert, die seit mehreren Jahren als Übungsleiterin im Bogenschießen aktiv ist, ergänzte: "Das Wichtigste sind die gemeinsamen Erlebnisse und Erfahrungen, die jeder macht – eine wertvolle Bereicherung." Besonders Menschen mit Behinderung seien mit großer Begeisterung dabei und würden diese auf die gesamte Gruppe übertragen: "Durch ihre unkomplizierte Art bringen sie viel Spaß und Freude in die Gruppe."

Auch in den Fürbitten spiegelte sich das sportliche Thema wider. Begriffe wie Fairness, Ausdauer, Energie und Teamgeist fanden ihren Platz und wurden von Zelebrant Bruder Michael Blasek im Gebet aufgegriffen. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von Sophia Mans (Gesang) und Yannik Helm (Keyboard).

Kooperation für mehr Vielfalt und Begegnung

Zum Abschluss blickte Mathis Wilhelm vom TTC Rhönsprudel auf die enge Zusammenarbeit mit antonius und dem Verein "Jeder ist anders". Der Jugendtrainer betonte die stetige Weiterentwicklung der Kooperation und unterstrich deren Zielsetzung: "Dabei geht es uns darum, Begegnungen zu schaffen, Vorurteile abzubauen – damit Menschen lernen, dass Vielfalt normal ist."

Nach dem offiziellen Teil klang der Abend in entspannter Atmosphäre aus. Franziskaner-Pater Cornelius Bohl lud die Besucherinnen und Besucher dazu ein, bei einem gemeinsamen Imbiss und Getränken zusammenzukommen und den besonderen Gottesdienst Revue passieren zu lassen. (pm/cb) +++

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