Endlich gilt das Verkaufverbot!
Lachgas ist kein Partygag, sondern eine gefährliche Droge
picture alliance/dpa | David Hammersen
14.04.2026 / REGION -
Lachgas gilt in der öffentlichen Wahrnehmung häufig noch immer als harmlose Substanz. Tatsächlich verbirgt sich hinter dem vermeintlich ungefährlichen "Partygag" jedoch eine ernstzunehmende Droge mit erheblichen gesundheitlichen Risiken. Insbesondere für Kinder und Jugendliche kann die Gefahr der Droge groß sein. Gerade in dieser Altersgruppe hat sich Lachgas in den vergangenen Jahren zunehmend als Mittel zur Erzeugung eines kurzfristigen Rauschzustands etabliert. Begünstigt wurde diese Entwicklung vor allem durch die bislang einfache Verfügbarkeit über Lebensmittelgeschäfte und den Onlinehandel.
Konsumiert wird Lachgas in der Regel durch Inhalation. Häufig wird es in Luftballons gefüllt und anschließend eingeatmet. Die Wirkung tritt schnell ein und äußert sich in einem kurzen, aber intensiven Rauschzustand, der mit Euphorie, Entspannung und veränderter Wahrnehmung einhergehen kann. Gerade diese kurzfristige und scheinbar kontrollierbare Wirkung trägt zur Attraktivität der Substanz bei, insbesondere im Partykontext. Doch genau hier liegt die Gefahr: Die vermeintliche Harmlosigkeit täuscht über die erheblichen Risiken hinweg.
Bereits beim einmaligen Konsum kann Lachgas schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen. Dazu zählen Bewusstlosigkeit, epileptische Anfälle und in schwerwiegenden Fällen Atemlähmungen. Ursache ist die direkte Wirkung der Substanz auf das zentrale Nervensystem. Besonders gefährlich wird der Konsum im Mischgebrauch mit Alkohol oder anderen Drogen, da sich die jeweiligen Effekte gegenseitig verstärken können.
Allerdings bleibt die konsequente Umsetzung entscheidend. Kritisch zu betrachten ist, dass sich die Einführung des Gesetzes, ursprünglich bereits unter dem damaligen Gesundheitsminister Karl Lauterbach angestoßen, durch politische Querelen, unter anderem im Zuge des Endes der sogenannten Ampel-Koalition, hinausgezögert hat.
Das Verbot von Lachgas für Minderjährige ist ein längst notwendiger Schritt, um einer wachsenden gesundheitlichen Gefahr zu begegnen. Dennoch kann es nur ein Teil der Lösung sein. Aufklärung über die Risiken sowie präventive Maßnahmen bleiben essenziell, um insbesondere Jugendliche für die Gefahren dieser unterschätzten Droge zu sensibilisieren. (Adrian Böhm) +++