Vandalismus oder Fehlentsorgung?

Dauerproblem in Engelhelms? Bewohner klagen über vermüllte Altkleiderbox

Am Sonntag beschwerte sich eine O|N-Leserin über die Zustände am Altkleidercontainer in Engelhelms.
Fotos: Rene Kunze

15.04.2026 / KÜNZELL - "Ich möchte mich über die wiederholt katastrophalen Zustände an der Altkleiderbox in Engelhelms beschweren" - diese Nachricht erreichte unsere Redaktion am Sonntagabend. Die OSTHESSEN|NEWS-Leserin spricht von der Malteser-Altkleiderbox in der Edelzeller Straße im Ortsteil der Gemeinde Künzell. Schnell wird dabei klar: Einmalig ist dieser Vorfall nicht.



"Die Box selbst ist stark beschädigt und in einem sehr schlechten Zustand. Zudem liegen regelmäßig große Mengen an Kleidung unkontrolliert und lose rund um den Container verteilt – teilweise in besonders extremem Ausmaß. Dieses Erscheinungsbild ist weder ansprechend noch hygienisch und stellt aus meiner Sicht ein erhebliches Ärgernis dar", beschwerte sich die Leserin. Auch für Ortsvorsteher Björn Böhm ist das ein bekanntes Problem. Er machte sich vor Ort selbst ein Bild von der Lage. Positiv ist: Am Montagnachmittag ist der Kleiderhaufen vor dem Container schon mal verschwunden und stark beschädigt sei die Box nicht.

Für Böhm bestehe das Problem aus mehreren Komponenten: "Die Boxen werden nicht häufig geleert, weshalb sich schnell etwas ansammelt." Für ihn liege dabei der Verantwortungsbereich bei den Maltesern, der "die Leerungszeiten definitiv überdenken sollte." Hinzu kommt außerdem, dass viele Menschen nicht wissen, was in die Altkleidercontainer gehört und was schlussendlich im Hausmüll landen sollte. Deshalb hier ein kleiner Crashkurs.

Das darf in den Altkleidercontainer: gut erhaltene Kleidung, paarweise gebündelte Schuhe, Handtücher, Hüte, Mützen, Gürtel und Taschen. Das muss in den Hausmüll: stark verschmutzte, ölige oder farbbeschmierte Kleidung, nasse oder modrige Textilien, zerschlissene Kleidung (die nicht mehr als Putzlappen taugt), Teppiche, Polster, Matratzen, Skischuhe, Rollschuhe.

Keine konkrete Lösung in Sicht

Auch die Malteser meldeten sich auf die O|N-Anfrage. "Sobald wir eine Schadensmeldung erhalten haben, wissen wir mehr zum genauen Schadensbild. Ein uns vorliegendes Foto lässt erahnen, dass wahrscheinlich der Schlossriegel der Entnahmeklappe angebohrt wurde", antwortete Nina Schauerte, Referentin für Kommunikation, Marketing und PR, im Namen der Malteser.

Anders als die Leserin und der Ortsvorsteher ist sie der Meinung, so etwas trete nicht häufiger auf. "Wenn Container beschädigt werden, ist es meistens im Bereich der Entnahmeklappe. Wir vermuten, dass dann versucht wird, eingeworfene Kleidung zu entwenden. Wenn so ein Fall eintritt, werden von uns und unserem Partner FWS jeweils bewährte Routinen angewendet: Zunächst wird geprüft, ob der Container vor Ort repariert oder abtransportiert und durch einen Ersatz-Container ersetzt werden muss. Wenn im Einzelfall am gleichen Standort mehrmals hintereinander Container beschädigt werden, wird dieser Stellplatz geräumt und die Container werden an sichere Stellplätze umgesetzt."

Wie es jetzt allerdings langfristig weitergeht, konnte unserer Redaktion konkret niemand sagen. Dafür hatte aber die Leserin einige konkrete Ideen: "Eine Umsetzung der Altkleiderbox in die Nähe des Bürgerhauses in Engelhelms könnte sinnvoll sein. Dort wäre der Standort deutlich besser einsehbar, insbesondere in Kombination mit Altglascontainern. Eine höhere soziale Kontrolle könnte Vandalismus und Vermüllung reduzieren. Sollte eine Verlagerung nicht möglich sein, wäre es sinnvoll, den Standort aufzuwerten. Dazu zählen: Austausch der beschädigten Container durch neue, das Aufstellen eines zweiten Containers zur Entlastung oder die Installation einer Überwachungskamera zur Prävention von Vandalismus und illegaler Müllablagerung."

Wie es mit dem Standort der Altkleiderbox weitergeht, ist noch offen. Die Malteser prüfen zunächst den Schaden und mögliche Maßnahmen. Klar ist jedoch: Anwohner und Ortsbeirat wünschen sich eine Lösung, die Vermüllung und Vandalismus künftig verhindert. Bis dahin bleibt die Hoffnung auf mehr Rücksichtnahme beim Entsorgen der Kleidung. (mis) +++

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