Lkw-Ladung an Equipment

Hüpfburg-Betrug im Vogelsberg: Fuldaer Unternehmer verliert 25.000 Euro

Stellen Sie sich vor: Sie vermieten Hüpfburgen, Beachvolleyballfelder und Festausstattung im Wert von 25.000 Euro an einen vermeintlichen Sportverein - und als Sie am nächsten Tag zur Abholung kommen, ist alles spurlos verschwunden.
Archivbilder: Gerrit Schwendner

13.04.2026 / FULDA/SCHLITZ - Stellen Sie sich vor: Sie vermieten Hüpfburgen, Beachvolleyballfelder und Festausstattung im Wert von 25.000 Euro an einen vermeintlichen Sportverein - und als Sie am nächsten Tag zur Abholung kommen, ist alles spurlos verschwunden. Genau das ist einem Fuldaer Unternehmer passiert.



Getroffen hat es Gerrit Schwendner von der Gerrit Entertainment GmbH & Co. KG aus Fulda - er und seine Frau Patricia sind bekannte Gesichter in der Region. Wir sprechen Gerrit Schwendner auf dem Rückweg nach Fulda, just nachdem er sich in Schlitz-Pfordt (Vogelsbergkreis) selbst ein Bild von der Lage gemacht hat. Am Vortag war er noch aus dem Urlaub in den USA zurückgekehrt.

Ein Schwerpunkt von Gerrit Entertainment ist die Vermietung von sogenannten "Spaßgeräten" - darunter Hüpfburgen und Bullriding-Attraktionen. Mitten in der Woche klingelte das Telefon: Ein vermeintlicher Vertreter des Sportvereins in Pfordt meldete sich. Man wolle am Wochenende ein großes Fest veranstalten und benötige Kinderunterhaltung. Bestellt wurden etwa: ein aufblasbares Beachvolleyballfeld, eine Hüpfburg, eine aufblasbare Slackline, eine Slush-Ice-Maschine sowie Fußball-Dart. Die Lieferung sollte an den Sportplatz in Pfordt erfolgen.

Zwei Männer nahmen das Equipment entgegen

Es gab einen Mietvertrag - ausgestellt auf den Namen "Jean Urban", angeblich ein Mitglied des hiesigen Sportvereins. Der Vertrag wurde per E-Mail unterschrieben zurückgeschickt. Am Freitag fuhr ein Mitarbeiter gegen 15 Uhr zum Sportplatz, um das Equipment zu liefern. Dort traf er auf zwei Männer - einen jüngeren und einen älteren - und lud das Material gemeinsam mit ihnen ab. Das Team ließ sogar noch einen Hubwagen vor Ort, um das Entladen zu erleichtern. Allein die Hüpfburg bringt rund 300 Kilogramm auf die Waage.

Da für die Nacht zum Sonntag Regen angesagt war - Nässe verursacht Extrakosten - bot Schwendner an, das Material bereits am Samstag um 18 Uhr abzuholen, statt wie ursprünglich geplant erst am Sonntag. Nach einem weiteren Telefonat gab es die Zusage.

Kein Fest, keine Menschen, kein Material

Als Schwendners Mitarbeiter am Samstag zur vereinbarten Abholzeit erschien: kein Fest, keine Menschen, kein Material. Er rief umgehend Dominik Susemichel, Vorsitzenden des FSV Pfordt 1971 e. V., an - und erlebte eine böse Überraschung: "Wir haben weder gestern, noch heute, noch morgen ein Fest. Und den Jean Urban gibt es bei uns auch nicht." Der Schaden: schätzungsweise rund 25.000 Euro - so Schwendner.

Schwendner selbst ist fassungslos: "Das ist echt der absolute Kracher. Das habe ich in 30 Jahren noch nie gehört oder erlebt. Das lädt man auch nicht einfach mit zwei Mann in einen Sprinter." Er geht davon aus, dass das Material ins Ausland verbracht werde. "Die Chance, das wiederzubekommen, geht gegen null. Aus meiner Sicht muss das aus langer Hand geplant gewesen sein." Die Handynummern der vermeintlichen Veranstalter seien inzwischen nicht mehr vergeben. "Um das zu transportieren, braucht es mindestens einen kleinen Lkw. Da hat sich einer eine Komplettausstattung geklaut - ein Rundum-sorglos-Paket."

"Wir sind aus allen Wolken gefallen"

Auch Susemichel ist erschüttert: "Wir sind aus allen Wolken gefallen. Bitte - wer, was, wo? Wir haben gar keine Veranstaltung gehabt. Wie dreist die Leute mittlerweile sind." Er weist zudem darauf hin, dass zum Zeitpunkt der Lieferung parallel Jugendtraining auf dem Platz stattfand.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Eine Anzeige wurde erstattet. Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich beim Polizeipräsidium Osthessen zu melden. (Moritz Bindewald) +++

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