Wie geht es weiter?
Feuerwehr ohne Führung: Keinen neuen Gemeindebrandinspektor gefunden
Fotos: Feuerwehr Nentershausen
14.04.2026 / NENTERSHAUSEN -
Die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Nentershausen steht vor einer ungewohnten Situation: Trotz eines insgesamt ruhigen, aber dennoch anspruchsvollen Jahres bleibt die wichtigste Frage offen. Bei den Neuwahlen konnten weder ein Gemeindebrandinspektor noch ein Stellvertreter gewählt werden.
Die entscheidenden Neuwahlen verliefen ohne Ergebnis: Weder für das Amt des Gemeindebrandinspektors noch für die Stellvertretung konnte ein Kandidat gewonnen werden. Damit steht die Feuerwehr aktuell ohne gewählte Führung da.
Der Kreisbrandinspektor Marco Kauffunger machte in seinen Grußworten die rechtliche Lage deutlich: Innerhalb von zwei Monaten muss eine erneute Wahl stattfinden. Sollte auch dann keine neue Führung gefunden werden, ist der Gemeindevorstand verpflichtet, eine Feuerwehrführung zu benennen.
Abschied der Führung – und keine Nachfolge in Sicht
Ein besonderer Moment der Jahreshauptversammlung war der Abschied der bisherigen Führungsspitze: Christian Löffler, fünf Jahre Stellvertretender und acht Jahre Gemeindebrandinspektor, sowie sein Stellvertreter Gabriel Beck, der das Amt drei Jahre innehatte, legten ihre Funktionen bereits zu Beginn des Jahres nieder. Ein Schritt, der, wie auch öffentlich berichtet wurde, nicht aus der Feuerwehr selbst heraus entstand."13 Jahre Feuerwehr in Verantwortung, das hinterlässt Spuren, nicht nur in der Feuerwehr, sondern auch bei mir und vor allem bei meiner Familie, vor allem meinen Kindern. Ich möchte mich bei euch entschuldigen für die viele Zeit, in der ich gefehlt habe." Er dankte seiner Familie für den Rückhalt und seinem Stellvertreter für eine "starke, vertrauensvolle und freundschaftliche Zusammenarbeit".
Die Feuerwehr in Zahlen
Bei 27 Einsätzen – darunter 9 Brandeinsätze, 9 technische Hilfeleistungen, 4 Fehlalarme und 4 Brandsicherheitsdienste – leisteten die Einsatzkräfte über 1.200 Stunden ehrenamtlichen Dienst für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. Die Feuerwehr zählt aktuell 233 Mitglieder, davon 120 Einsatzkräfte, 62 Jugendliche, 18 Kinder sowie 33 Angehörige der Alters- und Ehrenabteilung. Der Frauenanteil in der Einsatzabteilung stieg auf 21 Prozent.Neben dem Einsatzdienst prägten zahlreiche Veranstaltungen das Feuerwehrjahr, darunter der Gemeindefeuerwehrtag in Mönchhosbach, die Blaulichtmeile in Obersuhl sowie mehrere kreisweite Termine.
Spende übergeben
Ein emotionaler Moment: Löffler überreichte – wie bereits im abgelaufenen Jahr angekündigt – eine Spende von 300 Euro seines Arbeitgebers, der Sprint Sanierung GmbH, an die Gemeindejugendfeuerwehr. Ein starkes Zeichen für die Nachwuchsarbeit, die ihm während seiner gesamten Amtszeit ein Herzensanliegen war. Mit großem Applaus würdigte die Versammlung die Leistungen aller Geehrten sowie die Arbeit der scheidenden Führung.Grußworte und Dank an die scheidende Führung überbrachten Kreisbrandinspektor Marco Kauffunger, Kreisjugendfeuerwehrwart Stephan Allbracht, 1. Vorsitzender Förderverein Gemeindejugendfeuerwehr Nentershausen Joachim Fernau, DRK Ortsverband Obersuhl Thomas Gliem. Neben den ernsten Themen blieb aber auch Raum für Anerkennung und Dank.
Für langjährige Verdienste wurden ausgezeichnet:
Anerkennungsprämien:Tobias Kohler für 10 Jahre aktiven Dienst (OT Mönchhosbach)
Thilo Jacobi für 40 Jahre aktiven Dienst (OT Bauhaus)
Brandschutzehrenzeichen:
Janusz Cebula - Silber für 25 Jahre aktiven Dienst (OT Bauhaus)
Manfred Feiler - Gold für 40 Jahre aktiven Dienst (OT Bauhaus)
Beförderungen:
Die stellvertretende Wehrführerin Dorothea Rohrbach OT Süß wurde zur Brandmeisterin befördert.
Der scheidende stellvertretende Gemeindebrandinspektor Gabriel Beck wurde zum Hauptbrandmeister befördert.
Am Ende bleibt ein Abend, der vieles vereint hat: Stolz auf das Geleistete, große Dankbarkeit – aber auch die klare Erkenntnis, dass die Zukunft der Feuerwehr aktuell offen ist.
Oder, wie es in der Versammlung sinngemäß hieß: Die Feuerwehr ist weit mehr als Technik und Einsätze – sie ist Gemeinschaft, Verantwortung und ein Stück Heimat. (pm/cb) +++