Krankenkasse: "Sorgen unbegründet"
Im Vergleich wird spürbar: Das Apotheken-Problem in Osthessen wächst!
Archivfoto: O|N / Rene Kunze
12.04.2026 / REGION -
Die Wege zur nächsten Apotheke sind in Hessen oft kurz - zumindest auf den ersten Blick. Eine aktuelle Auswertung zeigt: Ein Großteil der Bevölkerung erreicht die nächste Anlaufstelle für Medikamente schnell. Doch hinter den Zahlen verbirgt sich ein deutlich differenzierteres Bild - gerade auch in Osthessen.
Im Schnitt liegt die Entfernung zur nächsten Apotheke in Hessen bei rund 1,3 Kilometern. Besonders in Städten wie Frankfurt ist die Versorgung dicht: Dort beträgt der Weg teilweise nur etwa 500 Meter. Ganz anders sieht es jedoch in ländlichen Regionen aus - etwa in den Landkreisen Vogelsbergkreis oder Hersfeld-Rotenburg. Hier müssen Bürger im Schnitt deutlich längere Strecken zurücklegen, teils fast drei Kilometer.
Krankenkasse sieht Versorgung gesichert
Aus Sicht der Krankenkasse Barmer ist die Lage trotz sinkender Apothekenzahlen weiterhin stabil. "Die Analyse des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung zeigt, dass der weit überwiegende Teil der Menschen in Hessen wohnortnah eine Apotheke erreicht", erklärte Barmer-Landeschef Martin Till gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA).Apotheker warnen vor Problemen im Alltag
Ganz anders fällt die Einschätzung des Apothekerverbands aus. Dort wird vor allem auf die Situation im ländlichen Raum hingewiesen. Bereits jetzt müssten etwa zehn Prozent der Menschen deutlich längere Wege in Kauf nehmen - teilweise zwischen sechs und 16 Kilometern.Besonders kritisch: In mehr als 170 Kommunen hängt die Versorgung aktuell nur noch an einer einzigen Apotheke. Sollte diese schließen, würde sich die Lage für viele Menschen deutlich verschärfen.
Entwicklung bleibt im Blick
Die Zahl der Apotheken in Deutschland geht seit Jahren zurück. Ende 2025 gab es bundesweit noch 16.601 Betriebe - deutlich weniger als zuvor. Auch wenn die Versorgung derzeit vielerorts funktioniert, zeigt die Diskussion: Vor allem auf dem Land könnte sie in Zukunft fragiler werden. (Constantin von Butler) +++