Freier Fotograf, Grüner Franke, Genussmensch
O|N gratuliert Walter M. Rammler: "Herzlichen Glückwunsch zum 70.!"
Happy Birthday, lieber Walter, alles Gute zum 70. Geburtstag!
Archivfotos: O|N
12.04.2026 / FULDA -
Er ist bekannt wie ein bunter Hund, dabei ist er doch durch und durch grün: der weit über Fulda hinaus renommierte Fotograf und Grünen-Politiker Walter M. Rammler, der am 10. April seinen 70. Geburtstag feiern durfte. Egal, wo in Fulda und Umgebung etwas los ist: Walter ist - häufig mit außergewöhnlichen Kopfbedeckungen - vor Ort und hat natürlich seine Kamera, sein Fahrrad mit grüner Holzkiste auf dem Gepäckträger und manchmal auch selbstgebackenes Brot dabei.
Stur kann er sein, seinen fränkischen Dickkopf will er gerne durchsetzen und eckt auch ohne Scheu mal an. Aber sein leidenschaftliches Engagement als Fotograf und Aktivist findet auch parteiübergreifend Anerkennung - ganz abgesehen von den vielen erfolgreichen Ausstellungen, die seine fotografischen Künste weit über die Region Osthessen hinaus bekannt gemacht haben.
O|N gratuliert ganz herzlich zum runden Geburtstag und wünscht Walter noch viele weitere aktive Lebensjahre, in denen er seine Umgebung mit seinem kreativen Talent, seiner Spontanität und seinen wunderbaren Ideen begeistert und inspiriert!
Lebensgroße Schwarz-Weiß-Porträts von Fuldaer Bürgern, atemberaubende Landschaftsaufnahmen aus aller Welt, glückliche Hochzeitspaare am schönsten Tag ihres Lebens – diese und unzählige weitere Motive stammen aus seinem Repertoire. "100 Menschen einer Stadt" lautete der Titel einer der wohl bekanntesten Aktionen des Fotografen und Fotokünstlers Walter M. Rammler. Im Jahr 2001 hatte er dazu Frauen und Männer aus Fulda porträtiert – Studierende, Angestellte, Künstler, Unternehmer und viele andere. Er wollte an diesen Beispielen zeigen, welche Menschen das Bild der Stadt prägen. Es sollte eine Momentaufnahme werden, ein Zeitdokument, das die Ahnen Fuldas zeigt. Die lebensgroßen Schwarz-Weiß-Fotos wurden im Vonderau Museum ausgestellt und waren dort ein großer Publikumserfolg. Damals war Walter Rammler zwar schon seit sechs Jahren in seinem eigenen Atelier aktiv. Doch spätestens nach diesem Projekt konnte wohl jeder Fuldaer Bürger etwas mit seinem Namen verbinden.
In seinem Atelier am Luckenberg setzte er die Ideen seiner Kunden in vielen fotografischen Bereichen um: Landschaft, People, Hochzeit, Nude, Porträt, Familie, Food und Architektur sind die Gebiete, die zu seinem Repertoire gehören.
Schon als Kind hat sich Walter Rammler mit Fotografie beschäftigt. Nach einer Lehre als Maschinenbauer und Mechaniker besuchte er Ende der 70er Jahre die Fachoberschule für Gestaltung, die Fotografie war längst zu seiner Leidenschaft geworden. Zum Beruf wurde sie dann 1978. Damals ging Rammler als Fotoassistent von Wolfram Scheler nach Nürnberg. Nach Fulda kam er einige Jahre später als Fotodesigner für eine Werbeagentur. "Der Schritt in die Selbstständigkeit folgte dann 1995", erzählt Rammler. "Von den abziehenden amerikanischen Streitkräften erwarb ich ein ehemaliges Kino im heutigen Münsterfeld und gründete dort mein erstes Atelier."
Teils waren es außergewöhnliche Projekte, wie die 100-Menschen-Ausstellung, die Rammler bekannt machten. Teils seine Reise- oder Architekturfotografie. Stets hat er neue Perspektiven und Facetten für die Aufnahmen gesucht. Eine wichtige Rolle spielte dabei auch die Digitaltechnik. "Mir war es immer wichtig zu zeigen, dass die digitale Fotografie nicht nur vielfältige Werke ermöglicht, sondern auch hohe Qualität", sagt er. Schon in den 90er Jahren war er mit digitalem Equipment wie einer Hasselblad Rückwand unterwegs. Auch der Arbeitskreis Digitale Fotografie (ADF) wurde schnell auf Rammler aufmerksam und lud ihn regelmäßig auf die CeBIT ein, um dort über seine Erfahrungen zu berichten.
16 Jahre lang arbeitet Walter Rammler mit seinem Team in dem ehemaligen Kino im Fuldaer Münsterfeld. Es gab ihm Raum für große Fotoproduktionen, für individuelle Projekte, Filmvorführungen, aber auch für Treffen mit Freunden, Kollegen und Kunden. "Das Atelier war immer voller Leben – mit ihm sind unzählige Erinnerungen verbunden", sagt Rammler. Mit der Ausstellung "The Last Shooting" verabschiedete er sich von diesem besonderen Ort. "Ich fuhr eines Abends nicht ganz zufällig vorbei, betrat die Halle noch einmal und war völlig begeistert von ihrer Atmosphäre", sagt der Fotograf. Er wusste sofort, was er fotografieren wollte. Der Abschied von seinem Kino war seinerzeit nicht ganz freiwillig. Mit der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 brachen auch bei Walter Rammler Aufträge weg, das große Studio war nicht mehr zu halten. Rückwirkend sagt Rammler, habe ihn seine berufliche Krise wieder zum Ursprung der Fotografie gebracht. "Ich habe meine Leidenschaft für das Porträt wiederentdeckt." Im Laufe der Jahre habe sich die Branche deutlich verändert. "Die Dinge werden nicht mehr ins Atelier gebracht."
Nicht nur in der Fotografie, auch politisch hat sich Walter Rammler für seine Stadt engagiert. Seit 2011 ist er für die Grünen aktiv. "Ich glaube daran, dass wir eine gerechtere Welt schaffen können. Dazu möchte ich in Fulda meinen Teil beitragen", erklärt er sein politisches Interesse. Dass Walter Rammler etwas an andere Menschen weitergeben will, zeigte sich auch daran, dass er viele junge Menschen ausgebildet hat und seinen großen Wissensvorsprung gern weitergegeben hat.
Seit einigen Jahren ist Walter auch ein begnadeter Bäcker. Sein Sauerteigbrot macht er selbst und erhält dafür immer wieder Lob und sogar Kaufanfragen. Ein Multitalent, dem die Ideen zum Glück nicht ausgehen. (ci) +++