Bemalte Torte mit Alsfelder Altstadt

"Hier sind meine Wurzeln": Nadine Weck holt Silber mit ihrer Tortenkunst

Mit dieser Torte holte Nadine Weck in Dortmund die Silbermedaille.
Fotos: Nadine Weck

17.04.2026 / ALSFELD - Eine Torte wie aus dem Museum: Nadine Weck aus Alsfeld (Vogelsbergkreis) hat beim internationalen Wettbewerb "Cake & Bake" in Dortmund mit viel Liebe zum Detail die Silbermedaille geholt. In der Kategorie "bemalte Torte" überzeugte sie die Jury mit einem Motiv, das ihr besonders am Herzen liegt - ihre Heimat.


Auf der kunstvoll gestalteten Torte sind unter anderem Fachwerkhäuser der Alsfelder Altstadt, der Leonhardsturm, der historische Marktplatz sowie die Märchenstraße in Form des Rotkäppchens zu entdecken. "Die Alsfelder wissen, dass ich leidenschaftlich gerne Torten mache. Hier sind meine Wurzeln. Eigentlich wollte ich in diesem Jahr an keinem Wettbewerb teilnehmen, als ich die Kategorie dann aber sah, war für mich klar: Ich bin dabei", sagt die 42-Jährige im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS.

Aufwendige Arbeit mit viel Detail

Genau abschätzen kann sie es nicht, doch locker mehr als 60 Stunden Arbeit stecken in der Torte. Zwischen Familie und dem Beruf als Lehrkraft, unter anderem für das Fach Kunst, blieb oft nur wenig Zeit. Die Vorbereitung begann mit Skizzen, später wurden einzelne Elemente, wie etwa ein Stempel für das Rathaus, aus Linol vorgefertigt. Eine filigrane Arbeit, die viel Geduld erfordert. "Manchmal wollte ich sie auch aus dem Fenster werfen", sagt sie lachend. "Aber es hat sich gelohnt."

Große Konkurrenz aus aller Welt

Rund 150 Torten waren bei dem Wettbewerb ausgestellt, von Hobbybäckern bis hin zu Profis aus aller Welt. Bewertet wurde nach einem Punktesystem durch eine Fachjury. "Da sind wirklich atemberaubende Arbeiten dabei", berichtet Weck. Umso größer die Freude über die Silbermedaille. Besonders nervenaufreibend: der Transport. Die Torte wird zu Hause vorbereitet, dann folgt die rund dreistündige Fahrt nach Dortmund. Vor Ort bleiben nur 20 Minuten, um mögliche Schäden zu beheben. "Da ist man natürlich aufgeregt, dass nach dem ganzen Aufwand alles heil ankommt."

Das Innenleben der Torte besteht aus Styropor. Das sei bei solchen Wettbewerben üblich, da die Werke über mehrere Tage nicht gekühlt werden können. Außen jedoch muss alles Weitere essbar sein, es gelten zahlreiche strikte Vorgaben. Bemalt wurde die Oberfläche mit Lebensmittelfarbe auf Fondant, teilweise auch mit Airbrush-Technik. "Ich finde das Arbeiten mit Styropor sogar schwieriger, weil es so steif und kantig ist", erklärt die Alsfelderin gegenüber O|N.

Erfahrung zahlt sich aus

Für Nadine Weck war es bereits die siebte Teilnahme an einem Wettbewerb. Schon früher konnte sie mit einer Torte zum Thema "Charlie und die Schokoladenfabrik" eine Goldmedaille gewinnen. In Berlin hatte sie für einige Zeit bereits ein eigenes Café. Nach Jahren zurück in ihrer Heimat Alsfeld hat sie nun wieder beim Thema "Heimat" die Motivation gepackt. "Für mich ist es zwölf Jahre nach meinem ersten Wettbewerb gar nicht mehr so aufregend. Es geht mir vor allem um den Spaß - aber natürlich ist es immer schön, wenn die harte Arbeit gewürdigt wird."

Besonders stolz machen sie die Reaktionen aus ihrem Umfeld. "Meine Kinder haben gesagt: 'Mama, ich habe das Gefühl, ich sitze in deiner Torte' als wir auf dem Marktplatz unterwegs waren." Auch ihre kleinen Schüler fragten immer wieder nach dem Stand des Tortenprojekts. Für sie ist klar: Ihre Leidenschaft fürs Backen bleibt - auch wenn sie aktuell nur noch hobbymäßig kreativ wird. Ihre Kunstwerke zeigt sie auch unter dem Namen "kuchenkiste" auf Instagram und Facebook. Vorbeischauen lohnt sich - vielleicht sorgt sie ja schon bald wieder mit einer neuen Torte für Aufsehen. (Emely Schrön) +++

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