O|N lädt Wohnraumhilfe ein

Auszeit vom grauen Alltag: Im Fußballstadion auf andere Gedanken kommen

Gelungener Ausflug zum Fußballspiel in Fulda der Wohnraumhilfe Bad Hersfeld mit Sozialarbeiterin Paula Schmidt (Vorne, Vierte von rechts), ihrem Kollegen Philipp Linnemann (dahinter) sowie den Medienkontor-Geschäftsführern Christian P. Stadtfeld (rechts) und Hendrik Urbin (links)
Fotos: Carina Jirsch

13.04.2026 / FULDA - Immer weiter steigende Lebenshaltungskosten, knapper Wohnraum und exorbitante Mieten: Für viele Menschen wird es immer schwieriger, den Alltag mit all seinen Herausforderungen zu stemmen. Zu den finanziellen Sorgen gesellen sich immer öfter auch seelische Belastungen: "Wie soll ich das alles schaffen?"



Diese Fragestellung ist längst keine Seltenheit mehr. Gut, dass es Institutionen wie die Wohnraumhilfe Bad Hersfeld gibt. "Wir begleiten Menschen mit seelischen Erkrankungen sowie in sozialen Notlagen zu einem möglichst selbstbestimmten Leben. Unser Ziel ist es, die Menschen langfristig zu stabilisieren und ihre Eigenständigkeit nachhaltig zu fördern", sagt Sozialarbeiterin Paula Schmidt.

Der Bedarf wächst seit Jahren

Derzeit kümmert sich das Team um rund 70 Menschen. Zu den alltäglichen Aufgaben gehören etwa der Umgang mit den Behörden, organisatorische Angelegenheiten und die Strukturierung des täglichen Lebens. Im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Hilfesuchenden in etwa gleich, doch blickt man auf einen längeren Zeitraum, so steige der Bedarf kontinuierlich an.

Der Verein Wohnraumhilfe Bad Hersfeld wurde im Jahre 1993 als Verein von engagierten Hersfelder Bürgern, die überwiegend hauptberuflich im sozialen Bereich tätig waren, gegründet. Ab April 1996 wurde eine Sozialarbeiterin beschäftigt. Der Verein erwarb in dieser Zeit ein Haus und richtete dort ein Büro sowie Wohnungen zur sofortigen Aufnahme ein. Seit wenigen Wochen wird die bedeutende Hilfe in der gemeinnützigen GmbH Wohnraumhilfe Bad Hersfeld organisiert.

Doch auch die gemeinnützige Wohnraumhilfe steht vor der Herausforderung, wie die umfangreichen Aufgaben und die oft komplizierte Wohnungssuche finanziell bewältigt werden können. Zusätzliche Angebote für die in Not geratenen Menschen können oftmals nur mit Unterstützung von außen organisiert werden. Sie sind deshalb auch auf Spenden und besondere Aktionen angewiesen. Ein Beispiel: Das Kochbuch "Spar Dich satt" wurde vom "Projekt Bad Hersfeld kocht gemeinsam" geschrieben und kann gegen eine Spende bei der Wohnraumhilfe erworben werden.

Den engagierten Mitarbeitern geht es aber auch darum, ihren Klienten Perspektiven aufzuzeigen, ihnen zumindest eine kleine Freude zu bereiten. Gerade an den Wochenenden sind sie oft alleine. Die Scham, sich soziale Aktivitäten nicht leisten zu können, verstärkt ihre Isolation. "In den Gesprächen habe ich mitbekommen, dass einige gerne mal zum Fußball wollen", sagt Schmidt.

O|N unterstützt mit Tickets und Stadionwurst

OSTHESSEN|NEWS-Chefreporter Hans-Hubertus Braune hat von der Idee mitbekommen: "Es ist uns ein Herzensanliegen, das Engagement gerade auch im sozialen Bereich, wo immer möglich, zu unterstützen", sagt Braune und hat die Geschäftsführung seines Arbeitgebers sofort mit im Boot. Die Tickets und eine obligatorische Stadionwurst waren also gesichert. "Die Wohnraumhilfe Bad Hersfeld übernimmt eine zentrale Funktion. Wir wertschätzen die Arbeit der gemeinnützigen Organisation sehr. Deshalb haben wir die Fahrt zum Heimspiel der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz gerne unterstützt", sagt Christian P. Stadtfeld. Er ist Geschäftsführer von Medienkontor M. Angelstein und begrüßte zusammen mit seinem Kollegen Hendrik Urbin die Gruppe um das Sozialarbeiter-Team Paula Schmidt und Philipp Linnemann kurz vor dem Hessenderby der SGB gegen Kickers Offenbach im Stadion Johannisau.

Zu diesem wunderbaren Ausflug passten nicht nur das Wetter, sondern auch die Stimmung und das Ergebnis: Die Barockstadt hat das prestigeträchtige Duell mit 1:0 gewonnen. "Der Tag war für unsere Klienten ein voller Erfolg. Wir haben durchweg großartiges Feedback erhalten, und auch in den darauffolgenden Tagen wurde noch mehrfach davon berichtet, wie herrlich der Ausflug war", sagt Sozialarbeiter Philipp Linnemann.

So ein Tag kann viele positive Energien freisetzen und den Menschen, die aus völlig unterschiedlichen Gründen in persönliche Nöte geraten sind, Mut und Zuversicht geben. Weitere Informationen zur Wohnraumhilfe Bad Hersfeld finden Sie auf deren Internetseite. (Hans-Hubertus Braune) +++

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