Bund und Länder müssen entscheiden

EVG fordert Ticket-Rabatte: Menschen von Rekord-Spritpreisen entlasten

Die EVG fordert angesichts explodierender Spritpreise und steigender Bahnnachfrage deutliche Rabatte auf das Deutschlandticket und den Fernverkehr, während Bund und Länder nun über mögliche Entlastungen für Millionen Fahrgäste beraten müssen.
Symbolfoto: O|N/Rene Kunze

07.04.2026 / REGION - Passend zu den aktuellen Osterfeiertagen teilte die Deutsche Bahn mit, dass immer mehr Menschen mit der Bahn fahren. Das liegt vor allem am derzeitigen Irankrieg und den damit steigenden Spritpreisen in Deutschland. Um Verbraucher auch abseits der Feiertage von hohen Spritpreisen zu entlasten, setzt Martin Burkert, Chef der Eisenbahngewerkschaft EVG, auch weiterhin auf die Schiene. So sollen das Deutschlandticket und Bahn-Fernfahrten günstiger werden.



Wie OSTHESSEN|NEWS berichtete, erlebten Autofahrer an deutschen Tankstellen an den Osterfeiertagen einen beispiellosen Preisanstieg – und nirgendwo tritt das so deutlich zutage wie in Eschborn (Main-Taunus-Kreis). Dabei könnte ein günstigeres Bahnticket eine wahre Rettung für viele Pendler und Reisende darstellen.

Die Eisenbahngewerkschaft EVG setze nun wegen der hohen Energiepreise auf eine schienenaffine Lösung: Entlastung für Bahnfahrer. "Anstatt sich von den Ölkonzernen an der Nase herumführen zu lassen, muss die Politik neben einer Übergewinnsteuer das Staatsunternehmen Deutsche Bahn nutzen", heißt es vom Gewerkschaftschef Martin Burkert in der "Bild am Sonntag". Burkert ist auch stellvertretender Vorsitzender des Bahn-Aufsichtsrats. Er stellte klar: "Ein befristeter Rabatt von 30 Prozent auf das Deutschlandticket und Preissenkungen im Fernverkehr von bis zu 50 Prozent wären eine schnelle und wirksame Entlastung."

Das Deutschlandticket kostet derzeit 63 Euro im Monat. Mit einem Rabatt von 30 Prozent würden die etwa 14 Millionen Ticketinhaber also monatlich fast 20 Euro sparen. Das Deutschlandticket wird von Bund und Ländern sowie mit den Einnahmen aus dem Verkauf finanziert.

Bund und Länder entscheiden über den Rabatt

Aktuell ist noch nichts entschieden. Sollten sich Bund und Länder aber entscheiden, einen Rabatt zu gewähren, dürfte erneut eine Debatte über die Finanzierung des Tickets entstehen. Zuletzt waren weder der Bund noch die Länder bereit, mehr Geld für das Ticket zur Verfügung zu stellen. Dadurch ist der Preis des Tickets seit seiner Einführung im Mai 2023 schrittweise um 14 Euro gestiegen. So geben Bund und Länder pro Jahr jeweils 1,5 Milliarden Euro für das Deutschlandticket.

Je nach Buchungszeitpunkt und Verbindung sind deutliche Preisunterschiede der Tickets im Fernverkehr zu erkennen. Das genaue Ersparnis wäre bei einem Rabatt von 50 Prozent ebenfalls sehr unterschiedlich. Günstigere Tickets dürften aber die Nachfrage nach Bahnfahrten deutlich ankurbeln.

Trotz der offenen Finanzierungsfrage dürfte die Diskussion um günstigere Bahntickets in den kommenden Wochen weiter an Fahrt gewinnen. Angesichts steigender Energie- und Spritpreise wächst der Druck auf die Politik, Pendler und Reisende spürbar zu entlasten. Ob Bund und Länder den Vorstoß der EVG aufgreifen, bleibt abzuwarten – für Millionen Fahrgäste wäre ein Preisnachlass jedoch eine Rettung im Alltag. (mis) +++

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