Papst
Leo XIV. mahnt zu Frieden in aller Welt
Foto: Alessandra Tarantino/AP/dpa
05.04.2026 / ROM -
Der neue Papst Leo XIV. hat bei seinem ersten Osterfest den traditionellen Segen Urbi et Orbi mit einem Appell zu weltweitem Frieden verbunden. Vor mehreren Zehntausend Menschen auf dem Petersplatz rief das Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken dazu auf, Konflikte durch Dialog zu lösen.
"Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden!" Zugleich mahnte er, angesichts der vielen aktuellen Kriege nicht in Gleichgültigkeit zu verfallen.
Die Feier stand in starkem Kontrast zum Ostersonntag vergangenen Jahres. Zum Abschluss ließ sich Leo mit dem Papamobil über den Petersplatz fahren. Stehend winkte der 70-Jährige fröhlich den Gläubigen zu. Immer wieder hielt er an, um kleine Kinder zu segnen. Vor einem Jahr hatte sein Vorgänger Franziskus den Segen Urbi et Orbi (Der Stadt und dem Erdkreis) gar nicht mehr selbst sprechen können. Bei der Runde im Papamobil bewegte er sich kaum noch. Am Morgen danach starb er mit 88 Jahren.
Papst warnt vor Gleichgültigkeit angesichts vieler Kriege
An diesem Ostern nun nahmen unter strahlend blauem Himmel mehr als 40.000 Menschen an der Messe auf dem Petersplatz teil. Die Feier wurde in viele Länder live übertragen. Von der zentralen Loggia des Petersdoms mahnte Leo mit Nachdruck: "Wer Waffen in der Hand hält, lege sie nieder! Wer die Macht hat, Kriege zu beginnen, entscheide sich für den Frieden! Nicht für einen Frieden, der mit Gewalt erzwungen wird, sondern durch Dialog!"Ostergrüße in zehn Sprachen - auch in Deutsch
Leo ging jedoch nicht konkret auf einzelne Konflikte ein. Er nannte auch keinen der verschiedenen Beteiligten beim Namen, was sich manche erhofft hatten. Für einen Papst wären solche öffentlichen Äußerungen allerdings auch sehr ungewöhnlich. In seiner Predigt kritisierte er zudem eine "Unterdrückung der Schwächsten" sowie "Profitgier, die die Ressourcen der Erde plündert". An Ostern wird der biblischen Überlieferung zufolge die Auferstehung Jesu Christi gefeiert.Leo feiert Ostern anders als Franziskus
In Erinnerung an das letzte Abendmahl wusch Leo am Gründonnerstag zwölf Priestern die Füße. Franziskus hatte dies bei Häftlingen getan. Bei der Karfreitagsprozession, mit der an die Kreuzigung Jesu Christi erinnert wird, trug Leo im Unterschied zum Vorgänger selbst ein Kreuz. Die abendliche Zeremonie im Kolosseum wurde von mehr als 30.000 Gläubigen verfolgt. Bei der Messe in der Osternacht war der Petersdom bis auf den letzten Platz gefüllt.Vor allem unter dem polnischen Papst Johannes Paul II. wurden die Live-Übertragungen vom Petersplatz weltweit populär. In vielen katholisch geprägten Familien gehört es zur Tradition, sich an Ostern und Weihnachten vor dem Mittagstisch für die Übertragung aus dem Vatikan vor dem Fernseher zu versammeln. (dpa) +++