Von Anfang an geliebt

Bischof Georg Bätzing predigt in der Osternacht im Limburger Dom

Bischof Georg Bätzing vor dem Osterfeuer. Er segnete das Feuer, bereitete die Osterkerze und entzündete sie am Osterfeuer. 
Fotos: Bistum Limburg

05.04.2026 / REGION - Die Taufe setzt einen Anfang, der trägt und ein Leben lang mitgeht. Davon ist Bischof Georg Bätzing zutiefst überzeugt und deshalb stellte er die Bedeutung der Taufe für Christinnen und Christen ins Zentrum seiner Predigt in der Osternacht 2026. Mit hunderten Gläubigen feierte er am Samstag, 4. April 2026, im Hohen Dom zu Limburg die Nacht, in der Christus von den Toten auferstanden ist.



"Osternacht ist Taufnacht", sagte der Bischof und freute sich sichtlich, dass er eine Erwachsene taufen und ihr das Sakrament der Firmung spenden durfte. Diese Taufe mache nämlich deutlich, worum es im Kern gehe: "Wir dürfen uns erinnern, was es heißt, getauft zu sein – und was Gott uns damit zusagt."

Ernstmacher des Glaubens

Bätzing spannte in seiner Predigt den Bogen vom Taufverständnis im frühen Christentum bis ins Heute und zeigte so eine eindrucksvolle Entwicklung auf. Damals habe man großen Respekt vor der Taufe gehabt und sie daher oft bewusst hinausgezögert. "Die Getauften nannte man die "Ernstmacher des Glaubens"", so der Bischof. Menschen, die ihr Leben wirklich an Christus ausrichten wollten. Diese Ernsthaftigkeit sei auch heute eine Einladung. "Glaube ist nichts Oberflächliches. Er will unser Leben prägen – in Freiheit und Verantwortung", so der Bischof.

Zugleich wandte er sich gegen ein angstbesetztes Verständnis der Taufe, das jedoch leider lange Zeit das kirchliche Denken geprägt habe. Die Vorstellung, ein Mensch müsse erst von einer "befleckten Seele" gereinigt werden, greife zu kurz. "Von Anfang an bist du ein Geschöpf Gottes mit einzigartiger Würde", betonte Bätzing. Vom ersten Atemzug an sei jeder Mensch ein geliebtes Kind Gottes. Diese Zusage stehe am Anfang – und nicht die Angst.

Getauft zu sein hat viele Facetten

Was es konkret bedeute, getauft zu sein, beschrieb der Bischof in vielen Facetten: Gemeinschaft, Geborgenheit, Freundschaft mit Jesus, Freiheit, Hoffnung, Verantwortung – all das gehöre dazu. Es seien die bunten Farben des Glaubens, die zusammen ein helles Licht ergäben. "Getauft sein heißt: Ich bin nicht allein. Ich gehöre dazu. Ich darf glauben, hoffen und lieben."

Für den Bischof ist die Taufe mit dem Geschenk der Freiheit verbunden. Geschenk der Freiheit. Die Freiheit des Menschen sei nicht selbstverständlich. Sie sei ein Geschenk, das jedoch einen Preis habe. Dieser Preis werde von Christus selbst getragen. "Wir sind auf seinen Tod getauft – und mit ihm zum Leben auferstanden. Weil er lebt, hat der Tod auch über uns nicht mehr das letzte Wort", erklärte Bätzing.

Leben aus der Zusage Gottes

Er verschwieg dabei nicht die Brüche und Herausforderungen der Welt. "Wir taufen nicht in eine heile Welt hinein", sagte Bätzing. Christlicher Glaube halte beides zusammen: die Realität des Leidens und die Verheißung Gottes.

Mit Worten des Dichters Andreas Knapp sprach der Bischof von der Sehnsucht des Menschen, wirklich glauben zu können, geliebt zu sein. "Wie zart muss mir gesagt werden, dass ich geliebt bin, bis ich es wirklich glauben kann", zitierte er – und fügte hinzu: "Sie können es ruhig glauben. Denn Sie sind getauft." Die Kirche lebe aus der Zusage Gottes, der die Menschen stärke und ihnen Hoffnung schenke. "Die Taufe ist wie ein erstes großes Gebet", sagte Bätzing. "Dass Gott uns die neue Welt eröffnet – eine Welt der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens." (lu/pm) +++

Bischof Georg Bätzing predigte in der Osternacht über die Bedeutung der Taufe. Osternacht ist Taufnacht. 

Bischof Georg Bätzing taufte eine Erwachsene und spendete ihr in der Osternacht auch das Sakrament der Firmung. 

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