"Alles im grünen Bereich"
Im Franzosenwäldchen: Das zweite Leben möchte ich erleben als Kirschblüte
Fotos: Jutta Hamberger
05.04.2026 / FULDA -
Das Franzosenwäldchen ist einer der schönsten Orte in Fulda. Nicht nur, weil er für die Stadtgeschichte eine ganz besondere Bedeutung hat, sondern auch, weil es eine der schönsten grünen Oasen der Stadt ist. Erst recht im Frühling, wenn zwischen Ende März und Mai die 36 Kirschbäume in voller Blüte stehen – in Weiß- und Rosatönen.
Das Kulturamt veranstaltete die Reihe "Alles im grünen Bereich" und hatte die Kirschbäume mit japanischen Haiku geschmückt. Sie flatterten und drehten sich spielerisch im Wind und luden Besucherinnen und Besucher dazu ein, die Natur mit allen Sinnen wahrzunehmen und sich in einen Moment zu vertiefen. Bei angeregten Gesprächen oder allein wanderten die Menschen durchs Franzosenwäldchen und ließen sich inspirieren.
Den Frühling in der Seele spüren
Die Blütenpracht lud dazu ein, sich dem Haiku zu widmen, jener traditionellen japanischen Gedichtform, in der ein Augenblick oder eine Naturimpression festgehalten wird. Ein Haiku besteht aus nur drei Zeilen mit dem Silbenschema 5-7– 5 (insgesamt 17 Silben). Ein Haiku hat keine Reime, aber es gibt oft Jahreszeitenworte. Einer der bedeutendsten Haiku-Dichter war Matsuo Bashō (1644-1694). Von ihm stammt das Haiku, das für diesen Text als Headline gewählt wurde.Alle aufgehängten Gedichte waren zwei Reclambänden mit Haiku entnommen – sie seien allen ans Herz gelegt, die es heute nicht ins Franzosenwäldchen geschafft hatten. Ein Nachmittag, der einem so recht frühlingshaft-österliche Stimmung ins Herz zauberte. (Jutta Hamberger) +++