Wieder Unruhe im Wirtschaftsministerium

hr-Recherche: Vorwurf der sexuellen Belästigung gegen Staatssekretär Sönmez

Das hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen in Wiesbaden
Archivbild: O|N/Jonas Wenzel (YOWE)

04.04.2026 / WIESBADEN - Schon wieder Unruhe im Hessischen Wirtschaftsministerium in Wiesbaden! Wie "hessenschau.de" am Karfreitag zuerst berichtete, werde gegen Staatssekretär Umut Sönmez (SPD) wegen sexueller Belästigung ermittelt. Nach hr-Informationen soll Sönmez während einer Fastnachtsfeier im Wirtschaftsministerium eine Mitarbeiterin des Hauses begrapscht haben.



Dem Artikel zufolge werde gegen den engen Vertrauten von Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD) offiziell ermittelt. Der Minister und Sönmez, der zweitmächtigste Mann im Ministerium, würden sich aus gemeinsamen Zeiten bei den Jusos kennen. Der 43-jährige Sozialdemokrat aus Kelkheim ist verheiratet und Vater zweier Kinder.

Was genau ist passiert? Konkret habe sich der Vorfall am 11. Februar 2026 während einer Veranstaltung im Wirtschaftsministerium ereignet. Demnach soll Sönmez die Frau gegen ihren Willen "wiederholt angefasst und an den Po gegrapscht haben". Die Betroffene habe sich laut dem hr offiziell beschwert und sei anschließend krankheitsbedingt länger ausgefallen.

Der Sender hatte den Minister und seinen Staatssekretär über die Pressestelle des Ministeriums zu den Vorwürfen gefragt. Beide antworteten nicht. Eine Sprecherin des Ministeriums teilte aber mit: "Wir bitten um Verständnis, dass das Ministerium aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen nicht berechtigt ist, zu etwaigen Untersuchungen Stellung zu nehmen, die sich gegen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses richten, solange keine belastbaren Ergebnisse vorliegen."

Kaya Kinkel, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, schrieb unmittelbar nach Veröffentlichung am Freitag: "Wir fordern von Wirtschaftsminister Mansoori schnelle und vor allem umfassende Aufklärung der in hr-online erhobenen Vorwürfe gegen seinen Staatssekretär Umut Sönmez, denn die Vorwürfe wiegen schwer." Die Vorwürfe sexualisierter Übergriffe müssten ernst genommen und umfassend aufgeklärt werden. Die Rechte der Betroffenen gilt es zu schützen und ein deutliches Signal zu senden, dass Übergriffe nicht toleriert werden. "Ob hier ein "nicht hinnehmbares Fehlverhalten" vorliegt, muss Mansoori schnell aufklären, sonst steht auch seine eigene Glaubwürdigkeit infrage."

Das hessische Wirtschaftsministerium mit den Themenschwerpunkten 'Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen' gilt als Superministerium der schwarz-roten Landesregierung. Und es steckt jetzt schon wieder in der Krise. Keine vier Monate nach Abschluss des Untersuchungsausschusses zur umstrittenen Entlassung von Ex-Staatssekretärin Messari-Becker ist nun ein neuer Skandal mit schweren Vorwürfen Thema im politischen Wiesbaden. Der Druck auf Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident Kaweh Mansoori wächst. (hhb/cps) +++

Umut Sönmez (SPD), Staatssekretär im Verkehrsministerium Hessen
Foto: picture alliance/dpa | Andreas Arnold
Kaya Kinkel, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, schrieb unmittelbar nach Veröffentlichung am Freitag: \"Wir fordern von Wirtschaftsminister Mansoori schnelle und vor allem umfassende Aufklärung der in hr-online erhobenen Vorwürfe gegen seinen Staatssekretär Umut Sönmez, denn die Vorwürfe wiegen schwer.\"
Archivfoto: O|N/Gerhard Manns

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