"Demokratie braucht Orte zum Mitmachen"

Neuer Schub für Beteiligung: Demokratiepartnerschaft wird fortgeführt

Setzen sich gemeinsam für die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Hersfeld-Rotenburg ein: Marielena Wingenfeld (Sachgebietsleiterin im Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe), Julian Gilbert (Fachbereichsleiter Jugend, Soziales und Senioren), Erster Kreisbeigeordneter Dirk Noll, Vorstandsmitglied der Stiftung Adam von Trott Dr. Susanne Natrup und Scheerin Alou von der Koordinierungs- und Fachstelle der Stiftung Adam von Trott. Auf dem Foto fehlt Daniela Langgut (Projektkoordinatorin und federführendes Amt im Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe).
 Foto: Landkreis Hersfeld-Rotenburg

05.04.2026 / KREIS HEF-ROF - Demokratie funktioniert nur, wenn Menschen sich einbringen, mitgestalten und Verantwortung übernehmen. Genau dafür schafft die Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Hersfeld‑Rotenburg die passenden Räume: für Austausch, Beteiligung und gemeinsame Ideen für ein respektvolles, gewaltfreies und demokratisches Miteinander. Nun startet das gemeinsame Projekt von Landkreis und Stiftung Adam von Trott in eine neue Phase.



In der Partnerschaft für Demokratie arbeiten zivilgesellschaftliche Akteure, Verwaltung und Politik im Landkreis eng zusammen. Sie stärken demokratisches Miteinander, entwickeln Strategien zur Extremismusprävention und beraten über Projektanträge. "Das Programm gibt es in unserem Landkreis schon seit mittlerweile fünf Jahren", erklärt der Erste Kreisbeigeordnete Dirk Noll und zeigt sich froh und stolz darüber, dass bereits viele Projekte darüber gefördert und realisiert werden konnten.

Ein Blick auf die vergangenen Jahre zeigt: Neben Workshops für Schulklassen, Vortragsveranstaltungen, szenische Lesungen und Theateraufführungen wurden auch Demokratiefeste, Bildungsfahrten, Graffiti-Projekte für Kinder und Jugendliche sowie Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte, Verwaltungsmitarbeitende und bürgerschaftlich Engagierte gefördert.

Bis zu 6.000 Euro für Demokratieprojekte

Auch in diesem Jahr können Vereine und zivilgesellschaftliche Initiativen im Landkreis Fördermittel für Demokratieprojekte beantragen. Anträge sind laufend möglich. Gefördert werden Vorhaben mit bis zu 6.000 Euro.

"Wir müssen mit unserer Arbeit noch sichtbarer werden", betont Dr. Susanne Natrup, Vorstandsmitglied der Stiftung Adam von Trott. Gerade junge Menschen seien anfällig für ausgrenzende Weltbilder und demokratiefeindliche Ideologien. "Umso wichtiger ist es, ihnen früh Orte zu eröffnen, in denen sie Gemeinschaft, Mitbestimmung und demokratisches Handeln erleben können. Die enge Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Stiftung ist dafür ein starkes Fundament", sagt Natrup.

Im Jugendforum gestalten Jugendliche Demokratie

Ein besonderer Schwerpunkt der Partnerschaft liegt auf dem Jugendforum. Seit Anfang des Jahres treffen sich dort junge Menschen aus dem gesamten Kreisgebiet, um eigene Ideen zu entwickeln und Projekte von jungen Menschen für junge Menschen umzusetzen.

"Mit dem Jugendforum gehen wir einen wichtigen Schritt, um Jugendbeteiligung im Landkreis weiter zu stärken", sagt Marielena Wingenfeld, Sachgebietsleiterin im Fachdienst Kinder- und Jugendhilfe und ergänzt: "Jugendliche sollen nicht nur zuhören, wenn über ihre Themen gesprochen wird. Sie sollen ihre Perspektiven einbringen, Ideen entwickeln und selbst Verantwortung übernehmen. Genau darin liegt der Wert echter Beteiligung."

Um noch mehr junge Menschen zu erreichen, werden Flyer zur Mitarbeit am Jugendforum in den Schulen verteilt. Aktuell beteiligen sich vor allem Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. Das offene Angebot richtet sich perspektivisch an junge Menschen zwischen 15 und 23 Jahren und soll weiter wachsen.

"Wir sind an den Schulen bereits präsenter geworden", sagt Scheerin Alou von der Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie. "Dort fördern wir politische Bildungsprojekte und setzen Fortbildungs- und Vernetzungsangebote für Lehrkräfte um. Mit dem Jugendforum wollen wir junge Menschen jetzt noch direkter ansprechen. Sie sollen merken: Ich muss nicht nur zuhören – ich darf selbst mitgestalten. Und auch im Kita-Bereich wollen wir künftig stärker ansetzen, gemeinsam mit den Fachkräften."

"Die Partnerschaft für Demokratie ist damit weit mehr als eine Förderstruktur. Sie ist ein Netzwerk für Menschen und Institutionen, die sich im Landkreis für Zusammenhalt, Vielfalt und demokratische Teilhabe einsetzen", bringt Noll es auf den Punkt. (mis/pm) +++

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