Arztversorgung weiterhin unklar

Komplizierte Suche für Hausarzt-Nachfolger: "Alles in die Waagschale werfen"

Die hausärztliche Versorgung ist in der Stadt Romrod aktuell ein großes Thema.
Symbolbild: Pixabay

07.04.2026 / ROMROD - Nachdem bekannt wurde, dass die Praxis von Dr. Harlfinger zum 30. September diesen Jahres schließt und auch die Praxis von Peter Spohn auf absehbare Zeit den Betrieb einstellt, lud Romrods Bürgermeister Hauke Schmehl vor wenigen Tagen zu einem runden Tisch, um die schwierige Lage zu sondieren. Im Interview mit OSTHESSEN|NEWS erklärt der Rathauschef die aktuell schwierige Lage.



Egal ob Landrat, Gesundheitsamt, die Kassenärztliche Vereinigung, Stadtvertreter sowie Ärzte aus Alsfeld und Feldatal - alle sollten von der dringenden Lage unterrichtet werden. Das Ziel ist vom Bürgermeister klar formuliert: "Nach Möglichkeit sollen beide Praxen zeitnah fortgeführt werden, wozu wir die Attraktivität des Standorts unterstreichen möchten."

Drei Nachfolger kommen infrage - aber kein nahtloser Übergang

Schmehl versucht weiterhin, Investoren für den Bau eines neuen Ärztehauses mit Blick auf die ideale Verkehrsanbindung und gute Infrastruktur in Romrod zu gewinnen. Bereits 2021 liefen Planungen für den Bau eines neuen Ärztezentrums, was jedoch aufgrund des immensen Verwaltungsapparats und der gestiegenen Baukosten nicht realisiert wurde.

Hoffnung macht das neue Stipendium "Medizin+", das Medizinstudierenden die Facharztweiterbildung mit anschließendem Praktizieren als Arzt im Kreis ermöglicht. Allerdings wird auch das in Romrod keinen nahtlosen Übergang ermöglichen. "Es gibt mindestens drei Studenten aus der unmittelbaren Region, die für eine Nachfolge in Frage kommen könnten. Jedoch wird sich ein Übergang aufgrund der langen Studien- und Prüfungszeiten frühestens in zwei bis vier Jahren abzeichnen", so Schmehl.

Lage bleibt angespannt

Auch die geplanten Maßnahmen zur Reform des Gesundheitswesens auf Bundesebene werden die Probleme des Standorts vorerst nicht lösen. "Alle Beteiligten sind sich einig, dass die kommenden zehn bis 15 Jahre im Gesundheitssektor sehr herausfordernd werden, weshalb die Lage trotz aller Maßnahmen angespannt bleiben wird", fasst Schmehl zusammen. "Wir werden weiterhin regional wie überregional nach Möglichkeiten suchen und alles in die Waageschale werfen, um eine schnelle Lösung zu finden", so Romrods Bürgermeister. (Nils Otterbein) +++

Romrods Bürgermeister Hauke Schmehl.
Archivfoto: O|N / Luisa Heinz

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