Bemannte NASA-Mission

Artemis 2 ins All gestartet: Ein Stück Hessen auf dem Weg zum Mond

Die Artemis II ist in der vergangenen Nacht in Richtung Mond gestartet.
Foto: picture alliance / abaca | CNP/ABACA

02.04.2026 / CAPE CARNEVAL/DARMSTADT - Vier Astronauten sind auf der NASA-Mission in Richtung Mond nun endlich gestartet. Um 18:35 Uhr Ortszeit startete die "Orion"-Kapsel mit dem Raketensystem "Space Launch System" vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida. Unter großem internationalem und medialem Interesse in die Weiten des Weltalls, zuvor musste der Start mehrfach verschoben werden. Somit startet eine neue Ära der Raumfahrt – mit dabei auch Teile aus dem hessischen Darmstadt.



Auch die Europäische Weltraumorganisation ESA ist an dem Projekt beteiligt. Ihr Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt steuerte ein zentrales Servicemodul bei, das die Besatzung mit Luft und Wasser versorgt sowie Antrieb und Energie sicherstellt. Gefertigt und geliefert wurde das wichtige Bauteil für das Raumschiff Orion im Airbus-Werk in Bremen. Zehn Tage lang soll die Rakete mit einem Stückchen Hessen nun den Mond umfliegen.

Großer Moment für die Raumfahrt und Europa

"Artemis 2" sei ein "Meilenstein-Moment für die menschliche Exploration und für die Rolle, die Europa dabei spielt, die Menschheit auf den Mond zurückzubringen", erklärte Esa-Chef Josef Aschbacher gegenüber FFH. Seit der letzten Mondlandung 1972 war kein anderer Mensch je wieder dort gelandet. Mit einer erfolgreichen Mission könnte dieses Vorhaben also schon bald etwas näher rücken.

Neil Armstrong landete am Mond ( - und in Sickels)

Am 8. August 1970 landete Armstrong auf dem Fuldaer Army-Airfield in Sickels und besuchte anschließend die Wasserkuppe. Eingeladen hatte ihn der Segelflieger Helmut Dette, der mit viel Engagement und Unterstützung – unter anderem aus der Luftfahrtbranche – den Besuch des damals wohl bekanntesten Menschen der Welt möglich machte. Höhepunkt war unter anderem ein Treffen mit Persönlichkeiten wie Hanna Reitsch und Joachim Küttner sowie ein Segelflug über die Region.

Der Besuch hatte nachhaltige Folgen: Bei Gesprächen auf der Wasserkuppe entstand die Idee für ein zentrales Segelflugmuseum. Mit Unterstützung von Armstrong setzte Helmut Dette diese Vision um – 1977 wurde der Verein gegründet, 1987 schließlich das Deutsche Segelflugmuseum eröffnet. Bis heute wird der Besuch Armstrongs jährlich gewürdigt, da er als wichtiger Impulsgeber für das Museum und die Segelflugtradition auf der Wasserkuppe gilt.

Wie die Mondmission verläuft, bleibt zunächst abzuwarten. Fakt ist: Der Start lief so weit gut und die nächsten zehn Tage dürften eine spannende Zeit werden – nicht nur für Raumfahrtfans weltweit und die, die es noch werden wollen, sondern für jedermann. (pg)+++

Neil Armstrong bestens gelaunt, zusammen mit Helmut Dette
Archivfoto: Helmut Dette
Neil Armstrong (vorne in der Mitte) zwischen Helmut Dette (li.) und Klaus Harnach (re.), Vorsitzender der Pilotenvereinigung Wasserkuppe e.V. im August 1970 vor dem Fliegerdenkmal Wasserkuppe\r\n
Foto: Otto Müller

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