Neubau im Kernort

Zukunft der Feuerwehren: FSJler im Gerätehaus - Teamwork mit Nachbarn

Gemeinsame Übungsabende gehören zum Standard der Feuerwehren – in diesem Beispiel an Gründonnerstag in Niederaula.
Fotos: Hans-Hubertus Braune

04.04.2026 / NIEDERAULA - Die Weiterentwicklung des Feuerwehrwesens steht im Fokus der Führungskräfte. Wie können das unverzichtbare Ehrenamt gestärkt und die vielfältigen Aufgaben gemeinsam bearbeitet werden? Neben den alljährlichen Statistiken standen diese Themen im Fokus der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Feuerwehren der Marktgemeinde Niederaula.



Zwei signifikante Neuerungen fallen direkt auf: Seit Herbst vergangenen Jahres absolviert Milan Rohrbach sein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Feuerwehr Niederaula. Der 19-jährige Niederaulaer unterstützt die verschiedenen Ebenen der Verwaltung und der Feuerwehr in der täglichen Arbeit. Als FSJler erhält er Einblicke in die Aufgaben einer Hilfs- und Rettungsorganisation. Im Sommer endet sein FSJ, die Feuerwehr Niederaula möchte das Angebot fortführen und freut sich über entsprechende Bewerbungen. Weitere Informationen bietet der Landesfeuerwehrverband auf seiner Internetseite.

Erstmals waren die Gemeindebrandinspektoren Lars Stein aus Breitenbach am Herzberg und Andreas Schmier aus Kirchheim Gäste der Versammlung. Niederaulas Gemeindebrandinspektor Matthias Schenk hatte diese Idee vom Breitenbacher Kollegen übernommen. Der gegenseitige Austausch solle weiter vertieft werden, der Besuch der Jahreshauptversammlung sei ein äußeres Zeichen der Zusammenarbeit. Das wurde aus den Worten der beiden Gemeindebrandinspektoren deutlich. Die Wehren arbeiten in verschiedenen Formaten zusammen, so organisieren die Kirchheimer und Niederaulaer regelmäßige gemeinsame Übungsabende. Die Herausforderungen sind ähnlich und spiegeln sich in nahezu allen Feuerwehren - gerade auch auf den Autobahnen rund um das Hattenbacher- und Kirchheimer Dreieck. Knappe Kassen, Tagesalarmbereitschaft, Atemschutz - um einige Beispiele zu nennen.

Bei der Feuerwehr Niederaula waren im vergangenen Jahr 21 Kameradinnen und 161 Kameraden aktiv. Das bedeutet eine leichte Steigerung. Insgesamt hat die Feuerwehr 779 Mitglieder - ein neuer Rekord. Das Einsatzjahr 2025 war vergleichsweise ruhig, was die reinen Zahlen angeht. Bei den 79 Alarmierungen mussten unter anderem 15 Brände gelöscht werden. Die Statistiken weisen zudem 33 Hilfeleistungen und sechs Fehlalarme auf. Der tragische Verkehrsunfall auf der Bundesstraße B454 zwischen Niederaula und Kleba forderte die Frauen und Männer der Feuerwehren aus Niederaula und Kirchheim mental. Ein Mann verstarb, mehrere junge Leute wurden in ihrem Auto eingeklemmt und teils schwer verletzt.

43 Kameraden nahmen an verschiedenen Lehrgängen teil. Gemeinsame Übungen standen ebenso auf der Tagungsordnung. Schenk berichtete zudem von einigen Veränderungen bei den Führungskräften. In Hattenbach sind Frank Meister (Stellvertreter) und Marco Stang (zweiter Stellvertreter) in der Wehrführung aktiv. In Niederjossa ist Martin Stein neuer Wehrführer, Christoph Muhl und Stefan Faust unterstützen ihn als seine Stellvertreter. "Den neuen Führungskräften, in Niederjossa auch den Jugendwartinnen und Gerätewarten, danke ich ausdrücklich, Ihr habt Euren Wehren in einem entscheidenden Moment sehr geholfen", sagte Schenk.

In den vier Jugendwehren der Gemeinde waren 33 Jungen und 23 Mädchen gemeldet. Dies sind sieben Mitglieder weniger als im Vorjahr, welche nun aber fast alle in unseren Einsatzabteilungen mitwirken. Im Bereich der "Unter-10-Jährigen" waren es 27 Jungen und 19 Mädchen. Gemeindejugendfeuerwehrwart Thorsten Nuhn berichtete von zahlreichen Aktivitäten. Ob Ausbildung, Zeltlager, Wettkämpfe oder Turniere - die Nachwuchsarbeit ist herausragend aufgestellt. Das wurde auch in den verschiedenen Grußworten deutlich.

Landrat Torsten Warnecke, Kreisbrandmeister Benjamin Deist (Niederaula), der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Hersfeld-Rotenburg, Stefan Fuchs (Ludwigsau), der stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwart Michael Thamer (Niederaula) und Bürgermeister Thomas Rohrbach würdigten die Kameradinnen und Kameraden für ihren Einsatz. Deist und Fuchs gaben zudem einen Einblick in aktuelle Themen. Rohrbach sagte die weitere Unterstützung für den Brandschutz und die Aufgaben der Feuerwehr in der Marktgemeinde zu. Der Neubau des Feuerwehrgerätehauses im Kernort sei nun auf dem Weg und entsprechend ausgeschrieben. Die Beschaffung des StLF 20 (Staffellöschfahrzeug) und des GW-L2 (Gerätewagen Logistik 1) sei in Arbeit.

Ernennungen:

Stellv. Wehrführer, zweiter Stellv. Wehrführer: Frank Meister, Marco Stang (Hattenbach). Zweiter Stellv. Wehrführer: Dorian Pfaff (Niederaula). Wehrführer, Stellv. und zweiter Stellv. Wehrführer: Martin Stein, Christoph Muhl, Stefan Faust (Niederjossa).

Anerkennungen:

Anerkennungsprämie für 10 Jahre aktiven Dienst: Dorian Pfaff (Niederaula).
Anerkennungsprämie für 20 Jahre aktiven Dienst: Andreas Kathan, Marco Stang, Olaf Weppler (Hattenbach), Anika Maul (Kerspenhausen).

Ehrungen & Auszeichnungen:

Goldenes Feuerwehrleistungsabzeichen, Stufe 10: Markus Riebold, Felix Zettl (Mengshausen).
Florian-Medaille der Hessischen JFW in Bronze: Sebastian Hauer (Kerspenhausen).

Atemschutz-Ehrung:

Ehrung für Atemschutztätigkeit bis zum 60. Lebensjahr: Harald Kellner (Mengshausen). (Hans-Hubertus Braune) +++

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