Meilenstein für den Vogelsberg
Ein Ort der Würde entsteht: Spatenstich für das Hospiz "Haus Lichtermeer"
Fotos: Tizia Wegfahrt
26.03.2026 / ALSFELD -
Mit der Vertragsunterzeichnung im November vergangenen Jahres wurde es offiziell: Der Vogelsbergkreis erhält ein eigenes stationäres Hospiz. Realisiert wird das Vorhaben als gemeinsames Projekt der Carus Holding als Investor, der AWO Hessen-Süd als künftiger Betreiberin, der Stiftung Lichtermeer sowie dem Hospiz- und Palliativnetzwerk Vogelsberg.
Nach intensiver Suche konnte mit dem Grundstück Am Lieden in Alsfeld – dem ehemaligen Gelände der Spedition Eisenträger – ein geeignetes Areal gefunden werden, dessen bestehende Bebauung teilweise weitergenutzt werden kann. Nach Abschluss der Planungen und Genehmigungsverfahren folgte nun ein erster großer, sichtbarer Meilenstein: Am Donnerstag wurde dort im Beisein zahlreicher Wegbegleiter, Vertreter verbundener Organisationen sowie vieler Nachbarinnen und Nachbarn der symbolische Spatenstich gesetzt.
Ein Ort der Würde entsteht: "Haus Lichtermeer" öffnet seine Türen
Im offiziellen Teil der Veranstaltung sprach zunächst Landrat Dr. Jens Mischak. Er ging auf die Historie dieses Vorhabens ein, das von den vielen Mitwirkenden einen langen Atem erfordert hatte. Der heutige Tag bringe das Vogelsberger Hospiz von der Theorie in die Praxis, so Mischak, der betonte, dass das "Haus Lichtermeer" für alle Menschen im Kreis eine Versorgungslücke schließt: Niemand müsse, um am Ende des Lebens professionell begleitet zu werden, die Region verlassen – eine gute Nachricht für die Menschen im Vogelsberg.Dass die Auswahl des Standortes nach Alsfeld fiel, darüber zeigte sich Bürgermeister Stephan Paule in seinem Grußwort erfreut. Alsfeld gehe gemeinsam mit dem Vogelsberg einen großen Schritt in Richtung Lebensqualität und Selbstbestimmung für alle Menschen im Kreis. Ein Hospiz sei ein Thema der Gegenwart und der Zukunft. Paule dankte den Initiatoren, Investoren und dem Träger für ihre Ausdauer und ihr Engagement.
Investor und Träger betonen gemeinsame Verantwortung
Von Seiten des Investors sprach Ralf Bohn. Mit dem Bau des Hospizes wolle man einen Ort schaffen, an dem Menschen am Lebensende gut aufgehoben seien. Damit trage die Carus Holding ihrer Idee Rechnung, den Gebäudebestand in der Region weiterzuentwickeln und gleichzeitig Menschen vor Ort einen Mehrwert zu schaffen. Bohn verlieh seiner Freude über die Zusammenarbeit mit allen beteiligten Gremien, insbesondere dem Träger, der AWO Hessen-Süd, Ausdruck.Diese wurde vertreten von Geschäftsführer Ulrich Bauch und Hans-Jürgen Herbst, Vorstandsmitglied bei der AWO Hessen-Süd. Auch für die AWO sei dieses Projekt eine Herzensangelegenheit, so Herbst. Menschen mit Hilfsbedarf stünden stets im Fokus der Betrachtungen der AWO. Mit dem Hospiz komme man einem elementaren Bedürfnis schwerkranker und sterbender Menschen nach. Ihnen wolle man menschliche und fachliche Begleitung bieten: eine gute Zeit bis zum Ende des Lebens.
Ein ideales Grundstück und ein durchdachtes Konzept
Ein "Glücksfall" sei das Grundstück in der Stadtmitte, freute sich Tanja Bohn, Stiftungsratsvorsitzende der Lichtermeer-Stiftung. Kurze Wege, ob zum Bahnhof, zum Marktplatz oder zu den Lokalen rundherum, ermöglichten den Menschen im Hospiz Freiräume und schöne Auszeiten. Sie betonte, wie wichtig es für Menschen ist, gerade am Lebensende eine gute, sichere und wertschätzende Anlaufstelle zu haben, einen Ort, an dem man um- und versorgt, aber dennoch selbstbestimmt sei. Ihre Stiftung hat die Entstehung des Hospizes mitinitiiert und den Weg bis zum Spatenstich begleitet. Auch zukünftig wird sie Ansprechpartnerin, insbesondere für den Bereich Spenden und Fundraising sein.Dorthin lud die Carus Holding die Gäste zu einem kleinen Umtrunk ein. Ralf Bohn dankte allen Anwesenden für ihren Besuch und ihr Interesse. Letzterem trugen die Veranstalter auch mit kleinen Führungen über das Areal Rechnung. (js/pm)+++