Polizeiliche Kriminalstatistik 2025

Positiver Langzeittrend: Osthessen weiterhin mit der höchsten Aufklärungsquote

Am Donnerstagnachmittag wurde in Fulda die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 für Osthessen vorgestellt
Alle Fotos: Martin Engel

26.03.2026 / FULDA - Osthessen ist weiterhin eine sichere Region: Das zeigte die polizeiliche Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Osthessen erneut für das Jahr 2025. Am Donnerstagnachmittag wurde diese in Fulda vorgestellt und zeigte vor allem im Langzeittrend erneut eine positive Entwicklung, die auch auf erhöhte Polizeipräsenz und neu entwickelte Sicherheitsmaßnahmen zurückzuführen ist.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst alle angezeigten Straftaten. Maßgeblich ist dabei die jeweils schwerstmögliche rechtliche Einordnung, sodass ein als Mord erfasster Fall vor Gericht häufig als Totschlag oder schwere Körperverletzung bewertet wird – Entsprechendes gilt für andere Delikte. Zudem orientiert sich die Statistik am Zeitpunkt des Abschlusses der Ermittlungen und nicht an dem der Tat. Dadurch können Delikte aus 2024 in die Statistik für 2025 eingehen, während nicht alle Taten aus 2025 bereits erfasst sind. Die Dunkelziffer bleibt unberücksichtigt.

Gesamtüberblick Osthessen: Fallzahlen seit 20 Jahren weiterhin sinkend

Seit über 20 Jahren sinkt die Zahl der Straftaten im Land Hessen und auch in der Region Osthessen. 2006 lag das Gesamtaufkommen noch bei 25.486 Fällen, im Jahr 2025 lag Osthessen hier bei 18.435 Fällen (Rückgang von 2,8 Prozent). In Gesamthessen sank die Zahl von 388.226 auf 376.981 Fälle (Rückgang von 2,9 Prozent) Mit einer Aufklärungsquote von 67,5 Prozent belegt die Region in ganz Hessen den Platz als Spitzenreiter und konnte in zwei Dritteln aller Fälle einen Tatverdächtigen ermitteln.

Die Hälfte der Fallzahlen machen Vermögens- und Eigentumsdelikte aus, wie Fälschungen, schwerer und einfacher Diebstahl. Auch Körperverletzungen machen 10,5 Prozent der Fälle aus, sowie 9 Prozent Sachbeschädigung. 77,2 Prozent aller Tatverdächtigen sind hierbei männlich und 64,4 Prozent haben die deutsche Staatsangehörigkeit. Nichtdeutsche Tatverdächtige sind vor allem in Vermögens- und Fälschungsdelikte, Rohheitsdelikte und Diebstahldelikte verwickelt.

Auch im Bereich der Jugendkriminalität konnte im letzten Jahr ein Rückgang von 1,2 Prozent verzeichnet werden. Die Zahl geht nach einem Anstieg in den Jahren von 2021 bis 2024 wieder zurück. Der Großteil der Tatverdächtigen sind auch hier wieder männliche Personen mit einem Anteil von 74 Prozent.

Verschiedene Entwicklungen in verschiedenen Deliktbereichen

Straßenkriminalität

Insbesondere im Bereich der Straßenkriminalität konnte in den letzten 20 Jahren ein starker Rückgang um fast die Hälfte verzeichnet werden. Auch wenn die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr von 2.301 Fällen auf 2.516 Fälle angestiegen sind, bewegen sie sich im Langzeittrend auf einem konstant niedrigen Niveau.

Raubstraftaten

Raubstraftaten wie räuberische Erpressung oder Straßenraub sind im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken. Dabei machen räuberische Diebstähle ein Drittel der Straftaten aus. Die Aufklärungsquote liegt hier bei 76,6 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent gesunken.

Rauschgiftdelikte

Ein besonders starker Rückgang der Fallzahlen von 34 Prozent ist vor allem bei Rauschgiftdelikten zu verzeichnen. Dies steht im direkten Zusammenhang mit der Teillegalisierung von Cannabis, der Handel sei aber gestiegen. Die Aufklärungsquote hat hierbei ein Plus von 7,9 Prozent zu verzeichnen.

Wohnungseinbrüche

Bei Wohnungseinbrüchen stieg die Aufklärungsquote im Vergleich zum Vorjahr auf 26,8 Prozent, bleibt aber seit einiger Zeit auf einem relativ konstanten Niveau. Auch ein leichter Anstieg der Fallzahlen ist im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Im Zehn-Jahres-Vergleich konnten sich die Fälle allerdings nahezu halbieren. Bei 40 Prozent der Fälle handelt es sich um Versuche.

Vermögens- und Fälschungsdelikte

Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten liegt die Fallzahl erstmals unter der 4.000-Fall-Marke. Den größten Anteil haben hierbei die Betrugsdelikte mit 77 Prozent. Darunter fallen auch 28 Fälle zum Nachteil von Senioren.

Internetkriminalität

Im Bereich der Internetkriminalität stieg die Aufklärungsquote im Vorjahr leicht um 0,4 Prozent. Seit 2019 bewegen sich die Fallzahlen auf einem konstant hohen Niveau und umfassen zu einem Großteil Betrugsfälle (40 Prozent), davon 22,5 Prozent Waren- und Warenkreditbetrug und das Verbreiten pornografischer Inhalte (18,7 Prozent)

Sprengung von Geldautomaten

Besonders positiv: Im Jahr 2025 gab es in Osthessen nicht eine einzige Sprengung von Geldautomaten und auch im Gesamthessen-Trend ist diese Zahl stark rückläufig. Im Jahr 2023 lag die Zahl der Fälle bei 61, im Jahr 2025 bei sechs Fällen in ganz Hessen.

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung

Bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind die Fallzahlen konstant auf hohem Niveau mit allerdings sinkenden Aufklärungsquoten. Der starke Anstieg der Fallzahlen in den letzten Jahren ist insbesondere auf eine erhöhte Sensibilität der Opfer und eine verstärkte gesetzliche Meldepflicht der Internet-Provider zurückzuführen. Dasselbe hohe Niveau gilt auch für Fälle der häuslichen Gewalt. Zwei Drittel der Fälle beinhalten Körperverletzungen – auch hier lässt sich abzeichnen, dass Betroffene stärker für das Thema sensibilisiert werden.

Straftaten gegen das Leben

Bei Straftaten gegen das Leben, wie Mord und Totschlag, sowie fahrlässiger Tötung, ist die Fallzahl um nahezu 30 Prozent von 31 Fällen im Jahr 2024 auf 22 Fälle im Jahr 2025 gesunken. Hierbei wurden alle elf vorsätzlichen Taten aus dem Jahr 2025 erfolgreich aufgeklärt.

Politisch motivierte Kriminalität

Im Bereich der politisch motivierten Kriminalität wurde im Vergleich zum Vorjahr ein zuwachs von insgesamt 106 Straftaten festgestellt. Hierbei kamen 52 Fälle aus dem Bereich PMK-Rechts, 17 Fälle aus dem Bereich PMK-Links und 16 Fälle aus dem Bereich PMK ausländische Ideologie. 21 Fälle waren religiös motiviert oder wurden sonstigen Motiven zugeordnet.

Angriffe auf Amts- und Mandatsträger

Besonders erwähnenswert ist der erschreckend starke Anstieg von Angriffen auf Amts- und Mandatsträger. Darunter fallen nicht nur körperliche Angriffe, sondern vor allem auch Beleidigungen. In Osthessen ist die Zahl von 31 Fällen auf 40 Fälle gestiegen. Im Gesamthessentrend lässt sich eine Verdopplung der Zahl im Vergleich zum Vorjahr erkennen (2024: 478 Fälle, 2025: 994 Fälle).

Gewalt gegen Einsatzkräfte

Auch Einsatzkräfte und insbesondere Polizeibeamte werden immer wieder Opfer von Gewalt. Hier stieg die Zahl von 222 Fällen im Jahr 2022 auf 247 Fälle im Jahr 2025 an. Die Zahl der Geschädigten stieg von 230 auf 245 an. Auch 4 Fälle von Widerstand gegen Feuerwehrleute und Rettungskräfte wurden verzeichnet. "Jeder Angriff auf Einsatzkräfte ist ein Angriff auf die Demokratie und den Rechtsstaat", so Polizeichef Michael Tegethoff.

Ein gutes Fazit – und Ausblick auf die Zukunft

Abschließend bedankte sich Polizeipräsident Tegethoff nicht nur bei den Einsatzkräften, sondern insbesondere auch bei den Bürgerinnen und Bürgern, die Hinweise geben, Zivilcourage zeigen und somit den Ermittlungsaufwand gering halten. Im kommenden Jahr möchte man den Fokus vor allem auch auf die Bekämpfung von Sozialkriminalität, Linksextremismus und Wohnungseinbrüchen legen. Damit schließt sich das PP Osthessen den landesweiten Schwerpunktsetzungen an.

Die Statistik zeigt allerdings: Osthessen ist sicher und das soll auch so bleiben. Wer sich für die ausführliche Statistik interessiert, kann sie auf der Website des Polizeipräsidiums nachlesen und sich informieren. (pg)+++

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