Umbruch auf Rechberggelände

Hammer startet Räumungsverkauf - Aldi und Edeka bauen - Was wird aus Tegut?

Beim Hammer-Fachmarkt in Bad Hersfeld hat der Räumungsverkauf begonnen
Fotos: Hans-Hubertus Braune

04.04.2026 / BAD HERSFELD - Der Einzelhandel ist im Umbruch: Besonders deutlich wird dies auf dem Rechberggelände in Bad Hersfeld. Neben zwei großen Neubauprojekten, gibt es eine schlechte Nachricht vom Hammer-Fachmarkt. Über die Zukunft von Tegut entscheidet die Bundeskartellbehörde, Edeka will einen Großteil der Filialen übernehmen. Auch Rewe ist hier im Rennen um einige Standorte.



Zum Hammer-Fachmarkt: Nachdem bundesweit bereits einige Hammer-Fachmärkte dem Rotstift zum Opfer fielen, ist nun auch die Zukunft der Filiale in Bad Hersfeld mehr als ungewiss.

Dort hat der Räumungsverkauf begonnen: "Trotz des unermüdlichen Einsatzes des gesamten Hammer-Teams und auch aller Verfahrensbeteiligten ist im Investorenprozess bislang noch keine Lösung gelungen. Die Verhandlungen mit den zwei verbliebenen Interessenten dauern zwar noch an, entwickeln sich aber insgesamt inhaltlich sowie zeitlich nicht wie erwünscht und erforderlich. Nach wie vor bleibt es zwar das Ziel, das Unternehmen als Hammer-Fachfilialbetrieb mit einer maximal möglichen Anzahl von Standorten zu übertragen, obgleich die Erfolgsaussichten derzeit leider als gering einzuschätzen sind. Das ändert aber nichts daran, dass alle Beteiligten mit ungeminderter Kraft weiter an dieser Zielerreichung arbeiten. Der vorläufige Insolvenzverwalter musste in Anbetracht dieser Entwicklungen und Situationen in enger Abstimmung mit dem Gläubigerausschuss entscheiden, dass auch die zum Monatswechsel noch geöffneten 41 Fachmärkte mit dem 1. April 2026 beginnend in einen Räumungsverkauf starten", erklärte Rechtsanwalt Stefan Meyer von der PLUTA Rechtsanwalts GmbH.

Nur mit diesen Maßnahmen, mit einer deutlichen Reduzierung der ab April noch geöffneten Filialen und der Einleitung eines Räumungsverkaufs, könne nach dem Wegfall des Insolvenzgeldeffekts unter Vollkosten die Zahlungsfähigkeit im eröffneten Insolvenzverfahren überhaupt aufrechterhalten werden. Ziel sei es nach wie vor, die noch geöffneten Filialen zu retten.

Breite Gänge, freundliche Einkaufsatmosphäre

Anders die Situation schräg gegenüber: Dort wurde der ehemalige Aldi-Markt abgerissen und weicht einem Neubau: "Wir bauen den neuen Markt an der Heinrich-von-Stephan-Straße im Zuge der Modernisierung des gesamten ALDI Nord Filialnetzes nach unserem aktuellen Filialkonzept. Die Verkaufsfläche von ca. 1.030 Quadratmetern bietet unseren Kundinnen und Kunden breite Gänge und eine freundliche Einkaufsatmosphäre. Der Markt erhält außerdem eine Photovoltaikanlage. Eine Wärmerückgewinnungsanlage der Kühlmöbel kann den Marktraum je nach Jahreszeit kühlen oder beheizen. Insgesamt kommt das Gebäude damit ohne fossile Brennstoffe aus. Sofern die Bauarbeiten planmäßig verlaufen, rechnen wir im Laufe des Oktobers mit der Neueröffnung", erklärte die Presseabteilung von ALDI Nord gegenüber OSTHESSEN|NEWS.

Gebaut wird auch auf dem Areal des ehemaligen Hauptpostamtes. Dort entsteht ein moderner Edeka-Markt. Die entsprechenden Pläne existieren bereits seit mehreren Jahren, mussten aber wegen langjähriger Mietverträge der Post immer wieder verschoben werden. Nun aber sind die Arbeiten in vollem Gange. "Wir liegen im Zeitplan", sagt Investor Thorsten Hellwig. Auf rund 4.500 Quadratmetern Nutzfläche entsteht der neue Markt mit Metzgerei und Bäckerei. Zudem sind 200 Parkplätze geplant.

Edeka-Neubau im Hauptpostamt im Zeitplan

Spannend ist die Frage, was aus dem Tegut-Markt wird. Wie mehrfach berichtet, hat der bisherige Tegut-Eigner Migros die Supermarktkette mit Stammsitz in Fulda verkauft. Einen Großteil der Filialen hat Edeka übernommen – vorausgesetzt, die Kartellbehörde stimmt zu. Auf dem Rechberggelände ergibt sich nun die spezielle Situation: Neubau auf der einen Straßenseite, auf der anderen die Fläche des Tegut-Marktes. Nach O|N-Informationen kommt hier Rewe ins Spiel. Aus Insiderkreisen ist zu hören, dass die Rewe-Group eine vertragliche Vereinbarung mit dem Eigentümer der Fläche besitze. Bestätigt ist dies aber nicht, eine entsprechende Anfrage von O|N gestellt. Für Hellwig würde sich an der Gesamtsituation eh kaum etwas ändern, der neue Edeka-Markt sei wesentlich größer. (Hans-Hubertus Braune) +++

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