Noch mehr Stellen gestrichen!

EDAG rutscht tief ins Minus: Konzern kämpft mit massivem Umsatzrückgang

Am Donnerstag veröffentlichte die EDAG Engineering Group AG - einer der weltweit führenden unabhängigen Engineering‑Dienstleister mit Experten in Mobility, Defence, Industry und Public Solutions - die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025.
Archivfoto: O|N/Henrik Schmitt

26.03.2026 / REGION - Für die Region Fulda ist es eine deutliche Entwicklung mit Signalwirkung: Die EDAG Engineering Group AG hat ein wirtschaftlich schwieriges Jahr hinter sich - mit spürbaren Einschnitten. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, sank der Umsatz 2025 um 13 Prozent auf rund 714 Millionen Euro. Noch drastischer fällt der Blick auf das Ergebnis aus: Unter dem Strich steht ein Verlust von 43,7 Millionen Euro. Auch das operative Ergebnis rutschte ins Minus. Einsparungen werden vor allem auch beim Personal gemacht.


Das Berichtsjahr war von einem anhaltend schwierigen Marktumfeld in der Automobilindustrie, geopolitischen Unsicherheiten sowie einer spürbaren Investitionszurückhaltung vieler Kunden geprägt.

Maßnahmen zur Produktivitätssteigerung belasten Jahresergebnis

Das bereinigte Konzern‑EBIT lag im Geschäftsjahr 2025 bei minus 12,9 Millionen Euro, was einer bereinigten EBIT‑Marge von minus 1,8 Prozent entspricht. Das Jahresergebnis belief sich auf minus 43,7 Millionen Euro. In den Segmenten Vehicle Engineering und Electrics/Electronics war der Ergebnisrückgang ursächlich auf einen Umsatzrückgang bzw. Unterauslastung im Mobility-Bereich zurückzuführen. Während das bereinigte EBIT bei Production Solutions insbesondere durch ein Großprojekt mit einer Wertberichtigung in Höhe von insgesamt 15 Millionen Euro deutlich belastet wurde, konnte das größte Segment Vehicle Engineering trotz geringerer Auslastung einen positiven EBIT-Beitrag erwirtschaften.

Immer mehr Stellen fallen weg: 2025 rund 800 Mitarbeiter weniger

Vor dem Hintergrund von Unterauslastung hat die EDAG Group nach 2024 auch in 2025 ein umfassendes Restrukturierungsprogramm zur nachhaltigen Stärkung von Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit umgesetzt. Die hierfür angefallenen Kosten beliefen sich auf rund 30 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2025 (Vorjahr: rund 35 Millionen Euro). Parallel wurde dazu der Ausbau der Global‑Delivery-Standorte (vor allem in Indien) beschleunigt sowie Ressourcen für stärkeres Wachstum mit Kunden in Auslandsmärkten weiter aufgebaut. Zum Ende des Geschäftsjahres 2025 beschäftigte die EDAG Group weltweit 8.303 Mitarbeitende und damit rund 800 Mitarbeitende weniger als im Vorjahr - das entspricht 22 Prozent. Strukturell erwartet die EDAG Group eine jährliche Einsparung in Höhe von rund 90 Millionen Euro aus diesen Maßnahmen.

Diversifikation und Innovation für nachhaltiges Wachstum und Ausblick 2026

"Das Geschäftsjahr 2025 war vor allem von den anhaltenden Herausforderungen in der Automobilindustrie und durch unsere ergriffenen Gegenmaßnahmen für eine bessere Auslastung geprägt. Mittelfristig wird sich die konsequente Fortsetzung der strategischen Maßnahmen für Diversifikation, Internationalisierung und Innovation auszahlen und die EDAG Group auf den nachhaltigen Wachstumspfad mit solider Performance zurückführen", führt CEO Harald Keller aus.

Die strategische Diversifikation der EDAG Group in weitere Industriezweige, allen voran Defence sowie Medizintechnik, Halbleiter, Chemie und Energie, wird intensiviert und wird einen wachsenden Beitrag zur geringeren Abhängigkeit von der Mobilitätsindustrie leisten. Mit der gezielten Bündelung der Kompetenzen über die Segmente hinweg konnten zusätzliche branchenspezifische Leistungsangebote für neu adressierbare Märkte entwickelt werden.

Auf der Innovationsagenda steht die weitere Beschleunigung der Entwicklungsprozesse (time-to-market) im Mittelpunkt. Hierbei werden zunehmend skalierbare, KI-gestützte Lösungen eingesetzt. Dies stärkt sowohl die Effizienz von Produkt- als auch von Produktionsentwicklungen. Fortschritte bei "Software Defined Vehicles" lassen sich auch gezielt auf andere Industrien, wie beispielsweise auf den Defence-Bereich, übertragen ("Software-Defined Defence"). Als weiterer Innovationsfortschritt steht die Industrial-Metaverse-Plattform "metys" der EDAG mit einem integrierten "KI-Fabrik"-Ansatz für datengetriebene Anwendungen auch für mittelständische Unternehmen zur Verfügung.

EDAG Group verfolgt klar definierte mittelfristige finanzielle Ziele

Die strategischen Maßnahmen werden zu einer überdurchschnittlichen Ausweitung des Umsatzes im Defence-Sektor und im Industriegeschäft führen, unter Beibehaltung des Fokus auf Kunden der Mobilitätsindustrie mit dauerhaften Beiträgen für Innovation und Skalierbarkeit. Die Mobilitätsindustrie wird auch im Rahmen der Internationalisierung zur Ausweitung des absatzbezogenen Umsatzes außerhalb Deutschlands mit Wachstumsimpulsen in China, Indien und den USA mittelfristig wesentliche Beiträge leisten.

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet die EDAG Group weiterhin ein anspruchsvolles Marktumfeld. Entsprechend wird von einer Umsatzentwicklung im Korridor von rund plus oder minus fünf Prozent ausgegangen. Gleichzeitig rechnet die EDAG Group wieder mit einem positiven bereinigten EBIT von bis zu rund drei Prozent. Die geplanten Investitionen sollen sich im Rahmen von rund zwei bis drei Prozent bewegen.

Holger Merz, CFO der EDAG Group, betont: "Die beschleunigte Umsetzung der strategischen Maßnahmen ist Grundlage dafür, auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld resilienter zu werden und zugleich gezielt in Wachstumsfelder investieren zu können. Auf dieser Basis verfolgt die EDAG Group klar definierte mittelfristige finanzielle Ziele, die sich in einer Steigerung der bereinigten EBIT‑Marge auf sechs bis acht Prozent ausdrücken." (mis/pm) +++

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