Das erwartet die Besucher
Start in die neue Saison: Schloss Fasanerie öffnet wieder seine Tore
Fotos: Marvin Myketin
26.03.2026 / EICHENZELL -
Wenn der Frühling Einzug hält und Ostern näher rückt, beginnt auf Schloss Fasanerie in Eichenzell (Kreis Fulda) traditionell die neue Saison. Diesen Samstag öffnet Hessens größtes Barockschloss wieder für Besucherinnen und Besucher - und präsentierte im Rahmen einer Pressekonferenz bereits vorab die Höhepunkte des Jahresprogramms.
"Die Saisoneröffnung ist für uns jedes Jahr ein besonderer Moment", betonte Museumsdirektor Dr. Markus Miller. Denn das Sommerschloss entfalte seine Wirkung erst durch die Menschen, die es besuchen und mit Leben füllen.
Vielfältiges Programm mit neuen Akzenten
Mit dem Saisonstart beginnt auch ein umfangreiches Veranstaltungsjahr. Rund 20 Termine stehen auf dem Programm. Zu den festen Größen zählt weiterhin das Fürstliche Gartenfest an Christi Himmelfahrt, das in diesem Jahr unter dem Motto "Gärten voller Leben" steht. Ein besonderer Höhepunkt folgt nur eine Woche später: Am 22. Mai wird auf Schloss Fasanerie erstmals der Kultursommer Main-Kinzig-Fulda eröffnet. Zum Auftakt spielt das Peter-Reiter-Quartett im Großen Saal. Auch darüber hinaus sind zahlreiche Konzerte geplant, darunter ein Kammermusikabend mit dem Neos Ensemble.Unter freiem Himmel reicht das Angebot von Open-Air-Theater – mit Shakespeares "Macbeth" – bis hin zum Open-Air-Kino im Obstgarten, wo der Historienfilm "Downton Abbey" gezeigt wird. Traditionelle Formate wie die "Zeitreise ins 18. Jahrhundert" oder die "Lange Nacht der Museen" im September runden das Programm dieser Saison ab.
Neue Ausstellung und außergewöhnliche Kunst
Bereits im April startet die erste Sonderausstellung: Vom 18. April bis 5. Juli zeigt der Fotograf Frank Kunert seine "Miniaturwelten - Räume des Unmöglichen". Kunert erschafft detailreiche Modelle, die er anschließend fotografiert. Seine Werke wirken auf den ersten Blick realistisch, entpuppen sich jedoch bei genauerem Hinsehen als absurde, teils surreale Szenerien. "Ich baue Modelle, die wie Modelle wirken, aber die Fotos haben oft einen realistischeren Charakter", erklärte der Künstler bei der Pressekonferenz. Die Ausstellung gibt einen Einblick in rund 25 Jahre seines Schaffens. Neben Fotografien werden auch Modelle und Einblicke in den Entstehungsprozess gezeigt. Für ein einzelnes Werk benötigt Kunert mehrere Wochen Arbeit. Restauriertes Highlight kehrt zurück
Ein besonderes Stück der Sammlung ist in dieser Saison ebenfalls wieder zu sehen: ein chinesisches Goldfischbecken aus dem 18. Jahrhundert. Das Porzellanobjekt war vor Jahren zerbrochen und lagerte lange unbeachtet im Depot. Erst durch Zufall wurde es im Rahmen der Ausstellung "Faszination Ostasien" wiederentdeckt und anschließend aufwendig restauriert. Restauratorin Wibke Hartmann setzte die zahlreichen Fragmente in aufwendiger Handarbeit wieder zusammen. Wieder zusammengesetzt misst das Becken rund 56 Zentimeter im Durchmesser und wiegt etwa 25 Kilogramm. Neue Angebote für Kinder - mit veralteten Rollenbildern brechen!
Auch im Bereich der Museumspädagogik gibt es Neuerungen. So wurde die bisherige Märchenführung überarbeitet, um die Darstellung veralteter Rollenbilder hinter sich zu lassen. "Wir wollen zeigen, dass die Prinzessin mehr als nur hübsch ist, und sie muss auch nicht vom Ritter auf dem weißen Ross gerettet werden, wie es klassisch immer dargestellt wird", hebt Miller hervor. Statt klassischer Grimm-Märchen steht nun die eigens entwickelte Geschichte "Die Falken-Prinzessin" im Mittelpunkt. Dabei begeben sich Kinder auf eine interaktive Suche durch das Schloss. "Wir wollten moderne Rollenbilder vermitteln und gleichzeitig eine spannende Geschichte erzählen", heißt es. Die Museumspädagogen haben den Erzählstoff eigens entwickelt. Das neue Highlight für kleine Entdecker findet jeden Samstag um 14:45 Uhr statt.Ergänzt wird das Angebot durch eine neue Familienführung an Sonn- und Feiertagen sowie neue Programme für Kitas und Schulklassen, bei denen spielerisches Entdecken im Vordergrund steht.
Kein Verkauf, sondern Übergabe
Ein Thema, das im Vorfeld für Aufmerksamkeit gesorgt hatte, wurde ebenfalls eingeordnet: der angekündigte Besitzerwechsel. Wie die Museumsleitung klarstellte, handelt es sich dabei nicht um einen Verkauf, sondern um eine geplante Übergabe an das Land Hessen. Die Kulturstiftung des Hauses Hessen habe angeboten, das Schloss samt Kunstbesitz ohne Kaufpreis zu übergeben. Das Land prüfe dieses Angebot derzeit. Eine Entscheidung werde frühestens im Laufe des Jahres erwartet.Die Saison auf Schloss Fasanerie läuft bis zum 1. November. Geöffnet ist jeweils von Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr. Bereits jetzt zeigt sich: Auch 2026 setzt das Schloss auf eine Mischung aus Tradition und neuen Impulsen - und dürfte damit wieder zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die Region locken. (ems) +++