Großer Andrang zum Start

AzubiMesse Plus Hersfeld-Rotenburg lockt hunderte Besucher an

Die Azubi-Messe lockte Hunderte Besucher an
Fotos: Kevin Hildebrand

25.03.2026 / BAD HERSFELD - Fertig mit der Schule – und jetzt? Viele Jugendliche stehen nach Abschluss der schulischen Ausbildung vor einem großen Fragezeichen, was ihre Zukunft abgeht. Um bei der Berufswahl zu helfen, eröffnete am Mittwochnachmittag die AzubiMesse Plus Hersfeld-Rotenburg an der Modellschule Obersberg. Mit dabei waren zahlreiche Aussteller aus dem gesamten Landkreis, die ihre Unternehmen und Tätigkeiten vorstellten.


Viel Andrang zum Startschuss

Punkt 16 Uhr öffnete das Gelände der Modellschule Obersberg am Mittwoch seine Pforten zur AzubiMesse. Mit dabei waren über 60 Aussteller, die sich im Eingangsbereich der MSO, der Beruflichen Schulen und im Audimax des Obersbergs aufgebaut hatten. Und von Anfang an strömten viele Besucher zu der Messe. Freundesgruppen von Jugendlichen, Eltern und Familie mit ihren Kindern oder auch ältere Personen, die Interesse an einer Umschulung bekunden – für sie alle gab es das passende Angebot. Wer Mittwoch nicht zur Messe gehen konnte, für den gibt es gute Nachrichten: am Donnerstag hat diese nochmal von acht bis 13 Uhr geöffnet.

Vom Bagger bis zur High-End-Fräsmaschine

Der Außenbereich des Obersberg-Geländes gehörte vor allem Betrieben aus den Bereichen Handwerk und Technik. Die Firma Bickhardt Bau hatte sogar einen Bagger mitgebracht, an dem Interessenten versuchen konnten, sich selbst ans Steuer zu setzen. Im Audimax waren neben Banken, Bäckern und Einzelhandelsketten auch die Arbeitsagentur vertreten. In den Räumen der Beruflichen Schulen standen Pflege- und erzieherische Berufe im Vordergrund. Abgerundet wurde das Angebot mit Unternehmen wie Amazon, Hilti und mehr in der Pausenhalle der MSO. Besonderes Highlight: AEM hatte einen Tisch für "Robo-Hockey" aufgestellt, wo Besucher gegen einen computergesteuerten Arm Tischhockey spielten.

Ein wichtiges Angebot für Jugendliche

Nicole Häußler von der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld/Fulda betonte, wie wichtig solche Veranstaltungen wie die Azubimesse seien. "Das alles hier hat eine niedrige Einstiegsschwelle. Interessenten kommen einfach vorbei, ohne Termin, und man kommt ins Gespräch. Dadurch entstehen Möglichkeiten, die sich sonst vielleicht nicht bieten", betonte sie im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Die Agentur war aus zwei Gründen vor Ort: einmal als Arbeitgeber – und einmal als Unterstützung für Jobsuchende. So hielt die Agentur für Arbeit in den Räumlichkeiten der MSO noch zwei Vorträge, die nicht nur für (angehende) Azubis gedacht waren. Sondern auch für Menschen, die sich weiterbilden oder umschulen wollen.

Werbung für besonderes Konzept

Die Stadt Bad Hersfeld nutzte die Messe zur Suche nach einem Dualen Studenten im Bauingenieurwesen. Doch vor allem für junge Menschen, die Interesse an Berufen im erzieherischen Bereich hatten, stellten die Vertreter der Stadt ein besonderes Konzept vor: PivA. Das steht für "praxisintegrierte vergütete Ausbildung" von Erziehern. Dabei handelt es sich um eine dreijährige duale Ausbildung, die Theorie und Praxis in Kitas verbindet. Und den Auszubildenden

ein festes Gehalt bezahlt, anders als bei rein schulischen Ausbildungen. "Das Angebot der Stadt ist aber noch vielfältiger. Wir stellen natürlich Erzieher ein, aber auch Gärtner, Mechatroniker und mehr. Viele wissen das gar nicht", erklärte Julia Ranscht, stellvertretende Fachbereichsleiterin Personalmanagement der Stadt Bad Hersfeld.

Jede Menge Goodies für die Besucher

Neben all den zahlreichen Informationen hatten die Aussteller vor allem eines im Gepäck: Goodies! Interessierte Besucher durften sich nicht nur Infobroschüren mitnehmen, sondern Stifte, Gummibärchen, weitere Snacks, Blöcke, Flaschenöffner und vieles mehr. Das Klinikum Hersfeld-Rotenburg versorgte die Besucher sogar mit kostenloser Zuckerwatte. An anderen Ständen gab es von Bratwurst und Pommes über Eis alles, was das Herz begehrte.

Noten stehen nicht im Vordergrund

Eine Sache, die besonders auffällt, wenn man sich mit den Betrieben unterhält: viele Firmen legen bei der Wahl der potentiellen Azubis immer weniger Wert auf Noten. Das ist wichtig. Denn: Laut Zahlen der Agentur für Arbeit kamen auf 731 freie Azubistellen in Hersfeld-Rotenburg im Jahr 2025 nur 452 Bewerber. Manche Branchen, wie beispielsweise Friseure, finden kaum passende Bewerber. Auch die Erzieherbranche leidet. So sagte Dirk Langheld von "KITAMIGOS", der Zweckverband der evangelischen Kindertagesstätten im Landkreis: "Wir gucken nicht auf die Abschlüsse. Wichtiger sind uns Menschen, die Lust auf den Job haben. Die Freude daran haben, mit Kindern zu arbeiten.

Derselben Meinung sind Anastasia Mannel und Tina Dück, die für die Firma Giebel Bau auf der Messe vertreten waren. So bestätigte Mannel, dass das Unternehmen vor allem Interesse an den Menschen hinter den Bewerbungen hat, nichts zwangsläufig an den Noten: "Wir sind hier auf dem Bau. Da muss das Menschliche einfach passen." Und wenn noch mehr Unternehmen diese Philosophie an den Tag legen gelingt es hoffentlich vielen arbeitswilligen Jugendlichen, eine Chance in ihrem Traumjob zu bekommen. (Kevin Hildebrand) +++

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