Prägende Persönlichkeit verabschiedet

Stramme Haltung im Dauerregen: Kommandowechsel in Wildflecken vollzogen

Oberstleutnant Hoch blickt auf viereinhalb Jahre an der Spitze des Bereichs zurück.
Fotos: Rene Kunze

25.03.2026 / WILDFLECKEN - Strömender Regen, stramme Haltung und ein feierlicher Rahmen: Auf dem Truppenübungsplatz Wildflecken wurde der Kommandowechsel der Truppenübungsplatzkommandantur Süd vollzogen. Trotz widrigster Bedingungen standen die Soldaten während des gesamten Appells unbeirrt - ein starkes Zeichen für Disziplin und Zusammenhalt. Begleitet vom Heeresmusikkorps Kassel wurde der feierliche Akt zu einem Moment, der weit über einen reinen Führungswechsel hinausging.



Im Mittelpunkt stand die Übergabe des Bereichs Truppenübungsplatzkommandantur Süd von Oberstleutnant Hoch an seinen Nachfolger Oberstleutnant Reinhardt. Gleichzeitig erfolgte auch die Übergabe der Kommandantur Wildflecken von Hauptmann Langhärig an Oberstleutnant Dluhosch. Zwei Wechsel, die sowohl Kontinuität als auch Neuanfang symbolisieren.

"Ein ganz besonderer Tag" am Standort Wildflecken

"Heute ist ein ganz besonderer Tag - für den Bereich der Truppenübungsplatzkommandantur Süd, für den Standort Wildflecken und vor allem für einen Offizier, dessen Name eng mit diesem Ort verbunden ist", betonte Brigadegeneral Oberneyer und stellte damit die Bedeutung des Moments heraus.

Oberstleutnant Hoch prägte den Bereich über viereinhalb Jahre hinweg. In dieser Zeit galt es, zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen - von der Corona-Pandemie über die Afrikanische Schweinepest bis hin zu neuen sicherheitspolitischen Anforderungen. Besonders die Rolle der Truppenübungsplätze als Rückgrat der Einsatzbereitschaft rückte dabei immer stärker in den Fokus.

Anforderungen prägen den Alltag

"Wir sind Gastgeber für Ausbildung, stellen Übungsräume bereit und sichern den Schießbetrieb - und das parallel zu immer neuen Anforderungen", blickte Hoch auf seine Zeit zurück. Dabei wurde deutlich, wie komplex die Aufgaben geworden sind und wie stark sich der Alltag verändert hat.

Gleichzeitig fand Hoch auch persönliche Worte für die Menschen, mit denen er zusammenarbeitete: "Die Masse des Personals setzt sich nahezu uneingeschränkt für die Auftragserfüllung ein - dafür bin ich zutiefst dankbar." Besonders hob er jene hervor, die im Hintergrund wirken und dennoch entscheidend zum Gelingen beitragen.

Klarer Appell für die Zukunft am Standort

Mit Blick auf die Zukunft formulierte er einen klaren Anspruch: "Wir gestalten die Zukunft gemeinsam - und Resignation ist keine Option." Worte, die den Geist seiner Amtszeit widerspiegeln und zugleich als Auftrag an die Nachfolger verstanden werden können.

Auch Brigadegeneral Oberneyer würdigte die Leistung des scheidenden Kommandeurs: "Sie haben Verantwortung nicht gescheut - Sie haben sie gesucht, getragen und ausgehalten." Besonders die zahlreichen Auslandseinsätze und die langjährige Erfahrung machten Hoch zu einer prägenden Führungspersönlichkeit.

Führungswechsel mit erfahrenem Nachfolger

Mit Oberstleutnant Reinhardt übernimmt nun ein Offizier mit breitem Erfahrungsschatz. Seine bisherigen Stationen - unter anderem im internationalen Umfeld und im Verteidigungsministerium - zeigen, dass er bestens auf die neue Aufgabe vorbereitet ist. "Sie bringen alles mit, um in dieser anspruchsvollen Führungsverantwortung erfolgreich zu bestehen", so Oberneyer.

Auch auf Ebene der Kommandantur Wildflecken wurde der Wechsel vollzogen. Hauptmann Langhärig übergab an Oberstleutnant Dluhosch, der als erfahrener Stabsoffizier künftig die Verantwortung trägt. "Sie haben die Kommandantur mit sicherer Hand erfolgreich geführt", würdigte Hoch die Arbeit seines bisherigen Kommandanten und gab zugleich eine klare Richtung vor: "Unterstützen Sie Ihren neuen Kommandanten vollumfänglich."

Am Ende bleibt ein Appell, der mehr war als ein formeller Akt. Inmitten von Regen, Musik und militärischer Präzision wurde deutlich, was Dienst in der Bundeswehr bedeutet - Verantwortung, Zusammenhalt und der Wille, auch unter schwierigen Bedingungen standzuhalten. (Constantin von Butler) +++

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