Speed-Dating-Premiere
Sieben Minuten, ein Auto, neue Bekanntschaften - Netzwerken mal anders
Fotos: Moritz Bindewald
25.03.2026 / HÜNFELD -
Ein Hupsignal ertönt, Türen öffnen sich, Menschen strömen durch die Ausstellungshalle des Autohauses Deisenroth in Hünfeld und lassen sich in fremde Autos fallen. Sieben Minuten Zeit, um sich einem Unbekannten vorzustellen, zu erzählen, wer man ist und was einen antreibt - dann wieder das Signal, Türen auf, nächste Runde.
Was sich anhört wie eine ungewöhnliche Partnervermittlung, war am Dienstagabend im Autohaus Deisenroth in Hünfeld ein innovatives Netzwerkformat der ganz besonderen Art: Die drei Lions Clubs des Landkreises Fulda feierten die Premiere ihres gemeinsamen Speed-Dating-Formats - und das Eis brach schneller als gedacht.
Lions Club Hünfeld, Fulda und Fulda Bonifatius: Eine Idee, drei Jahre gereift
Hinter dem Abend steckt eine Geschichte, die vor rund drei Jahren beim Charterjubiläum eines der Clubs begann. Mark Rieger, Präsident des Lions Club Hünfeld und Gastgeber des Abends, erinnerte sich in seiner Begrüßung daran, wie er damals mit seinen Mitpräsidenten ins Gespräch kam: "Wir haben uns eigentlich auf Anhieb ganz gut verstanden und uns gefragt: Warum kennen wir uns eigentlich noch nicht? Wir dienen alle dem gleichen Zweck." Speed-Dating im Autohaus Hünfeld: Autos als Gesprächsräume
Gastgeber Werner Deisenroth stellte sein Autohaus in Hünfeld für den besonderen Abend zur Verfügung - und zeigte sich von der Idee von Anfang an begeistert: "Als Mark auf mich zukam und mir seine Idee präsentiert hat, da habe ich sofort gesagt: Das ist eine super tolle Idee." Deisenroth sieht im Format sogar Potenzial weit über den Vereinskontext hinaus: "Man begegnet sich im Umfeld, in Fulda oder im Landkreis, man kennt den einen oder anderen vom Gesicht - und so kommt man sich ein Stück näher. Man begegnet sich dann mit ganz anderen Augen und nimmt sich ganz anders wahr." So funktioniert das Speed-Dating: Laufkarte, Farbe, sieben Minuten
Gerrit Schwendner, Präsident des Lions Club Fulda Bonifatius, übernahm die Erklärung der Spielregeln - trotz, wie er selbst sagte, "Frosch im Hals". Jeder Teilnehmer erhielt eine sogenannte Laufkarte, auf der farblich markierte Autos eingetragen waren. Die Farben entsprachen dabei nicht den tatsächlichen Lackierungen der Fahrzeuge, sondern Schildern, die eigens an den Autos angebracht wurden. In sechs Runden à sieben Minuten sollte jeder dreimal mit wechselnden Gesprächspartnern zusammenkommen. Lions Clubs Landkreis Fulda unterstützen Tageselternverein Fulda
Neben dem Netzwerkgedanken verfolgte der Abend auch einen karitativen Zweck. Als gemeinsames Spendenziel der drei Lions Clubs im Landkreis Fulda wurde der Tageselternverein Fulda ausgewählt. Dessen erste Vorsitzende, Cornelia Hansel, schilderte die Lage des Vereins: "Durch die Erhöhung von laufenden Kosten bei gleichzeitiger Kürzung von Förderung sehen wir die Gefahr, unsere Mitglieder in ihrer Arbeit nicht mehr wie bisher mit unseren Qualitätsstandards unterstützen zu können." Der Tageselternverein Fulda qualifiziert und begleitet Kindertagespflegepersonen im Stadt- und Landkreis Fulda und ist auf den Erhalt seiner Geschäftsstelle angewiesen. Eine Spendenbox war vor Ort aufgestellt. (mmb) +++