Spatenstich in Maberzell

Caritas startet Neubau - "Nach 50 Jahren ist es Zeit, etwas Neues zu wagen"

Mit einem feierlichen Spatenstich hat der Caritasverband am Dienstag den Neubau der Wohngruppe in Fulda-Maberzell gestartet.
Fotos: Maurice Schumacher

25.03.2026 / FULDA - Mit einem feierlichen Spatenstich hat der Caritasverband am Dienstag den Neubau der Wohngruppe in Fulda-Maberzell gestartet. Der Bauplatz wird von den Verantwortlichen als "wirklich traumhaftes Grundstück" beschrieben. Ein Ort, an dem ein modernes Zuhause für Kinder und Jugendliche entstehen soll, die auf Unterstützung und verlässliche Strukturen angewiesen sind.



Diözesan‑Caritasdirektor Dr. Markus Juch betonte beim Spatenstich die Bedeutung des Projekts. "Nach 50 Jahren ist es Zeit, etwas Neues zu beginnen – etwas Neues zu wagen", so Juch. Die Caritas wolle ein Haus schaffen, das heutigen pädagogischen, sozialen und baulichen Anforderungen gerecht werde.

"Bildung junger Menschen spielt eine ganz wichtige Rolle. Wir wollen hier eine echte Wohlfühloase schaffen." Zugleich verwies er auf den langen Vorlauf: "Alles beginnt mit viel Planungsarbeit. Und wenn man dann hier zusammenkommt, geht es in der Regel doch ganz schnell."

"Wir werden das nicht nur aus Rücklagen bezahlen können"

Caritas-Vorstand Ansgar Erb verwies auf die finanzielle Dimension des Projekts. "Man muss einfach sagen: Es ist ein sehr großes Haus", sagte er. Die Caritas könne den Neubau nicht vollständig aus Eigenmitteln stemmen: "Wir werden das nicht nur aus Rücklagen bezahlen, sondern auch am Kapitalmarkt Darlehen aufnehmen." Erb machte klar, dass das Haus vor allem eines bieten soll: "Wenn es zuhause nicht geht – aus welchen Gründen auch immer –, sollen Kinder hier aufwachsen können."

"Die Stadt kommt gerne, wenn Spaten oder Bagger zum Einsatz kommen"

Für die Stadt Fulda nahm Bürgermeister Dag Wehner am Spatenstich teil. "Die Stadt kommt natürlich immer dann gerne, wenn Spaten, Bagger oder Ähnliches zum Einsatz kommen", sagte er. Mit Blick auf die aktuelle Lage auf dem Baumarkt ergänzte er: "An vielen Stellen in unserem Land stehen aktuell die Bagger still. Umso größer ist die Freude – noch mehr, weil wir wissen, was hier entsteht."

Wehner dankte der Caritas ausdrücklich: "Wir wollen heute Dank sagen für dieses Engagement. Es ist ein Zeichen, dass es weitergeht." Den Kindern und Jugendlichen solle hier ein Ort geboten werden, "an dem sie die Chance haben, neue Wege zu gehen und ihre Zukunft zu finden". Auch der Landkreis Fulda begrüßte den Start des Bauprojekts. Jugendamtsleiter Christian Münzenberg erklärte: "Ich bin sehr froh, dass es hier oben weitergeht. Uns als Jugendamt ist es wichtig, dass wir Kinder gut unterbringen können."

Neubau ersetzt 60 Jahre altes Gebäude

Der Neubau ersetzt das bisherige Gebäude der Kinder- und Jugendhilfe St. Elisabeth, das über sechs Jahrzehnte genutzt wurde und die heutigen Anforderungen nicht mehr erfüllte. Vorgesehen sind rund 380 Quadratmeter Wohnfläche, die Platz für Einzel- und Gemeinschaftszimmer sowie Aufenthalts‑, Ess‑ und Gemeinschaftsbereiche mit Küche bieten. Zusätzlich entstehen Büroräume und Zimmer für das Personal sowie eigene Räume für die Hausaufgabenbetreuung.

Auch das Außengelände wird neu gestaltet: Es soll eine weitläufige, naturnahe Fläche werden, die "Raum für Bewegung und Erkundung" bietet. Der Caritasverband beziffert die Baukosten auf 1,465 Millionen Euro. Ein beträchtlicher Teil wird über Darlehen am Kapitalmarkt finanziert. Der Baubeginn ist für Ende März 2026 geplant, die Bauzeit soll rund 15 Monate betragen. (mmb/pm) +++

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