Im Rahmen der "Justizwoche"

Hinter Gittern und vor Gericht: Regierungspräsident Weinmeister zu Besuch

Gefängnismauern, Gerichtssäle, Richterroben: Regierungspräsident Mark Weinmeister hat am Dienstag seine einwöchige Frühjahrsreise "RP vor Ort" gestartet
Fotos: Marvin Myketin

25.03.2026 / FULDA/HÜNFELD - Gefängnismauern, Gerichtssäle, Richterroben: Regierungspräsident Mark Weinmeister hat am Dienstag seine einwöchige Frühjahrsreise "RP vor Ort" gestartet - und dabei gleich zwei Institutionen besucht, die sonst nicht auf dem regulären Dienstplan einer Verwaltungsbehörde stehen. Sein erster Weg führte ihn in die Justizvollzugsanstalt Hünfeld, danach stand das Landgericht Fulda auf dem Programm.



Der thematische Schwerpunkt der diesjährigen Frühjahrsreise ist eine sogenannte "Justizwoche": Bis zum 1. April besucht Weinmeister Amts- und Landgerichte, Finanz- und Arbeitsgerichte sowie zwei Justizvollzugsanstalten im Regierungsbezirk Kassel - also in Nord- und Osthessen. Dabei geht es ihm ausdrücklich um Bereiche der Justiz, mit denen das Regierungspräsidium im Alltag kaum Berührungspunkte hat.

"Mein Gedanke war, einmal die Justiz in unserem Regierungsbezirk zu besuchen", sagte Weinmeister gegenüber OSTHESSEN|NEWS. "Das sind Institutionen, mit denen wir normalerweise als Regierungspräsidium nicht so viel zu tun haben, die aber für den demokratischen Staatsaufbau unheimlich wichtig sind. Deswegen war es mir ein Anliegen, einfach mal die Akteure hier kennenzulernen - und das war sehr spannend."

Hessisches Alleinstellungsmerkmal - teilprivatisierte Justizvollzugsanstalt

Den Auftakt bildete die JVA Hünfeld. Das 2006 eröffnete Gefängnis ist einer der jüngsten Gefängnisbauten in Deutschland und bietet rund 500 Haftplätze für männliche Erwachsene mit Freiheitsstrafen bis zu 60 Monaten. Besonders: Hessen war bei der Eröffnung das erste Bundesland, das rund 40 Prozent der Betriebsleistungen - darunter medizinische Versorgung, Sozialdienst und Küchenbetrieb - an einen privaten Dienstleister übertrug. Die hoheitlichen Aufgaben gegenüber den Gefangenen bleiben dabei ausschließlich bei den Beamtinnen und Beamten des hessischen Justizvollzugs. 2021 wurde der teilprivatisierte Betrieb bis mindestens 2027 verlängert.

Anschließend besuchte Weinmeister das Landgericht Fulda. Das Gericht ist Teil der ordentlichen Gerichtsbarkeit und zuständig für Zivil- und Strafsachen - etwa für erstinstanzliche Zivilklagen ab einem Streitwert von über 10.000 Euro sowie für schwere Straftaten, bei denen mehr als vier Jahre Freiheitsstrafe drohen.

Weinmeister betonte, dass ihn die Reise nicht nur über die Justiz informieren, sondern auch neue Impulse für die eigene Verwaltungsarbeit bringen soll - etwa zu Themen wie Digitalisierung, Bürokratieabbau und dem Umgang mit dem Fachkräftemangel. In den kommenden Tagen setzt der Regierungspräsident seine Tour durch den Regierungsbezirk fort: Am Mittwoch steht das Landgericht Kassel auf dem Programm, am Freitag das Amtsgericht Bad Hersfeld. Weitere Stationen folgen bis zum 1. April. (mmb) +++

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